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Schleuser (25) drohen vier Jahre Gefängnis

Lengede Schleuser (25) drohen vier Jahre Gefängnis

Lengede/Hildesheim. Am Landgericht Hildesheim muss sich seit gestern ein 25-Jähriger aus Essen verantworten, der nach eigenem Geständnis als Schleuser Libanesen und Syrer nach Deutschland geholt hat. Ein Urteil gibt es noch nicht, es drohen ihm aber vier Jahre Haft.

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Der Angeklagte (l.) und sein Verteidiger saßen am Mittwoch beim Prozessauftakt wegen gewerbsmäßiger Schleusung vor dem Landgericht Hildesheim.

Quelle: Foto: dpa

Für die Flugreise mit gefälschten Pässen von Beirut oder der Türkei aus kassierte die Bande aus Mhallamiye-Kurden laut Anklage bis zu 10 000 Euro pro Person. Die Bande war aufgeflogen, und bei einer Polizei-Razzia im November 2015 wurden auch in Lengede Räume durchsucht und Beweismittel wie handschriftliche Aufzeichnungen sowie Belege beschlagnahmt (PAZ berichtete).

Von einer zehnköpfigen libanesischen Familie, die schließlich in Malaysia strandete, verlangten die Schleuser 90 000 Dollar (etwa 80 000 Euro) - angeblich um einen deutschen Botschafter zu bestechen. Im Gegenzug für ein Geständnis des 25-Jährigen verständigten sich Anklage und Verteidigung zu Prozessbeginn auf ein Strafmaß von dreieinhalb bis vier Jahren Haft. Laut Anklage betrug der kriminelle Verdienst des 25-Jährigen binnen drei Jahren rund 100 000 Euro.

Die Bundespolizei hatte den Schleuser-Ring im November gesprengt. Fast 600 Beamte hatten gleichzeitig Gebäude in 25 Orten in Niedersachsen (darunter Lengede), Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg durchsucht. Sieben Verdächtige wurden festgenommen, darunter auch der 25-Jährige.

Bei den Mitgliedern der Schleuserbande handelt es sich nach Angaben der Bundespolizei um „Angehörige eines libanesisch-kurdischen Familienclans“. Die Gruppen seien den Ermittlern durch schwere Gewaltstraftaten im Rotlicht- und Rauschgift-Milieu aufgefallen.

Vor Gericht gab der Angeklagte auf Befragen des Richters Einblick in die Praxis der Schleuser. Per Whatsapp geschickte Passfotos und ein Handyfoto mit Reisepassdaten genügten, um einen Tunesier in Essen zu beauftragen, falsche Aufenthaltsgenehmigungen zu erstellen. Diese klebte die Bande in die Pässe und stempelte sie mit einem Behördenstempel ab. Selbst Pässe von in Deutschland lebenden Menschen wurden verwendet, um Migranten einzuschleusen.

Angesichts der in Aussicht gestellten Strafe bestätigte der Angeklagte reihenweise Namen von Komplizen und erläuterte, wer auf Facebook-Fotos zu sehen ist, die die Fahnder aus dem Netz gezogen hatten. Bei manchen Namen aber schwieg er. „Das könnte Ärger auslösen“, erklärte sein Anwalt. Weiterverhandelt wird vor Gericht am 22., 26. und 29. April.

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