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Robert Rausch (27) soll Geschäftsführer bei Rausch Schokoladen werden

Peine Robert Rausch (27) soll Geschäftsführer bei Rausch Schokoladen werden

Peine . Er ist ein sympathischer Typ, wortgewandt, trägt einen dunklen Designer-Anzug und schwarze Lackschuhe, die Haare modern, mittellang zurück gekämmt und einen kurz getrimmten Bart. Der 27-Jährige heißt Robert Rausch und ist bereits vergangenes Jahr in die Geschäftsführung des in Peine und Berlin ansässigen Schokoladen-Herstellers Rausch berufen worden. 2018 soll er den Vorsitz von seinem Vater Jürgen Rausch übernehmen und damit an die Spitze des Familienunternehmens rücken.

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Qualitätskontrolle auf der Karibikinsel Trinidad: Robert (r.) und Jürgen Rausch mit einem Plantagenarbeiter.

Obwohl die Leitung des „süßen“ Betriebs schon über vier Generationen stets von Vater zu Sohn „vererbt“ wurde, war der Eintritt für Robert Rausch keine Selbstverständlichkeit. „Mein Vater hat mir nie gesagt, dass ich das machen müsste. Natürlich haben wir darüber gesprochen, aber er hat mir immer meinen Freiraum gelassen. Die wichtigste Frage für mich war, ob ich die große Verantwortung, vor allem für die 500 Mitarbeiter, überhaupt übernehmen will“, so der Nachwuchs-Manager.

Die Entscheidung für die Vater-Sohn-Nachfolgeregelung traf Robert Rausch übrigens auf dem Jakobsweg. Drei Wochen war er im Juni 2009 auf der Pilgerstraße in Spanien unterwegs. Allein, ohne Handy. „Ich habe viele interessante Leute getroffen, vom Schüler bis zum Top-Manager, und hatte viel Zeit, mir Gedanken über die Zukunft zu machen. Hinterher wusste ich: Ich mach‘ den Job.“

In den drei Jahren, in denen der 27-Jährige mittlerweile insgesamt im Unternehmen tätig ist, hat er bereits einige große Projekte mitbegleitet. Zum Beispiel sollen in diesem Jahr insgesamt 15 Millionen Euro in das Werk in Peine investiert werden. Dort entsteht zurzeit eine der weltweit modernsten Produktionsanlagen, die ungefähr so groß wie ein Fußballfeld ist (PAZ berichtete).

Unter Robert Rauschs Regie wurde zudem der Online-Shop neu aufgesetzt - mit großem Erfolg. Die Zuwächse liegen im mittleren zweistelligen Prozentbereich. „Das ist mein Baby“, sagt er stolz. Erste berufliche Erfahrungen hatte er zuvor bei einer Marketing-Agentur in Mainz gesammelt, bei der er gut zweieinhalb Jahre arbeitete.

Als Schlüsselthema in seinem künftigen Wirken im Familienbetrieb sieht der Junior-Chef die Unternehmenskultur. Für die Beschäftigten sollen möglichst optimale Arbeitsbedingungen geschaffen werden, damit sie sich wohlfühlen und sich mit der Firma identifizieren.

Zum 100. Geburtstag von Rausch Schokoladen in vier Jahren soll Robert Rausch den Vorsitz der Geschäftsführung übernehmen - so haben es er und sein Vater geplant. Jürgen Rausch wird dann in den Aufsichtsrat wechseln und weiter beratend zur Seite stehen. „Ich bin sehr dankbar für das, was ich im Unternehmen jetzt schon machen durfte. Mein Vater hat mir im wahrsten Sinne des Wortes viel Spielraum gegeben“, sagt Robert Rausch

Zu den Aufgaben der Geschäftsführung gehört bei Rausch traditionell nicht nur der betriebswirtschaftliche Teil, sondern auch der persönliche Kontakt zu den Erzeugern. Und so bereisen Vater und Sohn regelmäßig die Plantagen in den Ländern rund um den Äquator, auf denen der Edel-Kakao für die Rausch-Schokoladen angebaut wird.

Vor Ort - Trinidad, Peru, Costa Rica oder Venezuela - wird der Herstellungsprozess, vom Anbau über die Ernte bis zur Trocknung und Fermentation, persönlich kontrolliert. Die Arbeiter auf den Plantagen tragen T-Shirts und Basecaps mit dem Rausch-Logo. „Wir sehen uns als Geschäftspartner auf Augenhöhe. Das ist wichtig, denn nur so kann man echtes Vertrauen aufbauen“, weiß Robert Rausch.

Andere Länder, andere Sitten, andere Kulturen: Da bedarf es stets größten Fingerspitzengefühls. Aber es gibt auch zuckersüße Seiten der Dienstreisen: „Auf Papua Neuguinea werden wir von einem Stamm, der für uns eine Plantage betreibt, tanzend und singend begrüßt. Das ist echt jedes Mal ein Erlebnis“, erzählt Rausch.

„Wir machen unseren Job mit viel Leidenschaft - und schauen nicht in erster Linie auf die Umsatzrendite. Das ist auch der wesentliche Punkt, in dem wir uns von den Großkonzernen unterscheiden“, sagt Robert Rausch überzeugt - und man kauft es ihm gern ab, wenn er dann mitten im Gespräch ein Stück Schokolade verputzt und von dem einzigartigen Aroma und der „Dreidimensionalität des Geschmacks“ spricht. Seine privaten Lebensmittelpunkte hat Robert Rausch derzeit in Mainz und in Berlin, wo sich das Stammhaus von Fassbender & Rausch am Gendarmenmarkt befindet.

In Mainz lebt der 27-Jährige seit vier Jahren zusammen mit seiner Freundin. „Wir ergänzen uns auch beruflich gut. Ich stelle Schokolade her, sie wird Zahnärztin“, sagt Rausch und schmunzelt. In der verbleibenden Freizeit geht er ins Fitness-Studio, zum Segeln mit dem familieneigenen Boot oder kocht - am liebsten für seine Freundin. Und die nächste Etappe auf dem Jakobsweg ist auch bereits geplant.

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