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Rückblick: Die Tragödie von Groß Ilsede erschütterte ganz Deutschland

Kreis Peine Rückblick: Die Tragödie von Groß Ilsede erschütterte ganz Deutschland

Peine. Das Familiendrama von Groß Ilsede erschütterte ganz Deutschland: Heute vor einem Jahr tötete Andreas S. seine vier Kinder Lio (5), Lean (7), Noah (9) und Pia (12) und versuchte anschließend sich selbst das Leben zu nehmen. Als Motiv standen schnell Eheprobleme im Raum. Wie sich im später folgenden Mordprozess herausstellte, hatte sich die Mutter der Kinder offenbar wenige Stunden vor der Tat von Andreas S. getrennt - während sie im Urlaub war. Das Landgericht Hildesheim verurteilte den 37-Jährigen im November zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren, die er in einer psychiatrischen Einrichtung absitzen muss.

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15. Juni 2012: Ermittler am Tatort in Groß Ilsede.

Quelle: Jochen Lübke (dpa)

Rückblick: Es ist Donnerstag, der 14. Juni 2012, 23 Uhr: Die Mutter der vier Kinder erhält von ihrem Mann eine SMS mit dem Inhalt: „Fünf Herzen haben aufgehört zu schlagen.“ Weiter wirft er seiner Frau in der Kurznachricht vor, dass sie sich nie um die Kinder gekümmert habe und sich nur für Geld interessiere. Die Frau ahnt, dass etwas Schlimmes passiert sein könnte und alarmiert Verwandte. Wenig später treffen Rettungskräfte und die Polizei an dem Reihenhaus ein, dass die Familie in Groß Ilsede bewohnt.

Andreas S. und seine Frau leben zu diesem Zeitpunkt aufgrund von Eheproblemen bereits getrennt. Er ist nur vorübergehend wieder eingezogen, um während ihres Urlaubs auf die Kinder aufzupassen. Zwei Rettungssanitäter sind als Erste im Haus. Sie können nur noch den Tod der vier Kinder feststellen, die aufgereiht im Ehebett liegen. Im ganzen Haus ist es dunkel, die Sicherungen sind rausgeflogen, weil Blut in eine Mehrfachsteckdose gelaufen ist.

Während der folgenden Tage kommen immer mehr Details des Familiendramas ans Licht, die im später folgenden Gerichtsprozess bestätigt werden. Andreas S. schnitt seinen vier Kindern die Kehle durch. Seine drei Söhne schliefen arg- und wehrlos in ihren Betten.

Die zwölfjährige Pia soll noch wach geworden sein und sich zur Wehr gesetzt haben. Wenige Stunden zuvor hatte Andreas S. seiner Tochter von der endgültigen Trennung erzählt und ihr ein selbstgebasteltes Herz geschenkt, das eigentlich für ihre Mutter gedacht war. Beide weinten zusammen.

Als die Kinder am späten Abend des 14. Juni schliefen, muss Andreas S. irgendwann den Entschluss gefasst haben, sie zu töten. Ein Psychologe analysierte später, der Täter habe offensichtlich „in einer Art Selbstmordwahn einfach einen Schalter umgelegt“. Zuvor hatte der Gutachter dem 37-Jährigen eine Persönlichkeitsstörung attestiert und festgestellt, dass dieser unter schweren Depressionen leide und unter Alkoholeinfluss zu aggressiven Impulsen neige.

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