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Streit um Gehaltsgruppen: Mitarbeiter zurückgestuft

Arbeitsgericht Braunschweig Streit um Gehaltsgruppen: Mitarbeiter zurückgestuft

Für den Mitarbeiter eines Peiner Automobilzulieferers ist die Zukunft seiner Entlohnung ungewiss. Auch die 6. Kammer des Arbeitsgerichts Braunschweig konnte gestern nicht entscheiden, ob der Peiner Autoteilezulieferer bei der Rückstufung des Mannes in eine bedeutend schlechter bezahlte Tarifgruppe den korrekten Weg eingeschlagen hat.

Bei der Firma angefangen hatte der Kläger in der für einfache Tätigkeiten vorgesehenen Tarifgruppe E 2. Dann musste er andere, zum Teil auch höher dotierte Aufgaben übernehmen. Schließlich wurde er vorübergehend auf einen anspruchsvolleren Büroposten versetzt und erhielt in der höheren Tarifgruppe E 8 deutlich mehr Geld als am Anfang.

Diese Bezahlung lief auch zunächst weiter, als der Mann wieder auf einen für die Gruppe E 2 vorgesehenen Arbeitsplatz versetzt wurde. Dann habe es Unmut im Betrieb gegeben, erklärte eine Vertreterin des Unternehmens gestern: „Seine Kollegen haben sich beschwert, weil sie sich ungerecht bezahlt fühlten.“ Die Firma korrigierte das Gehalt des jetzt als Staplerfahrers tätigen Klägers drastisch nach unten. „Mein Mandant hatte plötzlich monatlich 500 Euro netto weniger“, sagte der Anwalt des Klägers, Christian Brandes.

Dass der Wechsel der Tätigkeit auch mit einer neuen tariflichen Eingruppierung verbunden sein kann, stehe außer Frage, räumte Richter Lutz Bertram ein. Es sei aber nicht auszuschließen, dass die im vorliegenden Fall nicht korrekt abgelaufen sei. „Eine Umgruppierung bedarf eigentlich einer Vereinbarung mit dem Arbeitnehmer oder einer Änderungskündigung.“

Nachdem sich beide Seiten nicht auf das weitere Vorgehen einigen konnten, regte Bertram einen Kompromiss an. Die Firma könnte dem Kläger das Gehalt aus Tarifgruppe E 2 sowie für einen längeren Zeitraum eine außertarifliche Zulage zahlen. „Das wäre insgesamt weniger als in Gruppe E 8, aber immer noch deutlich mehr als in E 2“, sagte der Richter. Über diesen Vorschlag wollen die Parteien beraten, bevor sie sich im 2010 im Gericht wiedertreffen.

Auch im Fall einer zweiten Klage gegen das Unternehmen kam es zu keiner Einigung. Eine Disponentin hatte eine Abmahnung erhalten. Daran warf das Unternehmen der Frau unter anderem vor, sie habe den Bedarf eines Kunden falsch eingeschätzt und sei außerdem verantwortlich für eine zusätzliche Auslieferungsfahrt. Nachdem Vertreter der Firma gestern einräumen mussten, dass vielleicht nicht alle Vorwürfe unbedingt haltbar seien, forderte der Rechtsanwalt der Klägerin, Joachim Meyer, die Abmahnung müsse zurückgenommen werden. Über die Angelegenheit verhandelt das Gericht Mitte November weiter.

jkr

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