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„Schreckliche, unmenschliche Dinge erlebt“

Peine „Schreckliche, unmenschliche Dinge erlebt“

Tränen flossen bei einigen Besuchern am Sonnabend bei der Veranstaltung zum 50. Jahrestag der Aufstellung des Falkenberger Gedenksteines am Kreishaus.

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Zahlreiche Besucher waren zur Jubiläums-Veranstaltung ins Kreishaus gekommen.

Quelle: Ralf Büchler

Peine. Der Gedenkstein war am 6. August 1960 in Peine aufgestellt worden, um an die vielen Opfer und Vertriebenen im ehemaligen schlesischen Falkenberg im heutigen Polen zu erinnern. Falkenberg – das heute Opole heißt – ist Partnerkommune des Landkreises Peine.

 

70 ältere Besucher kamen zur Veranstaltung in den großen Sitzungssaal des Kreishauses, um die Rede des Peiner Historikers Dr. Jens Binner zu hören.

 

Binner ging in seinem Vortrag auf das damalige polnische Internierungslager Lamsdorf ein, in dem in den Jahren 1945 und 1946 „5000 aus ihren Häusern vertriebene Deutsche interniert waren, von denen 1000 bis 1500 ums Leben gekommen sind“. Viele seien wegen der mangelnden Hygiene an Typhus gestorben. Das Leben in dem Internierungslager sei laut Augenzeugen „die Hölle gewesen“.

 

Das Leben der Deutschen habe damals aus Schikane, Zwangsarbeit und Misshandlungen bestanden. Der Historiker betonte jedoch: „Es ist aber falsch, wenn man von einem polnischen Konzentrationslager spricht. Es ist richtig, dass in Lamsdorf Deutsche bis zum Tod gequält wurden, aber man darf keine falschen Begriffe benutzen. Das relativiert die unglaublichen Schrecken in den deutschen KZs.“

 

Es gab großen Applaus, bis unabgesprochen Gerda Skibitzki unter Tränen ans Mikrofon trat. Die ältere Dame hat das Lager Lamsdorf überlebt.

Sie sagte: „Ich habe dort meine Eltern verloren und schreckliche, unmenschliche Dinge erlebt. Trotzdem habe ich keinen Hass auf die Polen und sogar Freunde und Verwandte dort. Ich verlange aber, dass auch die Polen zugeben, dass sie dort schlimme Sachen gemacht haben. Ich betone auch, dass Lamsdorf kein Arbeitslager war, denn dort lebten viele Mütter mit Kindern. So etwas darf nie wieder geschehen.“ Es folgte noch größerer Applaus und zahlreiche Tränen flossen.

 

Nach dem Vortrag gingen alle 70 Teilnehmer der Veranstaltung gemeinsam zum Gedenkstein vor das Kreishaus am Schlossberg und legten Kränze nieder.

tk

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