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Singphoniker traten im Forum auf: Komplettes Konzert ohne Mikrofone

Peine Singphoniker traten im Forum auf: Komplettes Konzert ohne Mikrofone

Peine. Künstlerische Individualität und solistische Singqualität in den Dienst eines frappierend vielseitigen und in höchstem Maße interpretationsfähigen Ensemble-Klanges zu stellen - dies durften im gut gefüllten Peiner Forum die Zuhörer des Kulturring-Konzertes live und in geradezu faszinierender Weise erleben: Hier gastierte eine Vokal-Gruppe, die sich vor gut 30 Jahren an der Münchener Musikhochschule gründete und noch heute deutschlandweit ihresgleichen sucht: die Singphoniker.

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Die Singphoniker ernteten bei ihrem Konzert in Peine regen Beifall.

Quelle: cb

Dabei überzeugten Benno Schachtner (Countertenor), Daniel Schreiber und Henning Jensen (Tenor) sowie Michael Mantaj (Bass-Bariton) und Christian Schmidt (Bass) mit ihrem ersten stimmlichen Einsatz: Aus dem akustischen Nichts kommend, erklang Thomas Weelkes „Hark all ye lovely saints above“ ansatzlos in einer solchen Geschlossenheit, dass den Zuhörern der Atem stockte.

Die Umsetzung dieses beispielhaften Madrigals der englischen Renaissance offenbarte denn auch gleich weitere kennzeichnende Merkmale dieser Singphoniker: ein Höchstmaß an klanglich durchsichtigen, dynamisch sehr beweglichen Linienführungen und identischer Deklamation, blitzsaubere Intonation und nicht zuletzt eine unglaubliche Einfühlsamkeit jedes Einzelnen in die anspruchsvolle Interpretationsebene dieses Vokalensembles - und das alles ohne Mikrofone.

Das gesamte Programm „... just songs!“ bot jene Vielfalt und Abwechslung, die von den beiden Moderatoren Daniel Schreiber und Christian Schmidt pointiert und humorvoll skizziert wurden. Mehrfach wechselte die Gruppe die Epochen und Genres, belegte aber trotz der gewollten Kontraste in allen Vorträgen die Gemeinsamkeit zeitloser Werte des Ensemble-Singens, nämlich bei aller Freude über das eigene Musizieren beim Zuhörer Staunen, Schmunzeln, Lachen, Innehalten oder eben nur schlichtes Genießen zu initiieren.

Als sechstes Gruppenmitglied gesellte sich am Klavier als brillierender Instrumental-Virtuose Berno Scharpf hinzu, eigene Akzente setzend und gleichsam den Vokalklang bereichernd. So in der herrlichen Persiflage „Chatroom für fünf Männerstimmen und Klavier“ des zeitgenössischen Komponisten Enjott Schneider, die den Datenmüll im Internet und die zum Selbstzweck degradierte Eingabegeschwindigkeit im Netz sowie den Cyber-Tratsch und -Quatsch thematisierte: Und in der Tat begleiteten die Zuhörer laut lachend die lexikalischen Chat-Übersetzungen und die kuriosen Sentenzen wie „Das Leben ist Scheiße, aber die Grafik ist geil!“.

Schwarz-humoristische Werke des österreichischen Komponisten Georg Kreisler wie „Mörderische Moritat“ und „Meine Frau hat mich verlassen - Gott sei Dank!“ standen im Zentrum des zweiten Konzertteils. Die Ouvertüre zur Rossini-Oper „Wilhelm Tell“ und Beispiele romantischer Werke komplettierten eine unglaubliche Bandbreite des Ensembles, das am Ende dem überaus dankbaren Publikum noch zwei begeisternde Zugaben schenkte.

hl

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