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So weit die Füße tragen

„Tier des Monats“ So weit die Füße tragen

Manche finden ihn einfach ekelig, andere halten ihn für ein echtes Koordinationswunder – denn schließlich muss der Riesenschnurfüßer mit bis zu 130 Beinpaaren klarkommen. Und wenn man bedenkt, wie stockelig so mancher Fußballer in der Bundesliga mit seinen nur zwei Beinen teilweise herumstolpert, hat sich der Schwipp-Schwager des Tausenfüßers, der auch Tausendfüßler genannt wird, die Auszeichnung „Tier des Monats“ verdient.

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Leistet sein Tagwerk häufig in einem streng duftenden Lebensraum: Der Riesenschnurfüßer ist das „Tier des Monats“.

Quelle: privat

Peine-Vöhrum. „Der Riesenschnurfüßer und andere ,Krabbeltiere‘ – all diese kleinen oft unerwünschten wirbellosen Tiere, sind in der kalten Jahreszeit nahezu unsichtbar“, sagt Betina Gube, Leiterin des Ökogartens der Integrierten Gesamtschule in Vöhrum, mit dem die PAZ das „Tier des Monats“ präsentiert. „Sie ziehen sich im Winter in die Erde zurück und halten Winterstarre.“ Viele besitzen eine Art Frostschutzmittel, um sich vor dem Einfrieren zu schützen, andere nutzen Mäusegänge, um tief in frostfreie Erdbereiche vorzudringen oder überwintern im wärmenden Kompost. In den wärmeren Tagen sind sie dann „auf Arbeit“. Sie fressen und fressen.

Schnurfüßer gehören zu den Doppelfüßern und diese wiederum zur Klasse der Tausendfüßer. In Mitteleuropa sind etwa 700 Schnurfüßer-Arten bekannt, davon sind ungefähr 50 Arten in Deutschland heimisch. Je nach Art und Alter erreichen heimische Schnurfüßer Längen von 7 bis 47 Millimetern. Der Körper der Schnurfüßer ist gestreckt, besitzt einen runden Querschnitt und besteht aus mehr als 32 einander ähnlichen Körpersegmenten, an denen jeweils zwei Paar Laufbeine sitzen.

Schnurfüßer sind in Gärten und Wäldern unter der Rinde von Baumstümpfen, im Falllaub und unter Steinen an sonnigen Wegrändern zu finden. Bei Gefahr können sich die Tiere mit dem Kopf in der Mitte zusammenrollen. Viele Arten scheiden dabei ein giftiges Sekret aus. Sie häuten sich mehrmals, wobei nach jeder Häutung ein neuer Körperring mit zwei Beinpaaren dazukommt – maximal bis zu 130.

Schnurfüßer ernähren sich hauptsächlich von verrottenden Pflanzen und Resten toter Tiere. Ohne die vielen kleinen und größeren Helfer bei der Zersetzung des toten organischen Materials gebe es keinen duftenden Waldboden, keinen schwarzen Kompost, keine neue Lebensgrundlage für Pflanzen und Tiere. „Oft ekeln wir uns vor diesen Tieren, leisten sie ihre Arbeit ja auch häufig in einem streng duftenden Lebensraum“, sagt Gube.

Im Tier- und Ökogarten haben die Besucher nun die Gelegenheit, diese unersetzbaren Helfer im biologischen Kreislauf genauer anzusehen und ihren Ekel zu überwinden. Egal ob große oder kleinere „Ekeltiere“, die im Verborgenen leben, wie Schaben, Käfer, aber auch Mäuse und eigentlich gar nicht ekelige Spinnen und Schlangen – all diese Tiere laden am Sonntag, 3. Januar, ein, sie genauer zu betrachten.

Außerdem gibt es am „Ekelsonntag“ eine Ausstellung über Hühnerintensivhaltung. „Diese Mastanlagen sind auch nicht sehr appetitlich“, erläutert die Biologin. „Wir zeigen aber nicht die ganz ekeligen Seiten – der Besucher soll sich selbst ein Bild machen“. Die Veranstaltung findet zwischen 10 und 16 Uhr im Ökogarten der IGS Vöhrum statt.

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