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TV-Doku: Sally Perel führte Markus Lanz durch Peine

Peine TV-Doku: Sally Perel führte Markus Lanz durch Peine

Peine . Überraschender Besuch in der Fuhsestadt: Der bekannte ZDF-Moderator Markus Lanz war mit dem Peiner Holocaust-Überlebenden Salomon Perel (89) in Peine zu Dreharbeiten unterwegs. Angesichts der bitteren Kälte waren die Filmleute kaum aufgefallen, sagte Perel gestern im Telefongespräch mit der PAZ.

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Im Gespräch: Markus Lanz (l.) und Salomon Perel im Juli 2014. Seinerzeit entstand die Idee, eine Dokumentation zu drehen.

Lanz produziert zurzeit für das ZDF eine Dokumentation über Holocaust-Überlebende und ist dafür in die Rolle eines Reporters geschlüpft. „Der Kontakt war im Juli zustande gekommen, als ich in der Talkshow bei Markus Lanz zu Gast gewesen bin“, sagte Perel. Das bestätigt Sven Hegner, Sprecher der Produktionsfirma Fernsehmacher, die sowohl an der Produktion der Talkshow als auch der Dokumentation beteiligt ist. Insgesamt begleite Lanz drei Überlebende der von den Nazis geplanten Vernichtung der Juden.

Die Dreharbeiten für die 75-Minuten-Produktion hätten gerade begonnen, Perel sei der erste Zeitzeuge gewesen, mit dem Lanz Orte der Erinnerung aufgesucht hätte. Gesendet werden soll der Beitrag Anfang Mai, 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland. Ein genauer Sendetermin steht noch nicht fest.

In Peine drehte das Team am Elternhaus von Sally Perel am Damm, dort hatte Perels Vater ein Geschäft für Schuhe, und am benachbarten Luisenhof. „Wir sind dann weiter bis zur Wallschule“, sagte Perel der PAZ.

Weitere Drehorte für die Dokumentation mit dem Arbeitstitel „Du sollst Leben“ waren in Braunschweig an der ehemaligen Schule der Hitler-Jugend. Zudem suchte Markus Lanz mit Perel das ehemalige Ghetto in Lodz (Polen) auf und das Grab des Vaters, das ebenfalls in Lodz ist. Für diese Gespräche mit Zeitzeugen ganz wichtig, sagte Lanz jüngst der Jüdischen Allgemeinen: „Im Geschichtsunterricht waren die Fotos all dieser Menschen immer nur schwarz-weiß - und damit sehr weit weg, wie aus einer längst vergangenen Zeit.“ Im direkten Kontakt, wenn man die tätowierte Nummer auf dem Unterarm sehe, „wird das alles plötzlich sehr lebendig, plötzlich ist es ganz, ganz nahe“.

pif

PAZ-INFO: Hitlerjunge Salomon

Am 21. April 1925 wurde Salomon Perel in Peine geboren. Er lebte im Haus Damm 1. „Peine ist für mich ein besonderer Ort, an dem ich eine sehr glückliche Kindheit verbrachte, aber auch viel Leid erleben musste“, sagte Perel gestern der PAZ.

Nachdem ihr Schuhgeschäft von den Nazis verwüstet wurde, zog die Familie Perel 1938 nach Lodz in Polen. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und Überfall der Wehrmacht auf Polen flüchtete Sally Perel in den seinerzeit sowjetischen Teil Polens, wurde aber später von der Wehrmacht gefangen genommen, als die Nazis 1941 auch die Sowjetunion überfielen.

Es gelang ihm, den Krieg zu überleben, indem er in die Rolle des Josef „Jupp“ Perjell schlüpfte und sich als Volksdeutscher ausgab, um seine jüdische Herkunft zu verschleiern. Seine Lebensgeschichte steht im Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon“. Heute lebt Perel in Tel Aviv in Israel.

pif

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