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Politisch unkorrekte Wassersprudler

Peiner Gäbler-Villa Politisch unkorrekte Wassersprudler

Nichts ist bisweilen so urkomisch und unglaublich wie die schlichte Realität. Diese Erfahrung hat die Brigitte-Kolumnistin und Buchautorin Julia Karnick oft gemacht. Alle zwei Wochen philosophiert sie in der Frauenzeitschrift über alltägliche Dinge des Lebens – und das in einem so amüsanten Schreibstil, dass man sich zeitweilig vor Lachen auf dem Boden wälzen könnte.

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Gespannt verfolgt das überwiegend weibliche Publikum die Lesung mit der Kolumnistin von der bekannten Frauen-Zeitschrift.

Quelle: Christian Bierwagen

Peine. So geht es auch dem Publikum in der Gäbler-Villa. Dorthin hat Michaela Pape, Chefin des Kontors für Kommunikation und Kultur, die Kolumnistin zur Geheimlesung eingeladen. Am Kaminfeuer nimmt Karnick die mehr als 90 Besucher, fast alle weiblichen Geschlechts, mit auf einen Streifzug durch ihre Kolumnen.

„Ich soll heute anderthalb Stunden lesen. Das habe ich noch nie gemacht“, Karnick gleich zu Beginn scherzend und startet mit einer Geschichte über Kürbissuppen und die wehmütige Erinnerung an den guten alten Reformationstag, heute weitgehend verdrängt von Halloween.

Dass selbst das Trinken von Kaffee und Wasser zum Problem für die moderne, ökologisch denkende Frau werden kann, verarbeitet die Kolumnistin in einer weiteren Geschichte: Scheinbar betroffen, liest Karnick die Episode über die schlechte Umweltbilanz von Kaffee, Mineralwasser und die politische Unkorrektheit von Wassersprudlern aus dem Westjordanland. „In Afrika verdörrt das Getreide und ich bin schuld“, klagt sie sich selbst an – und hat die Lacher auf ihrer Seite.

Nicht nur Zeitgeistthemen hat die Autorin im Programm. Auch die Probleme mit dem Nachwuchs erzählt sie so mitreißend, dass schallendes Gelächter durch die altehrwürdigen Räume der Gäbler-Villa klingt. Genial die Schilderung der Nacht im schicken Business-Hotel, in dem der Sohnemann direkt den Pornokanal einschaltet und Mama sich mit ihrem ganzen Körper schützend vor die Mattscheibe wirft. „Gut dass ich Größe 42/44 trage. Zwei Kleidergrößen weniger und meine Kinder wären jetzt fürs Leben traumatisiert“, rezitiert sie mit großer Ernsthaftigkeit.

Nach einer kleinen Pause bei Häppchen, Wein und Kuchen geht es nahtlos weiter zum Thema Nachwuchs. Und schließlich, nicht ganz weit weg davon gibt es noch etwas über Männer, Beziehungen – und Hunde. Rasend komisch die Kolumne über die Anschaffung des Familienhundes. „Ein Hund muss ständig erzogen werden, sonst beißt er oder läuft weg. Bei Männern ist das genau umgekehrt“, liest sie mit todernster Miene.

Nach mehr als zweieinhalb Stunden verabschiedet sich Kolumnistin Karnick begleiten von lautem Beifall der Gäste in der Villa. Viele nutzen noch die Gelegenheit und nehmen sich an Gillmeisters Büchertisch das Werk „Wer sonst, wenn nicht wir?“ der Autorin mit und lassen es signieren.

Dr. Nicole Laskowski

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