Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Silvester-Musik riss Publikum von Bänken

Peine Silvester-Musik riss Publikum von Bänken

Peine. Das Schöne an Feiertagen, speziell an denen mit Lichterbaumglanz und rituellen Mahlzeiten, ist für die Großeltern- und Elterngeneration normaler Weise der temporäre Heimaturlaub ihrer Sprösslinge. Profitiert von einem solchen Besuch auch noch die Öffentlichkeit, umso besser. Wie jetzt beim Silvester-Konzert in der St. jakobi-Kirche.

Voriger Artikel
So rutschten die Peiner ins neue Jahr!
Nächster Artikel
Polizei: Mehrere Unfälle mit Verletzten

Stephanie Lönne und Ehemann Max Buchberger-Lönne (rechts) sowie Friedhelm Flamme musizierten in der St. Jakobi-Kirche.

Quelle: bol

So beispielsweise jener des Ex-Peiners und Kirchenmusikers Max Buchberger-Lönne samt Gattin, der Sopranistin Stephanie Lönne, wenn jene auch diesmal die seit Jahren sehr geschätzte Silvester-Musizierstunde gestalten. Zur kongenialen Mitwirkung hatten sich die musizierenden Eheleute der Mitwirkung des Organisten Friedhelm Flamme versichert, unter anderem Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik in Detmold. Um es vorweg zu nehmen: Das Trio riss mit seinem provokant-kontrastreichen Programm das Publikum in der vollbesetzten St. Jakobi-Kirche buchstäblich von den Sitzen.

Wie zum Aufseufzen hübsch lullen sie zuerst mit Truhenorgel (Flamme), Trompete (Buchberger-Lönne) und Gesang ein: „Ein Liedlein süß thut stimmen an“. Fanfarenklang schreckt anschließend auf und leitet in Allesandro Melanis italienischen Kampfgesang über die unterschiedlichen Verwerfungen im Kriegsgetümmel des Geschlechterkampfes über, wo Lönnes Sopran auf Italienisch immer wieder wie das lodernde Flammenschwert einer streiterprobten Amazone dazwischen fährt.

Apropos Flammenschwert: Wenn Friedhelm Flamme anschließend die St. Jakobi-Orgel mit der „Batalha in F“ eines unbekannten spanischen Komponisten sagen wir „testet“, wird sie buchstäblich zu einem musikalischen Flammenwerfer. So krass die Staccati, so massiv das Fortissimo! Flammes Komposition „Toccata Francese“ erinnert in ihrer klanglichen Wucht, in ihren Steilkurven, Verschlingungen, auditivem Vollgas und punktueller Vollbremsung eher an eine Sequenz aus einem Action-Soundtrack als an Psalm 98. Eher beschwingt dagegen Mozarts „Laudate Dominum“, dessen kompositorische Gemeinheiten die Sopranistin geradezu lässig meistert.

Flamme lässt es mit William Mathias „Processional“ auf der Orgel diesmal im Marschtempo und im Gleichschritt mit Buchbergers Trompetendruck plastisch krachen, und besonders bei Francis Thomes „Fantaisie“ lassen sie merken: Konkurrieren elektrischer Blasebalg und menschliche Lungenkraft, ist gegenseitige Rücksichtnahme unumgänglich. Bedeutet: Flamme und Buchberger wetteifern nicht, sie ergänzen sich - besonders, wenn sie die Sopranistin zu Wort kommen lassen: mit Max Regers „Mariä Wiegenlied“ beispielsweise oder Parrys „Jerusalem“.

Das Schöne an den Feiertagen ist eben auch der Besuch der Buchberger-Lönnes. Auf Wiederhören! Sehr gerne!

uj

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Konzert für Schüler in Ilsede
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung