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"Physio-Ranch" steht vor dem Aus

Vöhrum "Physio-Ranch" steht vor dem Aus

Sie wollte ihr Hobby zum Beruf machen, sich einen Lebenstraum erfüllen: Jeannine Bank kaufte vor anderthalb Jahren zusammen mit ihrem Ehemann Marcus einen alten Reiterhof am Buschweg in Vöhrum. Das Geschäft lief gut an, Reitstunden und Reittherapie waren sehr gefragt. Doch mittlerweile steht die „Physio Ranch“ vor dem Aus. Die Gründe dafür sind offenbar vielschichtig.

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Sorgen sich um ihre Existenz: Jeannine und Marcus Bank mit Sohn Finley (4). Im Hintergrund: Der kleine Ponystall.mic

Peine. Kurz nachdem die Banks samt Ponys eingezogen waren, habe es Anfang Oktober 2010 eine erste Beschwerde gegeben, erinnert sich Jeannine Bank (28). Ein Nachbar monierte den Geruch von Pferdemist und nahm mit der Stadt Peine Kontakt auf. Die habe dann zunächst den Abriss des kleinen Ponystalls angeordnet. Das Problem: Das Gebäude steht auf der Grundstücksgrenze, fällt damit unter das komplexe Regelwerk der Grenzbebauung.

Nach heutigen Richtlinien muss der Abstand zur Grundstücksgrenze mindestens drei Meter betragen. Zwar gab es auf dem Hof nach Angaben der Bank in den vergangenen Jahrzehnten immer Pferde. Nur hatte sich bis dahin offenbar noch nie jemand über die Tierhaltung beschwert.

Eine mögliche Lösung wäre wohl der Neubau eines Stalles an anderer Stelle auf dem Hof. Doch das kommt für die Banks derzeit finanziell nicht infrage. „Ich finde es total schade, dass das Interesse eines einzelnen Menschen vor das von vielen Kindern gestellt wird, die hier bei uns Spaß haben“, sagt Bank.

Mittlerweile hat es ein Gespräch mit der Stadt Peine gegeben. Diese habe eingelenkt, der Pony-Stall darf zwar stehenbleiben, aber nicht mehr genutzt werden. Bank: „Dafür möchten wir uns schon einmal ganz herzlich bedanken.“

Die Nerven liegen bei den Banks dennoch weiter blank: Erst kürzlich habe es gegen sie „eine Anzeige aus der Nachbarschaft“ gegeben. Moniert worden sei, dass die Ponys auf dem Hof knietief in Gülle stünden und Asbestplatten von der angrenzenden Reithalle abknabberten, sagt die gelernte Physiotherapeutin und Reittherapeutin. Das Amt habe dem Hof daraufhin einen unangekündigten Besuch abgestattet. Ergebnis: Der „Physio-Ranch“ wurden geradezu vorbildliche Haltungsbedingungen attestiert.

Da die Banks mittlerweile fünf Ponys verkaufen mussten und nun nur noch drei Therapiepferde da sind, steht der gesamte Betrieb auf der Kippe. „Wir mussten etwa 70 Prozent unseres Angebots einstellen“, sagt Bank. Auch über den Verkauf des Hofes sei bereits gesprochen. „Vielleicht war es naiv von uns, zu glauben, dass man auf einem Hof, auf dem 35 Jahre lang Pferde gehalten wurden, einfach weitermachen kann. Es ist sehr traurig.“

Auch einige Eltern und Vöhrumer haben sich bereits bei der Stadt für die Banks eingesetzt, so etwa die Familie Zielinski: „Frau Bank kaufte den Hof nur in der Annahme, dort gute Bedingungen für die Pferdehaltung zu haben. Nun scheint alle Mühe zum Scheitern verurteilt zu sein.“ Ingrid Bührke ist ebenfalls entsetzt: „Mein Enkelkind reitet hier, wir kommen aus Vöhrum, deshalb ist es ideal hier. Die nächsten Angebote sind kilometerweit weg.“

Der Nachbar der Banks, der sich über die Geruchsbelästigung bei der Stadt beschwert hatte (siehe Hintergrund), wollte sich auf PAZ-Anfrage nicht äußern.

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WartenWartenMit Blindheit per Definition geschlagen, dennoch nicht unsichtbar, präsentiere ich mich als unbeachtetes und ungeliebtes Stiefkind zeitgenössischer Literatur.

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