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Prakla Bohranlagen: Millionen-Geschäft mit China

Peine Prakla Bohranlagen: Millionen-Geschäft mit China

Stederdorf. Einen Millionen-Auftrag hat Prakla Bohrtechnik aus China erhalten. Das in Stederdorf ansässige Unternehmen soll im Frühjahr sechs Anlagen für Rettungsbohrungen liefern. Die chinesische Bergbauaufsicht hatte den Auftrag international ausgeschrieben. Dass Prakla den Zuschlag jetzt erhalten hat, habe seine guten Gründe, sagt der neue Geschäftsführer Dr. Albert Daniels. Und: Für Prakla ist es der größte Auftrag der Firmengeschichte.

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Prakla-Geschäftsführer Dr. Albert Daniels vor der Fertigungshalle in Stederdorf.

Quelle: Michael Lieb

Die etwa 25 Meter hohen und 30 Meter langen Anlagen, die aus zwei Sattelaufliegern bestehen, sind speziell für die Rettung verschütteter Bergleute entwickelt worden, so Daniels. In China sei das Bewusstsein für die Sicherheit der Kumpel mittlerweile gewachsen - wohl auch auf internationalen Druck. Dass sich das „Chinesische Center für Sicherheit im Bergbau“ für Technik aus Stederdorf entschieden hat, liege wohl daran, dass Prakla in Sachen Bohrtechnik weltweit führend sei. Generell gelte die Region Peine, Celle, Salzgitter und Hannover aufgrund der dort ansässigen Unternehmen im Ausland als Kompetenzzentrum für Bohranlagen.

Wie hoch der Auftragswert genau ist, will Daniels nicht verraten. Nur soviel: Die sechs Anlagen kosten jeweils mehrere Millionen Euro. Dafür erhalten die Chinesen Bohrtechnik der neuesten Generation: Die Anlagen haben eine etwa fünf Tonnen schwere Bohrkrone, einen 1000-PS-Dieselmotor, und können bis zu 90 Tonnen schwere Bohrgestänge händeln, 700 Meter tief bohren - und das ganze in kürzester Zeit. Zumindest relativ gesehen, denn ein paar Tage dauert es je nach Tiefe trotzdem.

„Was bei Rettungsbohrungen zählt, ist vor allem das Tempo“, sagt Daniels. Denn die Überlebenszeit unter Tage sei mit 48 Stunden - ein Richtwert im Bergbau - nicht allzu lang. Entscheidend für erfolgreiche Rettungsbohrungen sei selbstverständlich aber auch die Genauigkeit. Denn die Stollen sind meist nur ein paar Meter breit. Und diese mehrere hundert Meter tief genau zu treffen, erfordert ein gewisses Know-how.

Im Ernstfall funktioniere eine Rettungsbohrung so: Zunächst wird eine sogenannte Sondierungsbohrung mit einem Durchmesser von etwa 20 Zentimetern vorgenommen. Dauer: etwa zwei Tage. Ist diese erfolgreich, kann sofort die Hilfsversorgung mit Sauerstoff, Wasser und Nahrungsmitteln beginnen. Es folgt eine zweite Bohrung auf 30 Zentimeter, die der Hauptbohrung mit etwa 70 Zentimetern Durchmesser als Leitbohrung dient. Durch dieses Loch können dann verschüttete Bergleute mit einer Rettungsbombe herausgeholt werden.

Beim Bau der Anlagen bekommt Prakla auch Unterstützung von der Konzernmutter, der Bauer-Maschinen-Gruppe aus Schrobenhausen/Bayern. Mit Beginn der Auslieferung per Schiff im Frühjahr schickt Prakla mit jeder Anlage drei Driller (so heißen die Anlagenbediener im Bergbau) mit nach China. Sie sollen die Bedienmannschaften vor Ort schulen und werden dafür voraussichtlich je Anlage vier Wochen vor Ort sein.

Bergbau-Ingenieur Daniels sieht es vor dem historischen Hintergrund deutscher Grubenunglücke in Lengede oder Borken als besondere Herausforderung, den chinesischen Bergleuten mit der passenden Technologie helfen zu können.

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