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Sechs Jahre Freiheitsstrafe für 25-jährigen Peiner

Landgericht Hildesheim: Nach Bäckerei-Überfall Sechs Jahre Freiheitsstrafe für 25-jährigen Peiner

Der Überfall auf eine Bäckerei-Filiale im November letzten Jahres dauerte nur wenige Minuten, und ebenfalls nur wenige Minuten später war der Täter gefasst. Gestern ist der 25-Jährige vom Landgericht Hildesheim wegen besonders schweren Raubes zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und Unterbringung in einer Alkohol-Entziehungsanstalt verurteilt worden.

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Der 25-Jährige im Saal des Landgerichts Hildesheim mit seinem Verteidiger Manfred Christian.

Quelle: Wiebke Barth

Peine/Hildesheim. Der junge Mann hatte die Tat vor Gericht eingeräumt, doch an sein Motiv erinnere er sich nicht: „Ich kann mir auch nicht erklären, was mich da geritten hat.“ Seine Freundin habe nachmittags telefonisch mit ihm Schluss gemacht. Er habe daraufhin zusammen mit einem Freund in kurzer Zeit sehr viel Alkohol getrunken.

Auf dem Heimweg betrat er die Bäckerei an der Stederdorfer Straße, trat direkt hinter den Tresen und forderte Geld von einer Verkäuferin. Sie räumte gerade auf, es war kurz vor Ladenschluss. Im ersten Moment nahm die Frau den 25-Jährigen gar nicht ernst, bis er ein aufklappbares Rettungsmesser in der Hand hielt und es aus nächster Nähe direkt auf ihren Körper richtete. Sie öffnete die Kasse, er nahm etwas mehr als 500 Euro heraus und verschwand.

Da an diesem Tag eine Demonstration in der Peiner Innenstadt stattfand, befand sich ein Polizist mit seinem Streifenwagen ganz in der Nähe. Er hörte über Funk von dem Überfall und sah sich nach möglichen Zeugen um.

Er entdeckte den Angeklagten im Gespräch mit einer Bekannten und wollte die Personalien überprüfen. Bevor der 25-Jährige daraufhin verschwinden konnte, kam schon ein Streifenwagen dazu. Die Polizisten hatten jedoch große Schwierigkeiten, den Mann festzunehmen. Er habe um sich getreten, geschlagen und wüste Beleidigungen ausgestoßen. Mehrere Polizisten seien nötig gewesen, ihn festzuhalten.

Vor Gericht entschuldigte sich der Angeklagte bei den Beamten. An die Verkäuferin hatte er schon zuvor über seinen Anwalt einen Entschuldigungsbrief gerichtet. Der kam jedoch nicht gut an, die Frau empfand ihn als heuchlerisch.Sie sei seit dem Überfall furchtbar schreckhaft, breche ständig in Tränen aus, berichtete sie: „Ich kann es nicht abstellen, das geht einfach nicht weg.“ Dabei wolle sie sich ihr Leben nicht von der Tat bestimmen lassen und arbeite daher auch wieder in der gleichen Filiale.

Der psychiatrische Gutachter Axel Wentzel diagnostizierte eine Alkoholabhängigkeit bei dem Angeklagten. Der sei trotz rund zwei Promille Alkohol im Blut nicht erheblich in seiner Steuerungs- und Einsichtsfähigkeit beeinträchtigt gewesen.

Das Urteil entspricht den Forderungen der Staatsanwalt und der Nebenklage. Verteidiger Manfred Christian plädierte vergeblich dafür, den Fall als minderschwer anzusehen. Der mehrfach vorbestrafte 25-Jährige muss nach dem Urteil ein Jahr im Gefängnis verbüßen, ehe er eine etwa zweijährige Alkoholtherapie antreten kann.

bar

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