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Stadtführung eröffnete Straßen voller Schatzkästchen

Peine Stadtführung eröffnete Straßen voller Schatzkästchen

Peine. Jene Peiner, die man künftig mit dem Kopf im Nacken durch die Innenstadt flanieren sieht, sind keineswegs krank, sondern arbeiten ihren architektonisch- baugeschichtlichen Kenntnisstand über „auskragende Balkone“, „Postamente“ oder „Zwerchgiebel“ nach. Ihr jüngst erworbenes Wissen stammt nämlich aus einer mehr als zweistündigen Stadtführung, mit der Gästeführer Knut Papenberg und seine Kolleginnen Marianne Dietrich und Sylvia Knapek-Wodausch am Samstag Premiere hatten.

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Straßen voller Schatzkästchen eröffnete die Stadtführung, in deren Mittelpunkt die Architektur stand.

Quelle: im

Letztere unterstützte als Kunsthistorikerin das Trio bereits in der detaillierten Ausarbeitung dieser ambitionierten Spezialwanderung durch die Innenstadt bis zum Silberkamp.

Eine Stadt sei zwar zunächst durch ihre Bevölkerung geprägt, erklärte die Expertin, die Architektur ihrer Bauwerke und die damit zusammenhängende Tradition ließe sich davon allerdings nicht trennen. Beispiel: Weißer Schwan, ältestes Gebäude am Platze mit bewegter Geschichte und diversen architektonischen Besonderheiten. Oder der Fachwerk-Prachtbau in der Breiten Straße, im 17. Jahrhundert größtes Geschäftshaus der Stadt, beherbergte außer einer Brauerei einen Holz-, später den Korb- und Spielwarenhandel Wilke, das ELKA-Warenhaus und derzeit eine Rossmann-Filiale. Besonders bemerkenswert sind allerdings all jene Gebäude, die auf dem Reißbrett des Architekten Anton van Norden entstanden. Die Teilnehmer der Führung kennen nun nicht nur die wichtigsten Eckdaten aus der Biografie dieses Stadtbildners, sondern auch ein paar hübsche Anekdoten. Beispielsweise, dass sein Dienstmädchen abends die von ihm auf den Baustellen zerknitterten Baupläne liebevoll aufbügelte. Wahrscheinlich auch jenen für das 1913, in einer Mixtur aus Jugendstil und Klassizismus erbaute Geschäftshaus, dessen Erdgeschoss derzeit eine Fastfood-Filiale nutzt. Das Aushängeschild von van Nordens Kunst entstand allerdings als imposantes Wohn- und Geschäftshaus neben der Jakobi-Kirche: einst bekannt als Schuhhaus Kruse, derzeit als ein Bekleidungsgeschäft.

Ob Härke-Villa und Brauerei, Hansen-Haus, Bankhaus Flöge (früher auch Finanzamt, heute „New-Yorker“): Die Gästeführer gießen ihre Informationen wie aus einem bau- und stadtgeschichtlichen Füllhorn. Als architektonisches Schmuckkästlein erweist sich dabei übrigens auch die Kantstraße, einst auch Teich- und später Hohenzollernstraße.

Die Gästeführer wären allerdings nicht sie selbst, öffneten sie ihren Stadtwanderern nicht auch diesmal Türen, die sonst für sie fest verschlossen sind. Diesmal jene der Lessing-Loge mit ihren expressionistischen Details, ihrer Zahlenmystik und für Außenstehende geheimnisvollen Symbolik und nicht zuletzt den prächtigen und erst vor einigen Jahren restaurierten Fenstern.

„Peine hat sich merkwürdig verschönert und vergrößert“, notierte Friedrich von Bodenstedt 1888. Er sollte heute mal eine Gästeführung mitmachen - mit dem Kopf im Nacken!

uj

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