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Sorge um Zukunft der Haupt- und Realschulen

Peine Sorge um Zukunft der Haupt- und Realschulen

Kreis Peine. Der Kreis-Elternrat bangt um Schulstandorte mit Haupt- und Oberschulen, aufgrund sinkender Anmeldezahlen könnten diese Schulformen zum Auslaufmodell werden. Die Eltern haben sich deshalb in einem Schreiben an die Kreispolitiker gewandt und die Kandidaten für die Kommunalwahl am 11. September um eine Stellungnahme gebeten.

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Die Wendeburger Aueschule (kl. Bild) kämpft um ihr Überleben, während im Schulzentrum Edemissen (rechts) eine neue IGS an den Start ging.

„Wir fragen uns, ob der Schulentwicklungsplan, so wie er aktuell veröffentlicht ist, überhaupt noch umgesetzt werden kann“, sagte Kreis-Elternratsvorsitzender Marc-Alexander Becker. Die Eltern vertreten zudem die Ansicht, dass die Schulentwicklung, wie sie von der Kreisverwaltung im Januar 2015 veröffentlicht wurde, nur eine Schulbestandsaufnahme mit Empfehlungen darstellt. „Bisher ist seitens der Kreispolitik kein Beschluss zur Schulentwicklungsplanung erfolgt, sondern es wurde lediglich punktuell die Schullandschaft verändert“, heißt es in dem Schreiben an die Politiker.

Für die Eltern müssten auch die Schuleinzugsbezirke zur Debatte stehen. Nach ihrer Ansicht sollten die Bezirke, die festlegen, welche Schüler welche Schule besuchen müssen, gestrichen werden. Stattdessen müsse es einen gesunden Wettbewerb der Schulen geben.

„So könnten sich Schulen mit speziellen Angeboten oder speziellen pädagogischen Ausrichtungen etablieren“, betonte Becker. Das Resultat wäre eine Schullandschaft mit breit gefächerten Angeboten, in der jedes Kind eine passende Schule finde.

Eine weitere drängende Frage für die Eltern ist der Umgang mit den vielen Flüchtlingskindern und deren Integration. Sie wollen von der Politik wissen, wie die Schüler auf die Schulformen verteilt werden.

Zudem möchten die Eltern wissen, welche Gruppen - außer den im Kreistag vertretenen Parteien - bei der Aufstellung eines Schulentwicklungsplanes beteiligt werden müssen.

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Die Schülerzahlen

Insgesamt liegen die Schülerzahlen im Peiner Land noch auf einem relativ stabilen Niveau. So besuchten im jüngst abgelaufenen Schuljahr 9649 Schüler die allgemeinbildenden Schulen im Peiner Land. Dabei nicht mitgezählt werden die Schüler der Berufsbildenden Schulen.  Die aktuellen Schülerzahlen liegen erst in einigen Tagen verbindlich vor. 2013/14 waren es an den Schulen 9403 Anmeldungen. Zwischendurch lagen die Zahlen 2014/15 deutlich höher bei 9788 Anmeldungen.

Interessant ist die Entwicklung an den Hauptschulen. So stiegen die Anmeldezahlen aus dem Schuljahr 2013/14 von 73 auf 136 im abgelaufenen Schuljahr. Es gibt also eine deutliche Steigerung. Wie von den Eltern befürchtet, muss jedoch die Oberschule (in Wendeburg) kämpfen. Gab es 2013/14 noch 59 Anmeldungen, waren es zwei Jahre später nur noch 31.

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Politiker und Verwaltung nehmen Stellung zu den Fragen

Auf die Fragen der Eltern haben die Fraktionen von SPD und CDU im Kreistag bereits schriftlich geantwortet. Die PAZ sprach mit den Fraktionsvorsitzenden Frank Hoffmann (SPD) und Hans-Werner Fechner (CDU). Außerdem bezog Kreis-Sprecher Henrik Kühn aus Sicht der Verwaltung Stellung.

„Wir bieten unseren Schülern hier im Landkreis Peine ein überaus facettenreiches und vielseitiges Bildungsangebot von außerordentlich hoher Qualität, bei dem wir selbstverständlich auch die Schulentwicklungsplanung nicht außer Acht lassen“, sagte Henrik Kühn von der Kreisverwaltung. Dazu liege die fachliche Einschätzung des Gutachters vor. „Dieses Gutachten ist jedoch nicht dazu gedacht, unmittelbar und in einem Zug umgesetzt zu werden, sondern erweist sich insbesondere als geeignete Grundlage, um speziellen Standortanforderungen gerecht werden zu können. Dieses bedarf dann einer jeweiligen politischen Diskussion im konkreten Einzelfall, an deren Ende in aller Regel eine entsprechende Beschlussfassung steht – jüngst geschehen im Zuge der Einrichtung unserer neuen IGS in Edemissen“, erläuterte Kühn. Weil sich die Schullandschaft durch sich variierende Schülerzahlen und der Änderung gesetzlicher Rahmenbedingungen stets verändere, sei ein starrer „Masterplan“ aus Sicht der Verwaltung auch nur wenig hilfreich.

Frank Hoffmann betonte, dass die SPD an einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Schullandschaft arbeite und sich dabei an den Interessen der Eltern, aber auch dem gesetzlichen Rahmen und dem demografischen Wandel orientiere. Die Aufhebung der Schuleinzugsbezirke sei bei Lehrern und Eltern an Gymnasien auf wenig Gegenliebe getroffen, bei Gesamtschulen gebe es inzwischen Möglichkeiten. Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre geht Hoffmann trotz großer Herausforderungen davon aus, dass Schulen und Schulformen im Peiner Land erhalten werden können.

Die CDU bemängelt, dass es keinen verbindlichen Schulentwicklungsplan für den Landkreis gibt. Alle Schulen im Kreis müssten in den Fokus rücken, sagte Hans-Werner Fechner. Bei der Aufstellung solch eines Planes bedarf es ihm zufolge der Zusammenarbeit der Politik, betroffener Eltern und Lehrer sowie der zuständigen Behörden. Für ihn sind vier Aspekte wichtig: „Schulqualität, Schulstandorte, Schulbezirke und Schülerbeförderung.“ Eine Diskussion zur Aufhebung der Schulbezirke scheut er nicht, dabei müssten aber die vier Aspekte berücksichtigt werden.

pif

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