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Stahlharte Zeiten für Arbeiter

Arbeitsgericht Braunschweig Stahlharte Zeiten für Arbeiter

Nicht nur die Stahlbranche leidet unter der Wirtschaftskrise, auch die von ihr beauftragten Zeitarbeitsfirmen und deren Mitarbeiter sind betroffen. So auch vier Männer, die bislang bei der Peiner Träger GmbH eingesetzt waren. Sie erhielten die Kündigung und zogen dagegen vor das Arbeitsgericht Braunschweig.

Dort blieb gestern ein Gütetermin ohne Ergebnis.

Gekündigt wurde nicht etwa nur den vier Klägern. „Sie sind mit der Klage nur einen anderen Weg gegangen als ihre Kollegen. Wir hatten 71 Beschäftigte bei Peiner Träger und mussten allen kündigen“, sagte der Chef des im Ostharz ansässigen Zeitarbeitunternehmens gestern.

Leicht sei ihm die Entscheidung nicht gefallen, beteuerte der Geschäftsführer. Er habe auch versucht gegenzusteuern. Nach der Entscheidung der Peiner Firma habe er Kurzarbeit angemeldet und Qualifizierungen angeboten. „Das dürfte in der Zeitarbeitsbranche ein ziemlich einzigartiger Fall sein“, betonte er. Hintergrund sei die Hoffnung, dass es der Stahlindustrie in absehbarer Zeit wieder besser gehen und er die Leute erneut unterbringen könne. Da zeichne sich aber vorläufig „kein Silberstreif am Horizont“ ab. Für seine Mitarbeiter sei die Lage besonders schwierig, weil sein Unternehmen ausschließlich für die Salzgitter-Gruppe arbeite.

Eine Verlängerung der Kurzarbeit komme jetzt nicht mehr in Betracht, erklärte der Beklagte mit sorgenvoller Miene: „Es hört sich immer gut an, dass das Arbeitsamt ja Zuschüsse zahlt. Aber uns hat das zusammen mit den Weiterbildungsmaßnahmen 35 000 Euro monatlich gekostet. Die haben wir seit März gezahlt. Jetzt können wir es nicht mehr.“

Allerdings musste der Mann einräumen, dass 40 seiner Beschäftigten weiter in Peiner arbeiten. „Hat denn vor den Kündigungen eine Sozialauswahl stattgefunden?“, wollte Richter Lutz Bertram wissen. Im vorliegenden Fall habe es dafür keinen Grund gegeben, erläuterte der Geschäftsführer: „Wir haben von unserem Auftraggeber eine Namensliste erhalten.“ Sie sei ein Teil der unternehmerischen Unterscheidungen, die die Peiner Träger GmbH in Absprache mit dem Betriebsrat getroffen habe.
Die Prozessbevollmächtigten der Kläger signalisierten gestern Kompromissbereitschaft. Der Chef der Zeitarbeitsfirma lehnte das allerdings ab. Er könne nicht einfach einen Vergleich mit den vier Männern abschließen, meinte er. Dagegen spräche schon das Gebot der Gleichbehandlung. „Mit solch einem Vergleich würde ich ja die 67 Kollegen, die nicht geklagt haben, benachteiligen“, erläuterte er seine Beweggründe.

Kläger und Beklagter werden also bei einem weiteren Gerichtstermin um eine Lösung ringen müssen. Den Termin dafür setzte Richter Bertram gestern für Mitte April fest.

jkr

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