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Raubvögel ziehen mit dem Winter in die Orte

Heimische Vogelwelt Raubvögel ziehen mit dem Winter in die Orte

Invasion der Amseln: Die kalte Witterung wirbelt die Vogelwelt im Peiner Land durcheinander. Der Vogelkundler Professor Hans Oelke hat in den vergangenen Tagen zum Beispiel extrem viele Amseln in der Kernstadt beobachtet, auch Mäusebussarde jagen jetzt im Stadtpark. Und eins ist sicher, sagt Oelke. Der Winter wird seinen Tribut fordern.

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Seltener Anblick: Eine Waldohr-Eule ist in den vergangenen Tagen in Groß Lafferde gesichtet worden.

Quelle: Archiv

Kreis Peine. Sensation am Hämelerwald: Dort haben Vogelkundler etwa 20 Haubenlerchen gesichtet, die sich an Zuckerrüben am Feldrand zu schaffen machten. „In Niedersachsen sind diese Vögel selten geworden“, kommentiert der Vogelkundler Professor Hans Oelke. Zehn Brutpaare seien landesweit bekannt. Eigentlich kommen diese Vögel vor allem noch auf dem Balkan vor.

Wer genau hinschaut, kann in der Vogelwelt zurzeit aber allerorts seltsame Dinge beobachten. So haben Mäusebussarde zum Beispiel die Wälder im Peiner Land verlassen und sind in die Kernstadt gezogen. Oelke hat die Raubvögel im Stadtpark, am Rand von Mooren und an der Ilseder Straße beobachtet. Dafür sind andere Vögel rar geworden. Spatzen zum Beispiel, sagt Oelke, auch Grünfinken und Buchfinken sieht er nur noch selten, genauso wie Meisen.

„Am Wochenende war der Peiner Hafen voll von Stockenten“, erzählt Oelke. Mehr als 300 habe er dort gesichtet – und mittendrin schwamm auch eine Mandarinen-Ente, die eigentlich nur in Asien vorkommt. Wie dieser seltene Vogel nun ausgerechnet den Weg nach Peine gefunden hat, kann er sich nicht erklären. „Vielleicht gehört er zu einer Gruppe seltener Vögel, die vor einigen Jahren am Klinikum freigelassen worden“, sagt Oelke. Die Nähe zwischen Krankenhaus und Hafen spreche jedenfalls für diese These.

Der Grund für die Invasion der vielen Vögel ist immer der gleiche: Pure Not. „Die Tiere flüchten, weil sie zu wenig Nahrung finden“, sagt Oelke und ist sicher, Schnee und Frost werden ihren Tribut fordern. „Wenn es getaut hat, werden viele tote Vögel zurück bleiben, aber das ist der Lauf der Natur.“

Trotzdem können die Bürger helfen, indem sie Vögel füttern. „Ich bin ohnehin dafür, dass Vögel das ganze Jahr über gefüttert werden“, sagt Oelke. Allerdings beobachtet er mit Sorge, wie manche Menschen altes Brot an die Tiere verfüttern. „Das ist schädlich“, warnt der Vogelkundler. Er empfiehlt, auf Sonnenblumenkerne zurückzugreifen – oder Waldvogelfutter, das es im Handel zu kaufen gibt. Gleichzeitig appelliert Oelke an Landwirte, für Waldvögel Kaffspälzen vom gedroschenen Getreide in die Wälder zu schütten.

Aufruf

Winterimpressionen

Haben Sie auch Seltsames in der Peiner Vogelwelt beobachtet oder einfach nur tolle Aufnahmen von der Winterlandschaft im Peiner Land gemacht? Dann schicken Sie uns Ihre Bilder per E-Mail in die Redaktion. Die schönsten Aufnahmen veröffentlichen wir auf unserer Internet-Seite www.paz-online.de. Professor Oelke ist besonders an Bildern von Vögeln interessiert, die sich im Peiner Land tummeln. In Groß Lafferde ist zum Beispiel eine Waldohr-Eule gesichtet worden.

Bilder der PAZ-Leser gehen an PAZ-Redakteur Thorsten Pifan, E-Mail: t.pifan@paz-online.de.

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