Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Salzgitter AG: Dubiose Provisionszahlungen bringen Stahlkonzern in Bedrängnis

Peine Salzgitter AG: Dubiose Provisionszahlungen bringen Stahlkonzern in Bedrängnis

Peine/Salzgitter. Der Stahlkonzern Salzgitter AG, zu dem die Tochterfirma Peiner Träger gehört, steht im Verdacht, im Zusammenhang mit Geschäften im mittleren Osten und in Afrika Provisionszahlungen von 122 Millionen Euro unzulässig als Betriebsausgaben verbucht zu haben.

Voriger Artikel
Kult-Rockband Jane tritt in Gadenstedt auf - mit dem kranken Werner Nadolny
Nächster Artikel
Schützenplatz: Unfallfahrer flüchtet

Das Firmenschild vor der Zentrale der Salzgitter AG. Der Stahlkonzern steht im Verdacht, dubiose Provisionszahlungen getätigt zu haben.

Quelle: A

Die Geldströme deuten darauf hin, dass Schmiergelder gezahlt worden sein könnten. Das berichtet das Magazin „Stern“ unter Berufung auf ein laufendes Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Das bringt den Konzern in Bedrängnis, der jedoch die Vorwürfe bestreitet.

Im März und im Mai dieses Jahres hatten Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung die Firmenzentrale sowie die Tochter Peiner Träger durchsucht und ein Steuerverfahren eröffnet (PAZ berichtete). Seitdem herrschte in der Öffentlichkeit Rätselraten über die Hintergründe der Razzien. Die Rede war von „steuerlich nicht anzurechnenden Betriebsausgaben“ sowie „steuerlich unzulässigen Rückstellungen“.

Tatsächlich geht es um mehr als um Bilanzakrobatik. Laut Durchsuchungsbeschluss vom 23. April 2014 wurden in den Jahren 2005 bis 2009 hohe Summen als Betriebsausgaben abgesetzt, doch nicht immer passen die Geldströme aus Sicht der Fahnder zu den angegebenen Empfängern. So überwies die Konzerntochter Salzgitter-Mannesmann-International bei Geschäften mit Stahlröhren im Iran über die Jahre angeblich rund 28 Millionen Euro an Vermittlungsprovisionen. Das Geld soll zunächst auf das Schweizer Konto eines Geschäftspartners aus Teheran geflossen sein. Auf dieses Konto soll jedoch auch ein Salzgitter-Manager Zugriff gehabt haben. Dieser habe ebenfalls Gelder weitergeleitet. Der Kreis der Begünstigten ist noch nicht geklärt.

Im Fall von Exporten ins westafrikanische Nigeria flossen noch weit höhere Summen. Hier steht laut Durchsuchungsbeschluss die Verwendung von insgesamt 94,7 Millionen Euro in Frage. In einem Fall sollen 1,4 Millionen Euro in bar geflossen sein. Salzgitter gibt auf „Stern“-Anfrage an, sich bisweilen „nicht konzernzugehöriger Vermittler“ zu bedienen und dabei „geschäftsübliche“ Provisionen zu zahlen.

Die Vorwürfe weist der Konzern laut „Stern“ zurück: „Salzgitter vertritt die Auffassung, sämtliche Zahlungen zutreffend behandelt zu haben“. Die dubiosen Zahlungen bringen zudem Probleme für die rot-grüne Landesregierung. Das Land ist mit 26 Prozent größter Eigner bei Salzgitter. SPD-Finanzminister Peter-Jürgen Schneider sitzt im Aufsichtsrat des Konzerns. Von 2003 bis 2013 war er als Arbeitsdirektor Vorstandsmitglied. Die Landesregierung lehnte einen Kommentar mit Verweis auf das Steuergeheimnis ab.

rd

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung