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Polizei: Hochsaison für Einbrecher

Kreis Peine Polizei: Hochsaison für Einbrecher

Sie kommen in den frühen Abendstunden. Sie brauchen nur Augenblicke, um ins Haus zu gelangen. Sie sind nach maximal fünf Minuten mit Geld und Schmuck wieder verschwunden. Einbrecher ziehen professionell durch den Kreis Peine, 17 Taten sind bislang registriert. „Es werden noch viel mehr“, befürchtet die Peiner Polizei.

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In wenigen Augenblicken haben professionelle Einbrecher Terrassentür oder Fenster geknackt und sind in der Wohnung: Eine Vielzahl von Einbrüchen hat die Polizei Peine in Stederdorf sowie Wendeburg, Lengede und Vechelde registriert. – Die Täter wählen sich ihre Objekte vorzugsweise in der Nähe zu Bundes-und Landesstraßen aus, um schnell verschwinden zu können.

Kreis Peine . Sie brechen unaufhaltsam wie das dunkle Herbstwetter über den Kreis Peine herein, reisen gezielt an, arbeiten professionell ganze Straßenzüge ab und tauchen mit ihrer Beute unter, bevor die Geschädigten etwas gemerkt haben: Einbrecher, straff organisiert, machen sich vorzugsweise in den Neubaugebieten an den Ortsrandlagen zu schaffen.

„Im Sommer gab es zehn Einbrüche, im gesamten vergangenen Oktober waren es 17“, sagte gestern Jürgen Burkhardt, Sachbearbeiter für Einbruchsdelikte bei der Peiner Polizei. „Diese 17 haben wir jetzt schon erreicht und wir rechnen mit einem sprunghaften Anstieg der Fallzahlen.“

Profi-Täter reisen gezielt an

Die Täter reisen mit Einbruch der Dämmerung an, meistens in gestohlenen Fahrzeugen, häufig zu zweit oder dritt. Einer bleibt im Wagen, ein zweiter sichert, der dritte hebelt in der Mehrzahl der Fälle die Terrassentür oder ein rückwärtiges Fenster auf, durchsucht die Wohnung und steckt vorzugsweise Schmuck und Geld ein. „Die meisten Wertsachen liegen im Schlafzimmer“, hat Burkhardt festgestellt. „Das wissen die Täter ganz genau.“ Aus den Wohnzimmern verschwinden Flachbild-Fernseher, Laptops und Digitalkameras. „Die Täter kommen auch zu zweit, um die großen Bildschirme abzutransportieren“, sagte Burkhardt, „alles Wertstücke, die schnell zu Geld gemacht werden können.“

Die Polizei geht aufgrund der Arbeitsweise davon aus, dass es sich bei den aktuellen Tätern um Profis aus Osteuropa handelt. „Der Bedarf in diesen Ländern an hochwertiger Unterhaltungselektronik ist groß, die erbeuteten Sachen können schnell abgesetzt werden“, sagte Burkhardt. Es gab schon Fälle, in denen 10 bis 15 Personen eingereist sind und das Winterhalbjahr über „auf Montage“ waren. „Sie kamen bei sogenannten Residenten unter, Leuten ihrer Nationalität, die hier ständig wohnen und bei denen sie unterschlüpfen konnten“, sagte Burkhardt. Die Tätergruppen sind äußerst mobil und fahren pro Tag mehrere hundert Kilometer von Objekt zu Objekt. Zurzeit ist vor dem Landgericht Hannover ein Fall des gemeinschaftlichen, gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls anhängig, zwei Täter, die in Peine aufgefallen waren, müssen sich verantworten. Ihnen drohen mehrjährige Haftstrafen.

Die Einbruchs-Objekte im Peiner Land werden nicht besonders ausbaldowert, sondern „die Täter suchen sich einfach leer stehend wirkende, unbeleuchtete Häuser aus“, sagte der Sachbearbeiter. Mit einem handelsüblichen Schraubendreher werden dann Fenster- und Türrahmen aufgehebelt, mit Akku-Werkzeug bohren die Täter ein Loch in den Rahmen der Terrassentür und kippen mit einer ganz normalen Speiche den Schließhebel der Tür um.

Tipps, wie sich Bürger vor Einbrechern schützen können, gibt es telefonisch bei Bernd Neidhart von der Polizei-Inspektion Salzgitter-Peine-Wolfenbüttel unter der Rufnummer 05341/ 1897109.

Michael Schröder

Hintergrund

Schutz vor Einbrechern: Nachbarn und stabile Fenster

Gute Nachbarschaft kann helfen: „Der aufmerksame Blick über den Gartenzaun, das Abmelden in den Urlaub und das gegenseitige Aufpassen können helfen, sich gegen Einbrecher zur Wehr zu setzen“, sagte gestern Friedhelm Papenburg, Sicherheitsberater der Peiner Polizei. „Wer fremde Autos und verdächtige Personen an seiner Straße bemerkt, sollte uns unverzüglich informieren. Wir klären den Fall dann ab, auch wenn der Bürger davon nichts mitbekommt.“

Auch Menschen in Arbeitskitteln und vermeintlichen auswärtigen Firmenwagen sollten auffallen. „Notieren Sie sich das Kennzeichen und geben Sie uns eine Beschreibung der Unbekannten durch“, riet Papenburg. „Es kann sein, dass die Unbekannten keinen neuen Fernseher ins Haus, sondern einen gestohlenen hinaus tragen.“

Verstärkte Tür- und Fensterrahmen, Gitter vor Kellerfenstern, verriegelbare Jalousien und widerstandsfähige Schlösser sind technische Hilfsmittel, den Täter auf Distanz zu halten. „Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode sind Zeitschaltuhren, die das Licht in unregelmäßigen Abständen ein- und ausschalten“, sagte Papenburg. „Kein Haus sollte gerade in dieser Jahreszeit unbewohnt aussehen.“

Bemerken Einbrecher technischen Widerstand, lassen sie in aller Regel vom Einbruchsversuch ab. „Sie wollen keine Zeit verschwenden und keinen Lärm machen“, sagte Papenburg, „wer im eigenen Haus auf Täter stößt, sollte sich ihnen auf keinen Fall in den Weg stellen, sondern den Einbrechern die Flucht ermöglichen.“ Auch der Einbrecher stehe unter Stress, „gerade Täter aus Osteuropa haben eine sehr hohe Gewaltbereitschaft, wenn sie sich in die Ecke gedrängt fühlen.“

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