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Rollator-Fahrerin (80) hatte Ärger mit Tuifly

Peine Rollator-Fahrerin (80) hatte Ärger mit Tuifly

Peine. Eigentlich sollte Urlaub die schönste Zeit im Jahr sein. Doch für die Peinerin Elke M. (Name der PAZ bekannt) und ihre 80-jährige Mutter Lotte M. wurde der Flug mit Airberlin und dem Partnerunternehmen Tuifly nach Lanzarote zum Alptraum.

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Bei einem Flug der Tuifly gab es große Probleme für eine Peinerin und ihre körperlich behinderte 80-jährige Mutter.

Quelle: A

Obwohl die Peinerin die Behinderung ihrer Mutter bei der Reiseplanung bereits im Vorfeld berücksichtigt hatte, habe Airberlin die Plätze umgebucht, den beiden nicht das vereinbarte frühere Einsteigen in die Maschine erlaubt und auch den Behindertentransport in das Flugzeug verzögert.

Aufgrund von zwei Hüftoperationen und mehreren Bandscheibenvorfällen ist Lotte M. auf einen Rollator angewiesen, da kein eigenes Geh- und Stehvermögen mehr vorhanden ist. Trotzdem wollte sie mit ihrer Tochter in den Urlaub fahren und war auch schon mehrfach auf Lanzarote. Bislang ohne Probleme. Doch die Reise im März wird den beiden noch lange im Gedächtnis bleiben. „Aufgrund der Mobilitätseinschränkung meiner Mutter haben wir die Reise von langer Hand zusammen mit einem Reisebüro geplant. Dass sie in einem Rollstuhl ins Flugzeug transportiert werden muss, war dabei kein Problem, und wir buchten dann auch entsprechende Plätze“, berichtet Elke M. Die Fluggesellschaft Airberlin habe sowohl die Platzwahl als auch den Behindertentransport bestätigt.

Die Probleme hätten dann jedoch am Flughafen Hannover angefangen: Die extra ausgewählten Plätze seien umgebucht worden - und zwar von einer Reihe im vorderen Bereich auf die letzte Reihe. „Wir haben gesagt, dass wir damit nicht einverstanden sind, das war der Mitarbeiterin aber egal. Auch die Tatsache, dass meine Mutter nur wenige Schritte gehen kann und wir deshalb gerne vorne sitzen wollten, änderte nichts an der Meinung“, erzählt die Peinerin weiter. „Wir haben dieses Verhalten als sehr diskriminierend empfunden.“

Doch damit nicht genug: Auch beim Einsteigen in die Maschine habe es massive Probleme gegeben. Normalerweise gebe es für mobilitätseingeschränkte Menschen ein sogenanntes Pre-Boarding. Sie dürfen also vor den anderen die Maschine betreten, um den gesamten Boarding-Prozess zu erleichtern. Dies sei aber ebenfalls verwehrt worden. Und auch erst nach einigen Beschwerden habe es einen Transport im Rollstuhl vom Gate bis an den Platz gegeben. „Die Mitarbeiter verwiesen immer wieder darauf, dass wir das ja nicht angemeldet hätten. Natürlich nicht: Wir hatten ja eigentlich ganz andere Plätze reserviert, für die ein Rollstuhl im Flugzeug nicht notwendig gewesen wäre“, empört sich Elke M. Das Ergebnis: Ihre Mutter und sie hätten sich in der bereits vollbesetzten Maschine bis in die letzte Reihe vorkämpfen müssen.

Die beiden Frauen seien nach der Reise so verärgert über Airberlin gewesen, dass sie sich mit einer Beschwerde an das Unternehmen wendeten. Eine Rückmeldung habe es jedoch erst gegeben, als Stefanie Jäkel vom Sozialverband Deutschland (SoVD) nachhakte. Elke M. ist Mitglied des SoVD und hat in ihrer Verzweiflung um Hilfe gebeten. Erst daraufhin entschuldigte sich Airberlin für das Fehlverhalten.

Airberlin: „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten sehr“

Die PAZ hat wegen der Beschwerde bei Airberlin nachgefragt, und Sprecher Tobias Spaeing sagt: „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten sehr, die der Familie entstanden sind. Wir legen großen Wert darauf, dass sich alle Gäste an Bord und am Boden durch unsere Mitarbeiter und Partner gut betreut fühlen.

Insbesondere Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, möchten wir das Flugerlebnis so angenehm wie möglich machen.“ Diskriminierendes Verhalten sei in keiner Form akzeptabel und werde nicht geduldet. Daher nehme man die Vorwürfe sehr ernst und habe die involvierten Mitarbeiter um Stellungnahmen gebeten.

„Der betreffende Flug der beiden Damen wurde von unserer Partner-Airline Tuifly durchgeführt. Diese wird von Airberlin mit der Durchführung von bestimmten Flügen in unserem Streckennetz beauftragt. Uns ist dabei sehr wichtig, dass sich unsere Gäste auf den gleichen hohen Service- Standard verlassen können, den sie von Airberlin gewohnt sind“, so Spaeing.

Tuifly habe mitgeteilt, dass es bereits bei der Reisebuchung zu einem Fehler bei der Sitzplatz-Reservierung gekommen sei, da mobilitätseingeschränkte Gäste ausschließlich auf einem Fensterplatz platziert werden dürften. Leider sei dieser Fehler erst beim Boarding aufgefallen. Die Kabinen-Crew habe dann entschieden, sich streng an die Bestimmungen zu halten und die Gäste in die letzte Reihe umzusetzen.

Tuifly räume ein, dass sich die Crew dabei nicht in dem Maße kundenorientiert verhalten habe, wie es wünschenswert wäre. Spaeing weiter: „Durch das Umsetzen in die letzte Reihe war der bestellte Rollstuhl-Service bis zur Tür des Flugzeugs nicht mehr ausreichend für die Gäste, und es wurde von unserem Partner am Flughafen kurzfristig ein Kabinenrollstuhl organisiert. Dass dies zu weiteren Verzögerungen für die Gäste führte und sie dadurch auch das übliche Preboarding nicht nutzen konnten, bedauern wir ebenso wie die Verzögerungen beim Aussteigen.“

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