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Strack-Zimmermann: „FDP gehört in den Bundestag“

PAZ-Interview Strack-Zimmermann: „FDP gehört in den Bundestag“

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, spricht heute Abend (19 Uhr) im Kaminzimmer des Peiner Schützenhauses zum Thema „Zukunft des Gesundheitswesens“. Die PAZ sprach mit der Politikerin schon vorab über Apotheken, Krankenhäuser und die größten Herausforderungen im Gesundheitswesen.

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FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

Quelle: Bernd Von Jutrczenka

Peine. Sie sprechen in Peine zur „Zukunft des Gesundheitswesens“. Was sind die größten Herausforderungen?

Die Medizin leistet heute Großartiges. Auch deshalb wird die Gesellschaft glücklicherweise älter. Das hat aber auch seinen Preis. Die Menschen erwarten zu Recht die beste medizinische. Versorgung. Die Zeit, dass junge CDU-Politiker forderten, ab 80 Jahre gibt keine neue Hüfte mehr, gehört hoffentlich der Vergangenheit an. Problematisch ist, dass es aufgrund des demografischen Faktors weniger Menschen gibt, die in die Kassen einzahlen und mehr, die sie in Anspruch nehmen. Aber neben den Herausforderungen gibt es auch große Chancen, die wachsenden Ausgaben in den Griff zu bekommen, zum Beispiel durch die Einführung der digitalen Patientenakte. Alle Ärzte, die ein Patient aufsucht, könnten die Daten des Patienten schnell und komplett einsehen. Teure Doppel-Untersuchungen entfielen.

Es häufen sich Meldungen über chaotische Zustände in den Krankenhäusern. Geld und Personal fehlt. Was läuft schief?

Im deutschen Gesundheitssystem fehlt es nicht am Geld sondern daran, wie effizient die Mittel eingesetzt werden. Es gibt so viele unterschiedliche Interessengruppen im Gesundheitsbereich, die sich alle aus dem Topf bedienen wollen. Die Patienten müssen allerdings auch lernen, dass nicht alle medizinischen Hilfsmittel von den Kassen übernommen werden können.

Krankenkassen und Ärzte schummeln bei Abrechnungen - geht das solidarische Gesundheitssystem dadurch kaputt?

Schummeln klingt so niedlich. Sofern es sich konkret um Betrügereien handelt, gehören die Verursacher vor Gericht gestellt. Das Gesundheitssystem lebt vom Miteinander der gesetzlichen sowie privaten Krankenversicherungen und der korrekten Abrechnung. Es fußt auf Solidarität, nicht auf Betrug.

Streitpunkt ist auch der (aktuell erlaubte) Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten. Wie stehen Sie dazu?

Auch wenn Medikamente keine normalen Handelsprodukte sind, stehen auch Apotheken vor großen Herausforderungen. Patienten verändern ihr Kaufverhalten. Umso wichtiger ist es, dass die Apotheken endlich befreit werden von unendlicher Bürokratie, die der Gesetzgeber ihnen zumutet. Sie müssen die Chance bekommen, auf Augenhöhe mit dem Versandhandel zu konkurrieren.

Ist die Vor-Ort-Apotheke ein Auslaufmodell?

Im Gegenteil. Die Apotheken spielen in der Gesundheitsversorgung eine wichtige Rolle. Sie begleiten und beraten Patienten ja in einem überaus persönlichen Bereich. Sie sind Tag und Nacht für sie da. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Krankenkassen die Beratungsleistung nicht gesondert honorieren.

Diabetiker und die Weltgesundheitsbehörde fordern eine Süßwarensteuer. Ist das die Lösung im Kampf gegen Übergewicht, Herzinfarkt etc.?

Das ist genauso unsinnig, wie der Vorschlag mancher Umweltminister, Milch und Rindfleisch höher zu besteuern, um Menschen davon abzuhalten, tierische Produkte zu essen, auf die sie offensichtlich Appetit haben. Um etwa Übergewicht zu verhindern, bedarf es von frühester Kindheit an Aufklärungs- und Präventionsangebote. Nehmen Sie die Zahngesundheit der Deutschen. Die war noch nie so gut wie heute, weil man bereits Kleinkindern beibringt, dass Zähneputzen zum Tagesablauf gehört.

Zur Bundespolitik: Wofür steht die FDP im Jahr 2017?

Wir stehen für Freiheit, Selbstverwirklichung des Einzelnen und den Abbau der Bürokratie, die sich inzwischen in allen Bereichen breit macht und Kreativität, Ideen und die Bereitschaft der Einzelnen, etwas zu schaffen, lähmt. Wir wollen, dass die breite Mitte der Gesellschaft - deren Wünsche aber auch Nöte politisch wahr und ernst genommen werden. Es ist an der Realität vorbei, wenn nur die Ränder der Gesellschaft, die Mega- und Super-Reichen auf der einen und die Flüchtlinge auf der anderen Seite im Fokus des Regierungshandelns stehen, die Säulen der Gesellschaft aber übersehen werden.

Schafft die FDP den Wiedereinzug in den Bundestag?

Wir haben großen Zuspruch von den Menschen in Deutschland, die sich nach Rechtsstaatlichkeit und Vernunft sehnen, ansonsten aber vom Staat in Ruhe gelassen werden wollen. Bei allem Optimismus, liegt natürlich noch viel Arbeit vor uns. Wir werden in den kommenden Monaten bundesweit und bei den anstehenden Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig Holstein und in Nordrhein-Westfalen mit überzeugenden Spitzenkandidaten punkten und im Herbst dorthin zurückkehren, wo Freie Demokraten hin gehören: in den Deutschen Bundestag!

Interview: Michael Lieb

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