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„Straßenverkehr in Afrika ist gefährlicher als Ebola“

Peine/Berlin „Straßenverkehr in Afrika ist gefährlicher als Ebola“

Peine/Berlin. Die Ebola-Epidemie in Afrika zieht mehr und mehr auch den Handel in den betroffenen Ländern in Mitleidenschaft. Trotz der Seuche brach der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft am Wochenende mit einer 19-köpfigen Delegation in den Kongo auf, allerdings nicht in die von der Epidemie bislang betroffene Region. Mit dabei ist Sebastian Kramp von der Firma Prakla Bohrtechnik aus Peine, der sich im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa äußert. Die Firmenvertreter versprechen sich von der fünftägigen Reise neue Geschäfte.

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Sebastian Kramp von der Firma Prakla Bohrtechnik.

Quelle: oh

Haben Sie keine Bedenken wegen Ihrer Reise in den Kongo?

Ich bin seit 21 Jahren in Afrika unterwegs. Krankheiten, Bürgerkriege und sonstige Sachen gab es in Afrika ja schon immer und reichlich. Ebola ist natürlich da, man kann sich aber mit normalen Hygienemaßnahmen schon relativ gut schützen.

Wie wollen Sie sich denn selbst schützen?

Normale Handhygiene, und vielleicht auch mal einen Meter weiter von den Leuten wegbleiben, nicht jeden in den Arm nehmen. Man muss ja eine ganze Menge Tropfen inhalieren, damit man sich ansteckt. Ich denke, da gibt es wesentlich gefährlichere Krankheiten, wenn man mal Malaria nimmt oder die ganzen Bohrwürmer, die man beim Baden im Süßwasser bekommen kann. Der Straßenverkehr in Afrika ist wesentlich gefährlicher als Ebola.

Im Kongo ist der Ausbruch bislang auf eine vergleichsweise kleine Region im Land beschränkt. Würden Sie für ein lukratives Geschäft derzeit auch nach Liberia, Guinea oder Sierra Leone reisen, wo es schon viele Tote gibt?

Man kann sicher in die Hauptstädte fliegen, und man kann mit Sicherheit in die großen Hotels gehen. Das Unangenehme sind natürlich die Sicherheitsvorkehrungen und die ewigen Wartezeiten an den Flugplätzen bei der mangelnden Infrastruktur. Es müsste schon ein ganz, ganz triftiger Grund sein.

Die Epidemie lähmt die Wirtschaft in den betroffenen Ländern immer mehr. Spüren Sie das auch in Ihrem Geschäft?

Die Epidemie spüren wir gar nicht, unser Geschäft zum Beispiel im Bergbau hängt viel mehr mit dem Weltmarktpreis für Gold, Silber und Kupfer zusammen. Es wird nur Geld ausgegeben, wenn die Preise für Mineralstoffe hoch sind. Und Erze sind ja auch nicht kontaminierbar.

ZUR PERSON

Sebastian Kramp

Sebastian Kramp ist der Verkaufsleiter Afrika bei Prakla Bohrtechnik in Peine. Das mittelständische Unternehmen stellt Bohrgeräte zum Beispiel für Brunnen her und erwirtschaftet die Hälfte ihres Umsatzes in Afrika. Kramp fliegt mit einer 19-köpfigen Wirtschaftsdelegation für fünf Tage in die Republik Kongo und die Demokratische Republik Kongo. Danach reist er allein weiter nach Kenia, um dort den Präsidenten Uhuru Kenyatta geschäftlich zu treffen. Die Bohrtechnik aus Niedersachsen dient neben dem Brunnenbau auch der Suche nach Mineralien oder der Entwässerung von Minen.

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