Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Spucke für die Wissenschaft

Peine Spucke für die Wissenschaft

Sind Profi-Computerspieler Athleten? Kann Zocken Sport sein? Dieser Frage gehen derzeit Mitarbeiter der Deutschen Sporthochschule Köln nach - und zwar mit dem Peiner Verein „Playing Ducks“.

Voriger Artikel
Arbeitsmarkt: Erwerbslosen-Zahl sinkt
Nächster Artikel
Orkan „Niklas“ wütete im Peiner Land

Peter Schams (links) von der Sporthochschule Köln hat die Spieler der „Playing Ducks“ im Blick. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, wie viel Stress die Computerspieler beim professionellen Zocken ausgesetzt sind, nehmen dafür unter anderem Speichelproben.

Quelle: js

Peine. Mehrfache deutsche und Europameister kommen aus dem Hause der Ducks, deren Vereinsname übersetzt „Spielende Enten“ bedeutet. Doch statt mit Diskus oder Langlaufski erzielen die „Enten“ aus Peine ihre Erfolge mit Maus und Tastatur. Statt auf der Tartanbahn drehen sie ihre Runden mithilfe des Computers durch virtuelle Welten.

Kann es Sport sein, wenn man im bequemen Sesseln vor dem Rechner sitzt? Kevin Rudolf weiß das nicht, doch er will es herausfinden. Rudolf ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Deutschen Sporthochschule in Köln. „Elektronisches Gaming ist immer mehr im Kommen“, sagt der Wissenschaftler. „Wir haben uns gefragt, ob das Spielen Sport ist? Wir wollen herausfinden, welche Belastungen es gibt.“

Aufschluss sollen Pulsmesser und Speicheltests geben. Im Peiner Teamhaus der „Playing Ducks“ trainiert derzeit ein Team des Vereins für ein Turnier in Dänemark, die „Copenhagen Games“, bei dem es um ein Preisgeld in Höhe von 30 000 Euro geht. Sie spielen das Computerspiel „Counterstrike: Global Offensive“. Geschlafen wird in doppelstöckigen Bundeswehrbetten. Gut zehn Stunden trainiert das Team täglich während des Trainingslagers in Peine. Das heißt: Vor dem Computer sitzen, Taktik pauken, Zielen üben. „Wir gehen alle Karten durch, trainieren die Laufwege ohne Gegner, probieren Taktiken aus, abends haben wir Testspiele“, erklärt Spieler André Kempa, genannt Kirby.

Zwei Tage lang werden die Spieler dabei von den Wissenschaftlern aus Köln getestet. Die dokumentieren den Puls, nehmen vor, während und nach dem Training Speichelproben der jungen Erwachsenen, um diese dann im Labor auf den Cortisol-Spiegel zu untersuchen. Cortisol ist als das Stresshormon im menschlichen Körper bekannt.

Warum bei den „Playing Ducks“ in Peine? „Hier im Teamhaus gibt es das ideale Setting für unseren Test“, sagt Peter Schams, wissenschaftliche Fachhilfskraft der Sporthochschule. „Alle Spieler haben die selbe Umgebung, das ist für uns sehr wichtig. Und wir können die Messungen selbst vor Ort kontrollieren.“

Die spannende Frage lockte auch den NDR in die Fuhsestadt. Franziska Mahn drehte für den Onlineauftritt der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt. „Wir wollen die ,Playing Ducks‘ vorstellen und den E-Sport im Allgemeinen. Dass der jetzt wissenschaftlich erforscht wird, ist sehr spannend“, sagt die Journalistin am Rande des Pressetermins. „Das Thema hat ja mittlerweile schon eine gewissen Relevanz.“ Dem würde der Vereinsvorsitzender Thorsten Mohr wohl zustimmen. Und auch, dass E-Sport wirklich ein Sport ist, steht für den 40-Jährigen fest: „Für mich zählt es als Ausdauersport, ja, auch als Leistungssport, wenn auch kein klassischer wie Fußball. Man muss über lange Zeit seine Konzentration, seinen Fokus halten. Das ist anstrengend und eben auch eine Leistung.“

js

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung