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Razzia gegen Schleusernetzwerk: Festnahmen

Lengede Razzia gegen Schleusernetzwerk: Festnahmen

Lengede. Im Zuge der bundesweiten Razzia gegen eine Schleuserbande hat es am Mittwoch einen Großeinsatz in der Gemeinde Lengede gegeben. Das bestätigte die Sprecherin der Bundespolizei in Hannover, Sandra Perlebach.

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Razzia der Polizei in Essen: Auch in der Gemeinde Lengede hat es gestern Hausdurchsuchungen gegeben.

Quelle: dpa

Gegen 6 Uhr stürmten Beamte Gebäude in der Gemeinde Lengede. Dabei seien auch Gegenstände sichergestellt worden, erklärte ein Einsatzleiter der Bundespolizei.

Gerüchte, nach denen in Lengede gezielt nach einem Mitglied eines Familien-Clans aus dem Libanon gesucht worden sein soll, konnten so nicht bestätigt werden. Die Ermittlungen in Lengede sollen sich nach PAZ-Informationen gegen einen Asylbewerber mit Bleiberecht richten, der schon länger in der Gemeinde lebt.

Widersprüchliche Angaben gab es über den Einsatzort in der Gemeinde Lengede. In einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Bundespolizei ist von einem Einsatz in Lengede die Rede - Augenzeugen wollen die Bundesbeamten jedoch an mehrere Orten gesehen haben. Die Polizei machte keine Angaben zum genauen Einsatzort. Fest steht jedoch, dass mehrere Einsatzfahrzeuge am Morgen auf dem Parkplatz eines Getränkehandels im Lengeder Ortskern am Brückenweg gesehen wurden.

Die Hausdurchsuchungen müssen relativ schnell gegangen sein. Denn um kurz nach 9 Uhr - bestätigte ein weiterer Zeuge - sei ein Einsatz-Kommando der Bundespolizei beim Frühstücken beim Bäcker im Kernort Lengede gesehen worden.

Lengedes Bürgermeister Hans-Hermann Baas sagte zum Einsatz: „Wir können nur froh sein, dass die Bundespolizei den Hinweisen so schnell nachgegangen ist.“ Und Landrat Franz Einhaus (beide SPD) erklärte: „Es ist verachtenswert, wie Menschen hier von der existenziellen Not anderer profitieren wollen und dabei deren Tod billigend als Bestandteil eines Geschäftsmodells in Kauf nehmen. Insofern begrüße ich es, dass unser Staat solche Taten konsequent verfolgt.“

mic

600 Beamte durchsuchten Häuser in 24 Orten

Kreis Peine. Sie sollen illegale Einreisen aus Syrien und dem Libanon per Luftweg organisiert haben: Die Bundespolizei hat mit einer Großrazzia in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg einen international agierenden Schleuser-Ring gesprengt. Fast 600 Beamte durchsuchten am Mittwochmorgen zeitgleich Gebäude in 24 Orten – darunter Lengede.

Sieben Verdächtige wurden festgenommen, unter anderem ein Mann in Hildesheim, sagte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Hannover. In Niedersachsen wurden nach offiziellen Angaben fünf Objekte durchsucht: Jeweils zwei in Hildesheim und Osnabrück sowie eines in Lengede.

Bei den Verdächtigen geht die Polizei von besonders skrupellosen Tätern aus: Sichergestellte Gegenstände bestätigten die Gefährlichkeit der Kriminellen, sagte der Einsatzleiter der Bundespolizei, Helgo Martens. In Hildesheim wurden Böller mit mehr als fünf Kilogramm Sprengstoff sichergestellt. Außerdem stießen die Beamten auf griffbereite Macheten, Schwerter und Kampfmesser. Auch Munition für Handfeuerwaffen und eine Laser-Zieleinrichtung für ein Gewehr wurden beschlagnahmt. Dass die Fahnder auch unversteuerten Tabak und mehrere Kartons mit gefälschter Markenkleidung fanden, veranschauliche die „Bandbreite der Kriminalität“ – das meiste Geld aber hätten sie mit Schleusung verdient, sagte der Bundespolizei-Sprecher weiter.

Einzelnen Libanesen und Syrern kostete die illegale Einreise demnach 10000 Euro. Familien mussten bis zu 90000 Euro zahlen. Die Schleuser hätten Bezahlung per Vorkasse verlangt.

Flüchtlinge schaffen es nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl nur selten, ohne Hilfe von Schleusern nach Deutschland zu kommen. Die Dienste der Schleuser würden unterschiedlich beurteilt, sagte der stellvertretende Geschäftsführer Bernd Mesovic. Manche Flüchtlinge seien dankbar, andere realisierten, dass Schleuser sie in Gefahr gebracht haben. Zumeist hätten die Menschen aber keine andere Wahl, als das Angebot anzunehmen.

Schwerpunkt der Razzia war Nordrhein-Westfalen. Bei dem Einsatz wurde die Bundespolizei auch von Landespolizei und Spezialeinsatzkräften unterstützt.

dpa/mic

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Einsatz der Bundespolizei am Mittwoch: Maskierte Beamte durchsuchten in ein Haus in Essen nach Hinweisen auf Schleuser-Kriminalität.

Lengede. Neue Erkenntnisse gibt es nach der Großrazzia der Bundespolizei, in dessen Zuge ein international agierender Schleuser-Ring gesprengt wurde: Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Lengede (PAZ berichtete) wurden laut einer Sprecherin handschriftliche Aufzeichnungen und Belege beschlagnahmt, die Hinweise zu einer Täter-Gruppierung geben könnten.

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