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„Pokémon Go“-Spieler erobern die Peiner Innenstadt

Peine „Pokémon Go“-Spieler erobern die Peiner Innenstadt

Peine. Normalerweise ist die Peiner Innenstadt wochentags gegen 23 Uhr völlig leergefegt. Seitdem es das Spiel „Pokémon Go“ gibt, hat sich das schlagartig geändert. Immer mehr Peiner ziehen in Grüppchen oder auch alleine durch die City und fangen kleine, virtuelle Monster.

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Hier fängt Carmen Richter auf dem historischen Marktplatz ein Krabby. Auf ihrem Handydisplay sitzt das „Pokémon“ direkt auf dem Brunnen.

Quelle: Michaela Gebauer

Ein richtiges Ziel gibt es bei „Pokémon Go“ nicht. Zu Beginn des Spieles erstellt man sich einen Trainer und wird direkt in die große, weite Welt geschickt. Via GPS-Sender am Handy ortet das Smartphone zufällig generierte Pokémon in der Nähe und fordert den Spieler auf, in deren Richtung zu gehen, um die kleinen quirligen Tierchen zu fangen. Ansonsten haben „Pokémon-Trainer“ die Möglichkeit, sogenannte „Poké-Stops“ zu besuchen, um für das Spiel wichtige Items zu erhalten. Außerdem gibt es noch Arenen, in denen sich die Pokémon duellieren können. Diese Orte sind im Spiel an Koordinaten unterschiedlicher Denkmäler und Kunstwerke gekoppelt, die von den Trainern fußläufig aufgesucht werden sollten.

Doch wie kann so ein Spiel so viele Peiner dazu bewegen, abends durch die Innenstadt zu spazieren? „Die Idee ist einfach toll, dass man nach draußen gehen muss, um die Pokémon zu fangen“, sagt Carmen Richter (39) und begrüßt die innovative Idee des Entwicklerstudios Niantic. „Außerdem macht es Spaß, einen Spaziergang mit ‚Pokémon Go‘ zu verbinden - und sowieso ist man doch viel mehr unterwegs.“

Abends, wenn dann auch die Berufstätigen ihren Feierabend genießen, geht es dann in der Innenstadt so richtig bunt zu. Sobald ein Lockmodul (ein Item, das wilde Pokémon anlocken soll) an einem „Poké-Stop“ aktiviert wird, pilgern zahlreiche Trainer in dessen Richtung, um Pokémon abzustauben. „Und dabei kommt man ins Gespräch und lernt nette Leute kennen“, betont Richter. Sie mutmaßt, dass sich der Trubel um „Pokémon Go“ legen wird, sobald die Schule wieder anfängt. Allerdings - und das wird vermutlich viele Lehrer ärgern - befindet sich an fast jeder Peiner Schule eine Arena. Und dort lohnt es sich, zu kämpfen. Denn dann regnet es Prestige...

mgb

Viele "Pokémon-Trainer" sind volljährig

Das Besondere an „Pokémon Go“ ist für viele Spieler der Nostalgie-Faktor. Nintendo, beziehungsweise das Entwicklerstudio Niantic hat nämlich vor genau 16 Jahren die ersten Pokémon-Spiele in Europa veröffentlicht. Zielgruppe waren natürlich Kinder und Jugendliche – und genau diese sind jetzt erwachsen und haben sich besonders auf die Veröffentlichung von „Pokémon Go“ gefreut.

Für Peine gibt es sogar auf Facebook eine „Pokémon Go“-Gruppe, die fortlaufend mit News und Fotos zu dem Spiel gefüllt wird. Nach jetzigem Stand sind mehr als 200 User aktiv an den Diskussionen beteiligt und posten immer wieder die Fundorte ihrer seltenen Pokémon. Besonders interessant dabei ist der Altersdurchschnitt der Gruppenmitglieder: Viele Peiner „Pokémon-Trainer“ sind längst volljährig, was sich auch offener Straße bestätigt. Das könnte vielleicht auch an den hohen Anschaffungskosten für neue, leistungsstarke Smartphones liegen, die für das Spiel benötigt werden.

An sich ist das Spiel „Pokémon“ keine schlechte Sache. Um im Level aufzusteigen, benötigt man kein echtes Geld, und es bewegt die Spieler an die frische Luft zu gehen. Durch das viele Gehen hätten einige Peiner „Pokémon-Fans“ bereits mehrere Kilo abgenommen, andere freuen sich, ihre Umgebung näher kennenzulernen.

Auf der anderen Seite tauchen auch an Friedhöfen Pokémon des Typs Geist auf, und es lässt sich darüber streiten, ob es pietätlos ist, an einem Ort der Trauer ein buntes Spiel in voller Lautstärke zu spielen.

Solange das Entwicklerstudio jedoch keine Änderung vorsieht, muss jeder Spieler für sich selbst entscheiden, ob er an einem Ort der Ruhe Pokémon fangen möchte oder nicht.

mgb

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