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Tanja Löhr veröffentlichte ersten Erzählband

Tanja Löhr veröffentlichte ersten Erzählband

Wenn sie Feierabend hat - und sie meint den „richtigen“ Feierabend, den eine alleinerziehende Mutter erst nach diversen arbeitstagverlängernden Hindernisläufen hat - lässt sich Tanja Löhr an ihrem Jugendstil-Schreibtisch nieder und beginnt, sich zu verwandeln.

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Tanja Löhr Autorin Sozialpädagogin und Mitarbeiterin im Südstadtbüro der Caritas.

Quelle: uj

Als „Undine Bleibt“ tritt sie dann bei Facebook in Erscheinung.

Seit knapp drei Jahren schreibt sie unter dem Pseudonym nicht nur normale Nachrichten mit Facebook-Freunden. Inzwischen fließen ihr dort auch Erzählungen aus den Fingern. 50 davon hat sie nun der digitalen Welt entrissen und in ein durch und durch analoges Medium überführt: „Tageweise“ heißt das Büchlein im praktischen Postkartenformat, das „Undine Bleibt“ kürzlich beim Epuli-Verlag herausgebracht hat.

Als studierte Sozialpädagogin weiß Löhr nicht nur, wie ihre Pappenheimer ticken, sondern erahnt auch deren Lesegewohnheiten- und Interessen. Und so lässt sich beispielsweise die vermutlich überwältigende Mehrheit männlicher Literaturverbraucher zielsicher zunächst auf Seite 28 locken, um dann an den weiteren Geschichten-Häppchen der Erzählerin zu knabbern.

Eigentlich seien das zunächst nur „Auf- und Anreger-Geschichten“ gewesen, eine Art Ereignis-Tagebuch für sich und ihre Facebook-Freunde, erzählt sie. Jene hätten ihr dann hartnäckig geraten, die Geschichten auch auf Papier herauszugeben.

Gratis-Hilfe dazu kommt von Facebook-Freunden, die sich als Verlagslektorin und Mediengestalter entpuppen. Löhr: „Nun ist alles fertig, und wir haben uns noch nie gesehen.“

Inzwischen sind bereits rund 100 Exemplare verkauft, Nachfrage stark steigend. Selbst die Peiner Stadtbücherei sei bereits ausgestattet.

Zu Recht, denn Löhr (ihr Pseudonym entstammt übrigens der Geschichte „Undine geht“ ihrer Lieblingsautorin Ingeborg Bachmann) erzählt überschaubar, aber emotional, frech aber mit Stil. Auch bildhaft, denn ihre Geschichten stammen von dort, wo sie wohnt: aus „dem „Quartier“, aus „ihrer“ Südstadt.

Sie trifft den Leser mal am Zwerchfell, mal im Bauch, gerne auch im Herzen. Besonders gerne im Herzen. Und die Leser treffen sie, „ihre Tanja“ auch - beim Einkaufen, im Büro oder einfach nur unterwegs.

Löhr kombiniert Humor mit Ironie und trifft wie schlafwandlerisch ihre Pointen. Literarischen Regeln folgt sie nur widerwillig, ihre Leser lieben sie für ihre direkte, kecke und gelegentlich „punkige“ Schreibe aus dem „Fundus Alltag“, den sie ja ständig mit ihnen teilt.

Es geht um verschwundene Bäckereifachverkäuferinnen, Kinderspielplätze, Kaiserschnitte, Schadenfreude - und eben Seite 28. Ein kleines Buch, das groß werden könnte.

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