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Tausende Peiner feiern WM-Sieg der Deutschen: Große Fotogalerie

Fußball Tausende Peiner feiern WM-Sieg der Deutschen: Große Fotogalerie

Peine . Riesen-Stimmung herrschte gestern Abend im Peiner Stadtpark beim Public Viewing und auf den Straßen, als Tausende Peiner den WM-Sieg der Deutschen feierten. Das Team von Jogi Löw hatte Argentinien mit 1:0 besiegt. 

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Auf dem Weg zum Titel: Hunderte Peiner fieberten auf dem Schlossplatz mit.

Quelle: Büchler

Mit dem WM-Pokal in den Händen starteten Deutschlands Fußball-Helden nach vollendeter Titelmission in einen Party-Marathon, der erst morgen vor dem Brandenburger Tor in Berlin enden soll. Ausgelassen tanzend ließen sich Kapitän Philipp Lahm und seine schwarz-rot-goldenen Mitstreiter am Sonntagabend in Rios Maracanã-Stadion von den 13.000 deutschen Fans für ihren vierten WM-Titel feiern, während aus den Lautsprechern der "Tote Hosen"-Hit "An Tagen wie diesen" dröhnte.

WM-Party in Peine: Hunderte fieberten mit, als die deutsche Mannschaft sich zum Titel schoss.

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"Dieses tiefe Glücksgefühl wird für alle Ewigkeit bleiben", stellte Bundestrainer Joachim Löw fest. "Was wir geleistet haben und wie wir geackert haben, das ist unglaublich. Das zeichnet diese Mannschaft aus. Das ist ein unglaubliches Gefühl", sagte Lahm, der um 19.04 Ortszeit aus den Händen von Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff den Goldpokal entgegengenommen hatte. "Irgendwann werden wir aufhören zu feiern, aber wir werden immer wieder mit einem Grinsen aufstehen", erklärte Manuel Neuer, der zum besten Torwart des Turniers gewählt wurde.

"Es war ein hartes Stück Arbeit. Die Spieler sind bis weit über ihre Grenzen gegangen und haben so viel gegeben wie noch nie, um das mitzunehmen, was sie noch nie hatten. Die Mannschaft war eine verschworene Einheit, die für den Titel gekämpft hat", betonte Löw, der nun auf einer Stufe mit Sepp Herberger, Helmut Schön und Franz Beckenbauer steht. Zu seiner eigenen Zukunft äußerte sich der Coach nicht konkret. Teammanager Oliver Bierhoff kündigte an, seinen Vertrag bis 2016 erfüllen zu wollen. "Und wie ich Jogi die letzten Tage und Wochen gesehen habe, gehe ich auch bei ihm davon aus", so Bierhoff. Für DFB-Präsident Wolfgang Niersbach besteht nicht der Hauch eines Zweifels: "Er wird auch in zwei Jahren Trainer sein."

Den historischen 1:0-Triumph nach Verlängerung gegen Lionel Messis Argentinier hatte vor 74.738 Zuschauern Joker Mario Götze in der 113. Minute perfekt gemacht. "Es ist wie im Traum", sagte der Matchwinner. Er stoppte eine Flanke von André Schürrle mit der Brust und jagte den Ball in die lange Ecke. "So ein Moment ist pures Glück, pure Freude und auch Stolz", konstatierte Niersbach, der sich an die Jubelszenen beim letzten deutschen WM-Triumph 1990 in Rom erinnert fühlte. "Es war ein Nervenspiel. Ich wurde immer besorgter", gestand Joachim Gauck, der die Partie an der Seite von Angela Merkel verfolgte. Bundespräsident und Bundeskanzlerin ließen es sich nicht nehmen, den Weltmeistern nach dem Spiel in der Kabine persönlich zu gratulieren.

Miroslav Klose konnte derweil seine Rührung nicht verbergen und verdrückte mit seinen Zwillingen auf dem Arm ein paar Tränen. "Das ist einfach überragend. Das ist einfach das Sahnehäubchen, einfach Weltklasse", gestand der 36-Jährige, der seine Zukunft im DFB-Trikot nach dem Finale offenließ. "Das ist ein unglaubliches Gefühl, das ist Freude pur. Wir freuen uns, dass wir Deutschland den Titel nach Hause bringen können", sagte Jerome Boateng, der als Abräumer in der Innenverteidigung einen Klasse-Job machte.

