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Südlink: Landwirt fordert Entschädigung

Südlink Südlink: Landwirt fordert Entschädigung

Der Röhrser Landwirt Hans-Werner Behrens ist sauer: Die Firma Tennet, welche die Starkstrom-Erdkabel, unter anderem durch den Landkreis Peine, verlegen lässt, möchte die betroffenen Landwirte mit einer einmaligen Entschädigung abspeisen.

Röhrse 52.3632926 10.169557
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Der Landwirt Hans-Werner Behrens aus Röhrse steht vor dem Ortsschild.

Quelle: Lara Krämer

Röhrse. Der Röhrser Landwirt Hans-Werner Behrens ist sauer: Die Firma Tennet, welche die Starkstrom-Erdkabel, unter anderem durch den Landkreis Peine verlegen lässt, möchte die betroffenen Landwirte nur mit einer einmaligen Entschädigung abspeisen.

Damit gibt sich Behrens nicht zufrieden: „Es geht nicht darum, dass wir unser Land für das Projekt Südlink nicht hergeben wollen. Die Gesellschaft hat sich weiter entwickelt und befürwortet die Energiewende. Wir Landwirte wollen sie unterstützen!“

Viele Landwirte rechnen mit Einbußen

Allerdings fordern die Landwirte eine regelmäßige Zahlung, „da es in jedem Jahr Einbußen geben wird“, vermutet Behrens. Seiner Meinung nach liege es in der Pflicht der Energieriesen die Wertschöpfungskette von Anfang bis Ende zu berücksichtigen und auch die Landwirte am Gewinn zu beteiligen. Die Landwirte fordern somit eine Pacht für ihr Eigentum, welche die Stromfirma nutzt, um unter anderem die entstandenen Ernteeinbußen auszugleichen. „Eben so wie es aktuell auch bei Windrädern gehandhabt wird“, sagt der Röhrser.

Wärme der Erdkabel könnten den Pflanzen schaden

Besorgniserregend seien zudem die potenziellen Flurschäden, die durch das Projekt entstehen könnten. Allein die Temperatur der Bodenoberfläche werde sich – so heißt es – um etwa zwei Grad erhöhen. Das liege an der Wärme, die die Starkstromkabel abstrahlen. „Also kann es an diesen Stellen keinen Frost mehr geben und der Schnee wird nicht mehr liegen bleiben.“, so Behrens. „Allerdings benötigen Pflanzen wie Winterweizen zur Ähren- und Körnerbildung einen sogenannten Kältereiz, bei dem die Pflanze einer Temperatur von mindestens minus fünf Grad über mehrere Tage ausgesetzt ist.“ Umgekehrt bedeutet die warme Oberfläche aber auch, dass die Ernte punktuell über den Erdkabeln viel schneller gedeihen werde. Zusätzlich sei noch nicht klar, wie die Pflanzen bei dem erwärmten Boden an Wasser kommen sollen. Außerdem würden durch die Wärme auch Pilzkrankheiten begünstigt werden, was ebenfalls schwer ins Gewicht falle. Wie überhaupt das ganze Mikroklima im Boden reagiere, sei ebenfalls unklar.

Weil die Starkstromkabel in einem Sandbett im Erdboden verlaufen sollen, könne sich durch die geringere Dichte als der übrige Boden eine Art unterirdischer Fluss entwickeln. Dieser leitet dann das Wasser von den Pflanzen weg, behauptet Behrens. Wichtig sei ihm deshalb die Rückverfestigung des Ackerbodens. „Bei einer unzureichenden Verdichtung kann es passieren, dass wir noch in einigen Jahren mit den Maschinen im Boden versinken.“

Übrigens: Am Montagabend findet ab 21.15 Uhr eine landesweite Demo der Landwirte statt, an der auch Peiner teilnehmen werden.

Von Lara Krämer

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