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Sally Perel besuchte Gymnasien

Peine Sally Perel besuchte Gymnasien

Nachdenkliche Stimmung im Peiner Ratsgymnasium: Vor etwa 150 Schülern des neunten und zehnten Jahrgangs sprach Sally Perel, der als „Hitlerjunge Salomon“ bekannt wurde, über seine Erinnerungen an das Dritte Reich. Anschließend war er in Vechelde zu Gast.

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Ratsgymnasium: Etwa zwei Stunden lang sprach Perel vor den rund 150 Schülern (Foto o.). – Vechelde: Am Nachmittag war Perel am Julius-Spiegelberg-Gymnasium zu Gast.

Quelle: cb/2, im

Peine. „Angesichts der Ereignisse in jüngster Zeit, ist es wichtiger denn je, die Erinnerung wach zu halten“, erklärte Schulleiter Dr. Jan Eckhoff. In seiner Begrüßung verwies er auf die Anschläge auf Läden türkischstämmiger Geschäftsleute in Peine. Wenige Schritte vom Ratsgymnasiums entfernt kam Perel 1925 am Damm als Sohn jüdischer Eltern zur Welt.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten floh er, wurde aber von der Wehrmacht gefangen. Um zu überleben, gab sich Perel als Volksdeutscher aus. Seine Lebenserinnerungen fasste er in dem Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon“ zusammen, das auch verfilmt wurde.

Vor den Schülern zeichnete der 86-Jährige ein berührendes und zugleich mahnendes Bild: „Unter ihren Uniformen waren die Nazis normale Menschen, keine Monster. Das ist das Erschreckende: Dass normale Menschen zu solchen Verbrechen fähig waren.“ Durch gezielte Beeinflussung habe man die „Gehirne der Jugend vergiftet“. Sogar auf ihn sei das nicht ohne Wirkung geblieben. „Die Hakenkreuze meiner Uniform habe ich verinnerlicht. Ich tat nicht so, als sei ich ein Hitlerjunge. Ich wurde ein Hitlerjunge“, so Perel.

Nachdrücklich warnte der 86-Jährige vor den Gefahren von Ideologien: „Ich möchte verhindern, dass ihr in ein solches Verderben getrieben werdet wie meine Generation.“

Jedes Jahr macht Perel Lesereisen. „Ich weiß, dass mein Zeitzeugenbericht in euren Seelen bleibt“, so der 86-Jährige zu den Schülern. „Wenn ich gehe, habe ich euch damit als Zeitzeugen hinterlassen. Bitte überliefert die Wahrheit weiter.“

Nach dem Vortrag am Peiner Ratsgymnasium besuchte Perel das Julius-Spiegelberg-Gymnasium Vechelde. Heute ist er am Peiner Gymnasium am Silberkamp zu Gast.

azi

Sally Perel: Der Lebensweg

Am 21. April 1925 wurde Salomon Perel in Peine geboren. Er lebte im Haus Damm 1 und besuchte die Wallschule. „Peine ist für mich ein besonderer Ort, an dem ich eine sehr glückliche Kindheit verbrachte, aber auch viel Leid erleben musste“, sagte Perel gestern.
Nachdem ihr Schuhgeschäft von den Nazis verwüstet wurde, zog die Familie Perel 1938 nach Lodz in Polen. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs flüchtete Sally Perel in den nun sowjetischen Teil Polens, wurde aber später von der Wehrmacht gefangen genommen. Heute lebt Perel in Israel.

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