Der vierte WM-Titel nach 1954, 1974 und 1990 war ein historischer Triumph, da sich erstmals eine europäische Mannschaft auf dem amerikanischen Kontinent durchsetzte. "Das ist eine Sache für die Ewigkeit", meinte Löw. Für die Generation um die Kapitäne Lahm und Bastian Schweinsteiger war es die Karriere-Krönung. Für den Triumph kassiert jeder der 23 deutschen Akteure die Rekordprämie von 300.000 Euro. Am Dienstagvormittag werden die Weltme ister den "goldenen Pott" auf der Fanmeile in der deutschen Hauptstadt präsentieren. "Wir werden mit den Fans noch eine Riesenfeier abreißen", kündigte Schürrle an.

Der Ausfall von Sami Khedira hatte die deutsche Erfolgself aus dem Viertel- und Halbfinale unmittelbar vor dem Anstoß gesprengt. Der während des Turniers immer stärker gewordene Mittelfeldspieler klagte nach dem Aufwärmen über Wadenprobleme und wurde in der Startformation durch Christoph Kramer ersetzt. Der Gladbacher ging unerschrocken, aber auch bisweilen ungestüm zu Werke. In der 17. Minute wurde Kramer von Ezequiel Garay im Zweikampf voll mit der Schulter am Kopf erwischt und musste wenig später mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung das Feld räumen. Löw brachte Schürrle in die Partie und stellte das System auf ein 4-2-3-1 um, Mesut Özil rückte jetzt auf seine Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld.

Dort leistete der vor allem in der Verlängerung immer wieder hart attackierte Schweinsteiger ein enormes Pensum und schloss immer wieder Lücken. Überfordert war Mats Hummels mit der Bewachung von Messi, der als stärkste Offensivkraft auf dem Feld ein ständiger Gefahrenherd für die deutsche Abwehr war. Argentiniens Coach Alejandro Sabella hatte sein weiter ohne den verletzten Angel di Maria spielendes Team hervorragend auf den Gegner eingestellt. Mit zwei Viererketten machten Martin Demichelis und Co. die Räume vor dem eigenen Strafraum eng und gingen in den Zweikämpfen kompromisslos zur Sache. Vor allem Thomas Müller bekam immer wieder die Härte der Argentinier zu spüren. Der Münchner ging im Finale leer aus und schaffte es nicht mehr, den Kolumbianer James Rodriguez im Kampf um die Torjägerkrone der WM zu überflügeln.

Die deutsche Mannschaft war von Beginn um Spielkontrolle bemüht, während die Albiceleste auf Fehler lauerte, um zu überfallartigen Attacken anzusetzen. Nach acht Minuten zog Messi im Sprintduell an Hummels vorbei, doch in der Mitte hatte Schweinsteiger aufgepasst und schlug den Ball weg. Dann hätte ein Blackout von Kroos die deutsche Elf um ein Haar in die Bredouille gebracht. Der Münchner köpfte den Ball aus dem Mittelfeld unbedrängt zurück und lieferte damit eine Steilvorlage für Higuain, der jedoch von der unverhofften Möglichkeit überrascht wurde und vorbeischoss (21.).

Mit Schürrle auf der linken Seite erhielt das deutsche Offensivspiel in der Schlussphase der ersten Halbzeit mehr Kontur. Der Wahl-Londoner zwang Romero zur ersten Parade (37.). Zwei Minuten nach Wiederbeginn war der bis dahin fehlerlose Boateng gegen Messi erstmals nicht im Bilde, der Schuss des 27-Jährigen flog knapp am Kasten von Manuel Neuer vorbei. Die Aktionen der Südamerikaner wirkten nun zwingender, während sich die deutschen Offensivakteure von der sehr körperbetonten Spielweise des Gegners beeindrucken ließen. In der 71. Minute verstolperte Schürrle noch eine gute Gelegenheit, danach verpasste Kroos (82.) das mögliche 1:0.

Nach 90 dramatischen Minuten wogte die Partie in der Verlängerung weiter hin und her. Die erste Chance zur erlösenden Führung verpasste Schürrle, der Sergio Romero anschoss (91.). Sechs Minuten später stand Rodrigo Palacio nach einem Stellungsfehler von Mats Hummels frei vor Manuel Neuer, lupfte den Ball aber am Kasten vorbei.

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