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Philip Kessler: „Kein herzlicher Empfang für Trump“

Peiner war bei Amtseinführung in Washington dabei Philip Kessler: „Kein herzlicher Empfang für Trump“

Der Peiner Philip Kessler, Sohn des ehemaligen Peiner Bürgermeisters Michael Kessler, lebt aktuell in Washington, der Hauptstadt der USA. Er hat daher hautnah erlebt, wie Donald Trump dort als 45. US-Präsident vereidigt wurde und wie die große Gegendemo mit 500 000 Teilnehmern (darunter Popstar Madonna) abgelaufen ist.

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Zahlreiche Menschen nahmen am Samstag in Washington an der Anti-Trump-Kundgebung teil. Der Peiner Philip Kessler (kl. Foto) erlebte die Ereignisse hautnah mit.

Quelle: dpa

Peine. Zur Person: Der Peiner Philip Kessler hat in Deutschland und England Politische Ökonomie studiert und ist zurzeit Doktorand am King’s College in London. Im Rahmen eines Forschungsauftrags ist er für vier Monate an der Georgetown University in Washington.

Hier seine Schilderung der aktuellen Geschehnisse in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten: „Nein, auf einen herzlichen Empfang konnte der Präsident nicht hoffen: Nur vier Prozent der Einwohner Washingtons hatten im November für Trump gestimmt, über 90 Prozent hingegen wollten Hillary Clinton im Weißen Haus sehen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Amtseinführung von Trump von vielen ,Washingtonians‘ boykottiert wurde.“

Allerdings habe dies nicht bedeutet, dass Trump am Freitag vor gänzlich leeren Rängen vereidigt worden sei. Im Gegenteil: Seit Monaten habe man kein Hotel mehr in Washington buchen können, „was dazu führte, dass relativ einfache Zimmer für viele Tausend Dollar pro Nacht vermietet wurden“. Dennoch könne man Trumps Inauguration nicht mit Obamas Amtseinführung vergleichen. Statt der 1,8 Millionen Zuschauer bei Obama seien es nach Schätzungen nur knapp die Hälfte bei Trump gewesen.

Die Sicherheitsvorkehrungen in der ganzen Stadt hätten zu einem kompletten Stillstand des gesamten Verkehrs geführt. Kessler sagt: „Die Bewohner der Innenstadt, zu denen ich auch gehöre, bekamen zum Beispiel ein Schreiben der Hausverwaltung mit dem Hinweis, dass sich die Hausverwaltung eng mit dem FBI und Polizei abgestimmt habe, um uns Bürger vor Ausschreitungen zu schützen. Dennoch konnte ich vom Fenster meiner Wohnung aus beobachten, wie es zwischen Polizei und Demonstranten zu Auseinandersetzungen kam, in deren Verlauf Fenster eingeschlagen und ein Auto in Brand gesetzt wurde.“

Obwohl Trump immer wieder betont habe, das Land einen zu wollen, seien die Fronten speziell nach seiner unversöhnlichen Einführungsrede extrem verhärtet. Die Rhetorik beider Seiten lasse darauf schließen, dass sich daran auch so schnell nichts ändern werde. „Bei Studentenprotesten an meiner Universität in Georgetown wird dazu aufgerufen, Trumps ,faschistisches Regime‘ zu stürzen, wohingegen Trumps Befürworter begeistert von einer neuen Ära schwärmen“, so der Peiner. Zwar sei Trumps wirtschaftspolitisches Programm noch nicht klar umrissen, aber es scheine festzustehen, dass er auf weniger Einwanderung und mehr selektiven Protektionismus setzen werde, „was nur schwer mit den politischen Vorstellungen der liberalen Mitte in Einklang zu bringen ist“.

Es bleibe spannend abzuwarten, ob Europa angesichts seiner multiplen Krisen die Kraft besitze, sich gegenüber den Vereinigten Staaten in dieser Situation zu behaupten.

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