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Reiter schlagen Alarm: Pferdesteuer wäre das Ende

Kreis Peine Reiter schlagen Alarm: Pferdesteuer wäre das Ende

Peine. Unruhe unter Peines Pferdebesitzern: Die öffentlichen Diskussionen über die Einführung einer Pferdesteuer bereitet große Sorgen. Existenzen im Landkreis sind bedroht, Verbände alarmiert - nun muss die Kommune entscheiden.

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Sieht die Pferdesteuer kritisch: Nina-Christin Conrad vom Reiterhof Conrad in Edemissen.

Quelle: ju

„Wenn die Pferdesteuer wirklich kommt, ist das das Ende unseres Tierschutzvereins“, sagt Silvia Hamel-Stieghahn, Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Pferdefreunde Eickenrode. „Die laufenden Kosten fressen uns eh schon auf.“

Pro Pferd stehen 750 Euro jährlich im Raum, die der niedersächsische Städtetag für angemessen befindet (siehe Hintergrund). Für Frank Giesecke, Vorsitzender des Kreisreiterverbandes Peine, der unter anderem die Reit- und Fahrvereine im Landkreis unterstützt, ist das schlicht „eine Frechheit“. „Reiten ist mittlerweile ein Breitensport geworden“, sagt er. „Viele Reiter sparen sich den Sport vom Munde ab oder gehen jobben, um sich ein Pferd leisten zu können.“

Das betont auch Nina-Christin Conrad vom Reiterhof Conrad in Edemissen: „Der Reitsport ist früher mal elitär gewesen, und wenn die Pferdesteuer kommt, wird er es wieder werden.“ Für Conrad und Giesecke wäre das ein Rückschritt.

Doch nicht nur Privatreiter und Betriebe sind gebeutelt - vor allem auch die Vereine stehen im Falle einer Pferdesteuer vor dem Aus. „Sie plagt eh schon ein Nachwuchsproblem“, so Giesecke. „Hinzu kommen auch bei ihnen die gestiegenen Futtermittel- und Unterhaltungskosten.“

Dieses Problem sieht auch Conrad. Dennoch zeigt sie Verständnis für die Steuer. „Für Hunde müssen wir sie ja auch zahlen“, sagt sie. „Allerdings muss es sich im Rahmen halten.“ Etwa 30 bis 40 Euro halte sie für angemessen, zudem müsste zwischen Vereinen, Betrieben und Privatpersonen unterschieden werden.

Genau das fordert auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung, die eng mit einem bundesweiten Aktionsbündnis gegen die Pferdesteuer zusammenarbeitet. Wer wird besteuert? Was ist mit geförderten Schulbetrieben? Was geschieht mit Gnadenbrot-Pferden? All diese Fragen wirft Thomas Ungruhe, Leiter der Abteilung Breitensport, Verein und Betriebe, auf. „Diese ganze Geschichte ist nicht zu Ende gedacht“, sagt er. „Man müsste sich jedes Pferd einzeln anschauen. Das ist ein unglaublicher Verwaltungsaufwand.“ Aus diesem Grund habe sich bundesweit noch keine Kommune für die Pferdesteuer entschieden.

Nach Angaben der Stadtsprecherin Ulrike Laudien zieht Peine die Pferdesteuer bislang nicht in Betracht: „Wir werden das prüfen, es gab noch keine Gespräche.“

Diskussion um Pferdesteuer

Die Kassen der Kommunen sind leer – auch in Peine. In vielen deutschen Städten und Gemeinden wird deshalb derzeit über die Pferdesteuer diskutiert. Nach Angaben des niedersächsischen Städtetages sei die Erhebung einer Pferdesteuer rechtlich zulässig: Kommunen könnten sie ebenso einführen wie die Hundesteuer. Angesichts der sehr hohen Unterhaltungskosten für ein Pferd seien „einige 100 Euro mehr noch im Rahmen“, sagt Städtetags-Geschäftsführer Christian Geiger. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hält dagegen: Die Steuer sei nach einem rechtswissenschaftlichen Gutachten unzulässig, da Reiten ein Breitensport ist, der zu fördern und nicht zu erschweren sei. Die FN appelliert aber an den Sachverstand der Kommunen: Die Steuer schade dem Gemeindewohl und sorge unter den Bewohnern für Frust.

ju

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