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Schimpanse im Zirkus Belly: Peta kritisiert Haltung

Peine Schimpanse im Zirkus Belly: Peta kritisiert Haltung

Peine. Ab morgen gastiert der Zirkus Belly auf dem VfB-Platz in Peine. Mit dabei: Schimpanse Robby (44), der letzte Menschenaffe in einem deutschen Zirkus. Die Tierrechtsorganisation Peta hat deshalb gestern Alarm geschlagen und das Peiner Veterinäramt aufgefordert, die Mindestrichtlinien für Schimpansen-Haltung durchzusetzen.

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Schimpanse Robby in seinem Gehege.

Quelle: dpa

Gegen diese Richtlinien verstoße der Zirkus laut Peta seit Jahren. Zirkusdirektor Klaus Köhler weist die Kritik allerdings zurück und greift Peta an.

Hintergrund: Im Dezember vergangenen Jahres entschied das Verwaltungsgericht Lüneburg in einem Eilverfahren, dass die Einzelhaltung des Affen zwar tierschutzwidrig ist, er aber vorerst weiter mit der Familie auf Tour gehen darf und nicht wie von Peta gefordert, sofort in eine Auffang-Station umziehen muss. Ob der betagte Affe allerdings auch seinen Lebensabend im Zirkus Belly verbringen wird, ist weiterhin fraglich. Ende diesen Jahres will das Verwaltungsgericht darüber entscheiden.

Peter Höffken, zuständiger Fachreferent bei Peta, sagt: „In einer Auffang-Station stünden dem Schimpansen 400 Quadratmeter Außen- und 200 Quadratmeter Innenfläche zur Verfügung sowie adäquate Kletterstrukturen, Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten.“ Beim Zirkus Belly lebe der Affe auf einem Bruchteil der vorgeschriebenen Gehege-Größe. Sein Käfigwagen, in dem er die meiste Zeit verbringe, messe gerade einmal zehn Quadratmeter.

Die für den Zirkus zuständige Genehmigungsbehörde, der Landkreis Celle, habe im August 2015 bestätigt, dass die Haltung nicht artgerecht sei und heutzutage nicht mehr genehmigt werden würde.

Peta setzt sich seit Ende 2011 für eine Herausnahme Robbys aus dem Zirkus ein. Die auf traumatisierte Schimpansen aus Zirkusbetrieben spezialisierte Auffangstation „Aap“ in den Niederlanden habe bereits angeboten, Robby aufzunehmen und zu resozialisieren, so Höffken. Für eine dortige Unterbringung habe sich auch die weltbekannte Schimpansen-Forscherin Jane Goodall augesprochen, nachdem sie 2015 ein Video von Robby gesichtet habe.

Das ehrenamtliche „Peta-Zwei-Streetteam“ aus Hildesheim wird Zirkusbesucher in Peine am Sonntag, 10. April ab 13.30 Uhr bis zum Vorstellungsbeginn um 15 Uhr über die Tierschutz-Problematik informieren.

Zirkusdirektor: „Robby ist ein fester Teil unserer Familie“

Peine. „Was diese Leute von Peta sagen, ist absoluter Blödsinn“, sagt Zirkusdirektor Klaus Köhler (67) zur Kritik der Tierrechtsorganisation an der Haltung seines Schimpansen Robby. Der Affe könne zudem gar nicht resozialisiert werden, da er mittlerweile 40 seiner 44 Lebensjahre in seiner Familie lebe und ein fester Teil von ihr sei.

Robby sei mit seinen Kindern aufgewachsen und groß geworden, erklärt Köhler, der davon überzeugt ist, dass es dem Tier eher schlechter als besser gehen würde, wenn er es abgeben müsste. „Viele Leute, die gesehen haben, wie menschlich Robby ist, haben gesagt, dass er hier bei uns bleiben muss“, sagt der Zirkusdirektor. „Wir beschäftigen uns vier Stunden am Tag mit ihm“, sagte er kürzlich in einem Interview.

Köhler ist überzeugt: „Robby geht es gut bei uns! Wenn die Haltungsbedingungen tatsächlich so schlimm wären, wie von Peta behauptet, wäre er doch schon gar nicht mehr hier. Er sollte seine letzten Lebensjahre bei seiner Familie, bei uns verbringen.“ Menschenaffen wie Robby könnten bis zu 55 Jahre alt werden, so der Zirkus-Chef.

Der Sprecher des Landkreises Peine, Henrik Kühn, bestätigte gestern auf Anfrage den Eingang des Schreibens der Tierrechtsorganisation Peta, die das Veterinäramt (gehört zum Landkreis), aufgefordert hat, die Mindestrichtlinien für Schimpansen-Haltung durchzusetzen.

Kühn sagt: „Der Zirkus Belly verfügt über eine gültige Erlaubnis zur Haltung des Schimpansen Robby mit Auflagen zu den Haltungsbedingungen. Eine dieser Auflagen lautet, dass der Schimpanse nicht mehr öffentlich zur Schau gestellt werden darf. Unser Fachdienst Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung wird den Zirkus Belly in Kürze überprüfen.“ Dabei soll unter anderem festgestellt werden, inwieweit die Erlaubnis-Auflagen bezüglich der Haltung aller Tiere eingehalten werden.

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