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Schulen im Peiner Land: Burgschule

PAZ-Serie Schulen im Peiner Land: Burgschule

In der Schullandschaft hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Welche Schulformen, Inhalte und pädagogischen Ansätze es aktuell im Landkreis Peine gibt, greift die PAZ in dieser Serie auf.

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Rektor Jan-Philipp Schönaich leitet die Burgschule. Er ist damit für rund 450 Schüler verantwortlich - 290 Haupt- und 160 Grundschüler.

Quelle: js

Peine. Hat die Hauptschule ihre Daseinsberechtigung verloren? „Ein ganz klares Nein“, sagt Jan-Philipp Schönaich. Er ist Rektor der Burgschule, die Grund- und Hauptschule vereint. Man müsse es nur richtig machen.

„Es gibt Schüler, die brauchen direkte Ansprechpartner und spezielle Ansprachen mehr als andere. Und Kinder, die durch Misserfolge schon Schulangst und Frust entwickelt haben“, erzählt Schönaich. Diesen Kindern biete die Hauptschule eine Möglichkeit, einen Neustart, mitunter eine zweite Chance. „Lernen funktioniert oft nur dann, wenn sich ein Kind wohl fühlt. Wir wollen nicht immer neuen Druck aufbauen und Frustration verschlimmern, sondern Druck nehmen und den Schülern Unterstützung geben.“

Wichtige Stützen im Konzept der Burgschule sind außer der schulischen Bildung auch Berufsorientierung und das Vermitteln von Sozialkompetenz. „Wir als Schule haben für die Schüler auch einen Auftrag in Sachen Erziehung.“ So werde verstärktes Sozialtraining in den Schulalltag integriert, Kommunikation untereinander gefördert und damit Toleranz und Akzeptanz geschaffen. Außerdem gehören mehrere Betriebspraktika zur Schullaufbahn eines Hauptschülers, Hilfe beim Erstellen von Bewerbungen, Vorstellungsgespräche-Training und mehr.

Das Bild vom aggressiven Hauptschüler könne Schönaich nicht stehen lassen, sagt der Schulleiter: „Prügeleien gibt es selten bis gar nicht. Und auch sonst ist es sehr friedlich.“ Das liege am System der Schule: „Es ist ein kleines, überschaubares System und wir haben sehr schnell die Möglichkeit, einzugreifen, wenn sich Probleme anbahnen. In riesigen Systemen, also riesigen Schulen, gehen Kinder regelmäßig unter“, sagt Schönaich. Somit gebe es Gewinner - und eben auch Verlierer. „In einem kleinen, kompakten System wie an unserer Burgschule kann man viel besser auf das Individuelle der Schüler eingehen und der Individualität gerecht werden.“

Das gelte vor allem auch für Kinder, die auf anderen Schulen zuvor gescheitert seien, sagt Schönaich. „Viele Schüler gehen in ihrer Schullaufbahn Umwege. Auf der Hauptschule bekommen sie eine zweite Chance. Es gibt Schüler, die können in kleineren Systemen einfach besser lernen als in großen.“ Auch Schüler mit Entwicklungsstörungen, etwa sozial-emotionalen Problemen oder sprachlichen Defiziten, gehen auf die Burgschule, ehemalige Förderschüler melden sich regelmäßig an, um ihren Hauptschulabschluss zu machen.

Hauptschulen dürften nicht aufgegeben werden: „Man würde nach einiger Zeit feststellen, dass es ohne sie nicht läuft“, prognostiziert Schönaich. „Wir haben zwar manchmal mit der Begrifflichkeit ‚Hauptschule‘ zu kämpfen, aber viele Eltern erkennen mittlerweile: Die Kinder kommen hier leichter zum Ziel.“ Und erfolgreich: Denn viele Burgschüler werden schon in Klasse 9 von Unternehmen umworben, die einen Ausbildungsplatz versprechen, andere gehen auf Realschule, BBS oder später sogar auf ein Gymnasium. Denn Hauptschüler zu sein, heißt eben nicht: Verlierer sein. Ein Schritt zurück ist manchmal einfach nur Anlauf nehmen...

js

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