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Stadtführung mit süßen PAZ-Wundertüten

Peine Stadtführung mit süßen PAZ-Wundertüten

Peine. Die Alltags-Damenmode aus der Zeit, als es in Peine zwar noch keinen Bahnhof, wohl aber Stadttore und Zollhaus gab, wirkt auf den heutigen Betrachter einfach entzückend. Als stolze Peiner Marktfrau Marlene präsentierte sich bei der historischen Stadtführung Marianne Dietrich, die ihre ebenfalls historisch eingekleidete Kusine Klara (Sylvia Knapek-Wodausch) aus dem braunschweigischen Woltorf in die Geheimnisse ihrer Heimatstadt einweihte.

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Führten als Marlene und Klara durchs historische Peine: Marianne Dietrich (l.) und Sylvia Knapek-Wodausch.

Quelle: im

20 Zaungäste begleiteten die plaudernden Marktfrauen auf ihrem Weg durch den Stadtkern zum historischen Marktplatz, bei dem sie neben allerlei Klatsch und Tratsch auch hübsche Neuigkeiten von gestern erfuhren. Von damals, als es gerade mal dreieinhalb Tausend Peiner gab. Und das Drogengeschäft der Witwe Polstorff, wo später automobilen Peinern Benzin über den Ladentisch gereicht wurde und wo die Polstorffs bis 1930 über die einzige Benzin-Zapfsäule der Stadt herrschten.

Die zweite Gattin des berühmten Architekten Anton van Norden habe vor ihrer Eheschließung im Hansen-Haus gewohnt. Ob das Paar zuweilen in der noblen Konditorei Botzler schräg gegenüber einkehrte, ist nicht überliefert.

Wohl aber, dass Konditor-Mitbewerber Schmidt aus der Schützenstraße Kuchenreste in zu Tüten gedrehten Seiten der Peiner Zeitung kostenlos an Kinder weiterreichte. Marlene und Klara ließen sich natürlich nicht lumpen und verteilten aus der Freitags-PAZ-Wundertüte süße Verführungen aus der hiesigen Schokoladenfabrik.

Apropos Fabrik: die ehemalige Essigfabrik gegenüber dem Rother-Haus produzierte auch den damals berühmten „Kuddelmuddel“-Likör. Kostprobe gefällig? Bekömmlicher allemal als jenes Pilzgericht, für das die Witwe Zimmermann im Herzberg die Zutaten sammelte, deren Verzehr am 17. August 1923 neun Feinschmecker inklusive Sammlerin und drei ihrer Kinder nicht überlebten. Zielscheibe von Gesellschaftsklatsch wurde der bekannte Amtmann Ziegler, der als 59-jähriger Witwer um eine 20-jährige Handwerkstochter nicht nur freite, sondern sie auch gegen alle Widerstände heiratete.

Ob Kinderarbeit, Industrialisierung, Frauengefängnis oder alliierter Tieffliegerangriff: die Gästeführerinnen hüpfen erzählerisch durch die historischen Epochen, kramen aus ihren Marktkörben Unmengen von Anekdoten, dass nicht einmal der Regen das Interesse kühlt. Gerne wieder und gerne mehr. Von allem!

uj

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