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„Richtiger Schritt, aber nur der halbe Weg“

Peine „Richtiger Schritt, aber nur der halbe Weg“

Unverhoffte Schützenhilfe aus dem CDU-FDP-regierten Kultusministerium in Hannover bekam gestern ein Antrag der Peiner Kreis-SPD. Die hatte für die Hauptschule und die Realschule in Wendeburg das Modell des gemeinsamen Unterrichts in einer gemeinsamen Haupt- und Realschule vorgeschlagen. Laut Siegfried Konrad (SPD) ging vorgestern ein Brief aus dem Kultusministerium ein, wonach der Antrag „wohlwollend geprüft“ werde.

Peine . Das passt auch mit Plänen für einen neuen Erlass des Ministeriums überein, der gestern bekannt wurde. Demnach will das Land mehr als bisher den gemeinsamen Unterricht von Haupt- und Realschülern erlauben. Nur in Mathematik, Deutsch und Englisch bleibe das Land bei seiner Trennung zwischen Haupt- und Realschule – noch. Für den Peiner Sozialdemokraten und Kreistagsabgeordneten Konrad ist es der erste „richtige Schritt, aber nur der halbe Weg“.

Denn für den Kreispolitiker ist klar, dass die Landesregierung hier nur „der Not gehorchend reagiert“ und nicht aus „schulpolitischer Überzeugung“ handelt. Konrad zielte dabei auf immer stärker rückläufige Schülerzahlen an, insbesondere an Hauptschulen.

Der Leiter der Peiner Gunzelin-Realschule, Frank Stöber, ist ein Experte, was beide Schulformen angeht. Seit dreieinhalb Jahren leitet er die Gunzelin-Realschule mit 550 Schülern, zuvor arbeitete er dreieinhalb Jahre an einer Haupt- und Realschule.

Er sprach sich gegen eine gemeinsame Beschulung von Hauptschülern und Realschülern aus. Es nutze nicht den Realschülern, und für Hauptschüler gebe es auf der Hauptschule bei Weitem mehr Fördermöglichkeiten, als auf einer gemeinsamen Schule. Für Stöber steckt hinter dem Vorschlag des Ministeriums ein ganz anderer Gedanke: ein ziemlich großes Sparpotenzial. Nach der Auffassung des Peiner Schulleiters können viele Funktionsstellen eingespart werden, legt man Haupt- und Realschulen zusammen.

Anstelle von zwei Schulleitern brauche man nur noch einen, und je nach Schülerzahl falle auch noch eine Konrektorenstelle weg. Zurzeit gelte zudem für Hauptschulen ein Teiler von 28 Schülern, seien es mehr Schüler pro Jahrgang, müsse die Klasse geteilt werden. In Realschulen liegt diese Zahl bei 33 Schülern. Umgerechnet ergebe das ein Stellensparpotenzial für das gesamte Land, das locker eine dreistellige Höhe erreichen könne.

Der wichtigste Punkt bleibe so auf der Strecke, die individuelle Förderung der Schüler, die Stöber für ganz besonders wichtig hält. In der Realität gebe es die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen außerdem schon, sagte der Schulleiter, denn auf vielen Realschulen, so auch auf der Gunzelin-Realschule, seien viele Kinder angemeldet, die eigentlich eine Hauptschul-Empfehlung von der Grundschule bekommen haben.

Auf die Frage, was mit diesen Kinder passiert, sagte Stöber, dass sie bei einer Nicht-Versetzung in die 7. Klasse von der Realschule gegen den Elternwillen auf die Hauptschule geschickt werden können.
Der CDU-Schulexperte Hans-Werner Fechner aus Vechelde reagierte gestern Abend sehr gelassen auf das Bekanntwerden des Erlasses.

Darin stecke für ihn nichts Neues. Gründsätzlich werde der Kurs in der Schulpolitik des Landes beibehalten, sagte der Vechelder.

Jörg Schmidt

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