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Revolution, Liebe und ein Inferno

Gerhard Lucas Meyer Revolution, Liebe und ein Inferno

Zeitzeugen können ja leider wegen des Zeitablaufs nicht mehr bestätigen, wie der inzwischen 20jährige Gerhard Lucas wirklich „tickte“.

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Die Ilseder Hochbahn an der Jägerstraße: Auf der Trasse wurde flüssiges Roheisen direkt ins Stahlwerk transportiert.

Peine. Nach den Überlieferungen spricht vieles für die Entwicklung zu einem wahren Musterknaben.

Denn nachdem seine Universität in Hannover in Folge der Wirren der deutschen Revolution 1849 geschlossen wurde, zögerte er nicht, in der Weberei des Vaters maßgeblich mitzuarbeiten: körperliche Arbeit kombinierte er mit Buchhaltung, allein die technisch-chemischen Vorgänge in diesem Handwerksbereich waren ihm fremd.

Wissbegierig kehrte der gleichermaßen brave Sohn deswegen erneut nach Hannover zurück, um in einem Chemielabor zu hospitieren und seine Physikkenntnisse zu vertiefen. Dass er ausgerechnet am letzten Abend vor der Rückreise noch einen Streit zwischen zwei Bekannten schlichten wollte und dabei letztendlich nicht nur von der Polizei „mitgefangen“ sondern auch für eine Nacht inhaftiert und zu zwei Talern Strafe verurteilt wurde, ist eine hübsche Anekdote aus dem Leben dieses Musterknaben.

Mal ehrlich: welcher unternehmerisch tätige Firmen-Vater würde sich in heutiger Zeit den Geschäftsvorstellungen seines 20-jährigen Juniors anvertrauen? Papa Meyer zweifelte nicht. Gemeinsam leiteten beide harmonisch den sich durch die Investitionen derart prächtig entwickelnden Betrieb, dass sich trotz strenger Sparauflagen Gerhard Lucas Herzenswunsch erfüllen ließ: ein Reitpferd.

Aber schon zwei Jahre später schnüren neue politische Entwicklungen der Meyerschen Weberei die weitere Entwicklung ab. Wiederum überzeugte der Sohn den Vater: Der langjährige Familienbetrieb lässt sich noch recht gut verkaufen.

Gerhard Lucas Unternehmergeist blieb wach. In Haste bei Osnabrück kaufte der knapp 23-jährige von einem entfernten Verwandten eine heruntergekommene Chemiefabrik, die er durch kluges Management, eine Finanzspritze des Vaters aus dem Verkauf der Weberei, durch eine konsequente Verschlankung der Produktpalette und durch eine restriktive Personalgestaltung in ein florierendes Unternehmen verwandelte. Der inzwischen höchst erfolgreiche Unternehmer arbeitete nicht nur, sondern pflegte auch gesellschaftlichen Umgang, beispielsweise im Gesangverein. Dort war ihm schon drei Jahre zuvor die damals 16-jährige Anwaltstochter Emilie Schimmelpfeng aufgefallen - und er ihr, versteht sich.

Es ließen sich sicher Bücher füllen über die heimlichen Treffen, die neidischen Bewacher und Verpetzer des Mädchens und was alles noch zu einer „ganz normalen“ Liebesgeschichte gehören mag. Das Paar ließ sich nicht beirren und seine Liebe schließlich sowohl durch den Segen der Eltern, als auch den der Kirche und das Wohlwollen des Staates besiegeln.

Warum bei aller Harmonie und Vorfreude die große Hochzeit einige Tage zuvor trotzdem noch haarscharf auf der Kippe stand, steht dann in der kommenden Woche in der Peiner Allgemeinen.

Von Ulrich Jaschek

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