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SPD-Chef Sigmar Gabriel besuchte BBS

Peine SPD-Chef Sigmar Gabriel besuchte BBS

Vöhrum. SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel ist immer für eine Überraschung gut und bei seinem Besuch gestern an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Vöhrum hielt er sich irgendwann nicht mehr an das Protokoll und sprach Klartext. Das machte die Diskussion mit den Berufsschülern erst richtig spannend.

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Sigmar Gabriel diskutierte angeregt mit Schülern über aktuelle politische Themen.

Quelle: Thorsten Pifan

Denn während die Schüler Fragen zur aktuellen politischen Lage in der Türkei stellten und Gabriel erklärte, dass die Europäer auch mit schwierigen Nachbarn zurecht kommen müssten, merkte er, dass einer der Schüler gar nicht mit den Statements des Politikers einverstanden war. Gabriel sprach den jungen Mann mit libanesischen Wurzeln direkt an und forderte ihn auf, seinen Unmut laut zu äußern.

Der Schüler zeigte sich verärgert, weil die „Medien“ immer wieder gegen den Islam „hetzen“ würden. Ihm käme es so vor, als machten die Medien die islamische Religion für den IS-Terror verantwortlich. Das ließ Gabriel nicht auf den deutschen Medien sitzen und forderte die Politiklehrerin des Schülers auf, unterschiedliche Fernsehbeiträge im Unterricht zu analysieren. „Ich bin auch gern bereit, Kontakte zu knüpfen, um Material für den Unterricht zu beschaffen“, sagte Gabriel. Wenn die Analyse vorliegt, so versprach der Politiker, werde er erneut in der Schule vorbeischauen, um das Ergebnis mit den Schülern zu diskutieren.

Zum Thema selbst sagte Gabriel: „Wir dürfen nicht die Religion mit den Menschen verwechseln, die sie missbrauchen und in ihrem Namen Terror verbreiten.“ Es sei eine Tatsache, dass der IS-Terror von Extremisten verbreitet werde, die sich auf den Islam berufen. Er stellte aber auch klar: „Deshalb dürfen wir aber nicht den Fehler machen und den Islam oder gar Muslime mit Terror in Verbindung zu bringen.“

Vorbereitet hatten den Besuch des Politikers - der sich zurzeit auf Sommertour befindet und einen ganzen Medientross im Schlepptau hatte - angehende Industriekaufleute. Laura Pieper und Lennart Scholz sowie Sarah Oppermann und Lennart Grigas hatten die Fragen an Sigmar Gabriel gerichtet. Dabei ging es auch um berufliche Bildung. In diesem Zusammenhang forderte der Peiner Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil (SPD) die Möglichkeit, dass der Bund auch Schulen direkt finanzieren darf. Gabriel unterstrich das und sagte: „Wir müssen Ganztagsschulen ausbauen sowie Sozialpädagogen und Psychologen an den Schulen einstellen. In einem reichen Land wie Deutschland muss das möglich sein.“

Bevor Gabriel die Schüler traf, wandte er sich auf dem Schulhof an eine Gruppe Flüchtlinge, die aus dem Sudan und aus Syrien stammen. Spontan sprach er kurz mit ihnen über die Situation und die Lage in Deutschland. Am Ende fragte einer der Flüchtlinge: „Aber jetzt habe ich mal eine Frage: Wer bist Du eigentlich?“

pif

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