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Peinerin schreibt „Landhaus-Krimis“

Peine Peinerin schreibt „Landhaus-Krimis“

Ein Häuschen in Peine in einer stillen Wohnstraße, Vögel singen, eine Katze liegt gelangweilt auf einer Fensterbank. Der Postbote ist weg - nun ist es wieder ruhig. Hier lebt Silvia Nagels. Sie mag es gemütlich, das merkt man.

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Neue Peiner Krimi-Autorin: Silvia Nagels mag es gemütlich.

Quelle: uj

Peine. Wenn die 48-jährige Köchin nach aufreibendem Küchen-Stress daheim ist, braucht sie Entspannung. Die wartet an ihrem Schreibtisch, wenn sie sich auf dem hölzernen, noch aus ihrer Kindheit stammenden Schreibtischstuhl niederlässt. „Arbeite ich an dann meinem neuen Kriminalroman, versinke ich in meinen Gedanken“, sagt sie und dass sie dann wirklich alles um sich herum vergesse.

Ob ihr Lebensgefährte im gleichen Raum fernsehe oder selbst direkt neben ihr an seinem Schreibtisch arbeite - „ich bin gedanklich weit weg in Barkenholt bei meiner Käthe Hansen“. Die Autorin mag es ebenso gemütlich wie Käthe, ihre Zentralperson. Käthe ist die Jüngste nicht mehr, der Gatte kürzlich eines natürlichen Todes aus dem Dasein geschieden, Kater Hansen ist dafür umso lebendiger. Das verschlafene 250-Seelen-Nest hat Nagels exklusiv für ihre rüstige Roman-Heldin erschaffen. Dort spürt die Heldin mit ihrem Nachbarn in Nagels Erstling „Käthe sucht Geheimnisse in Barkenholt“ einer Familien-Heimlichkeit nach.

Die Liebe hat die gebürtige Duisburgerin vor elf Jahren an die Fuhse gelockt. Als sie noch in der Heimat des berühmten Tatort-Hauptkommissars Schimanski zur Schule ging, schrieb sie bereits die berühmten „Burg-Schreckenstein“-Romane weiter, als deren Autor Oliver Hassencamp dies bereits aufgegeben hatte. Dass der Fischer-Verlag damals ihre Manuskripte mit freundlichen Worten des Bedauerns der Zwölfjährigen zurückschickte, trägt Nagels längst sowohl mit Fassung als auch mit Humor „Immerhin hat sie meine Tochter später gerne gelesen“, sagt sie und klingt trotzdem ein bisschen trotzig.

Als Käthes geistige Mutter widmet sie sich nun dem, was der ambitionierte Liebhaber gepflegter Literatur-Morde „englischer Landhaus-Krimi“ nennt: Nach mühevoller Mundarten-Recherche lässt sie die Landfrau Käthe zuweilen in das ostfriesische Plattdeutsch verfallen. Überhaupt: Recherche. Wie sieht eine Wasserleiche nach zwei Tagen aus? Wie riecht sie? Wie funktioniert die „C14-Methode“ zur Altersbestimmung?

Nagels bleibt dabei gemütlich und ermittelt ausschließlich im Internet. „Live und in Farbe muss ich das wirklich nicht sehen“, sagt sie und schüttelt sich. Wenn sich aber der Vorhang vor ihrem Kopfkino hebe, müsse sie diesen Film vor ihrem geistigen Auge nur noch abschreiben - „manchmal stundenlang, 45 Seiten mit je 1800 Anschlägen inklusive Leertaste“, präzisiert sie.

421 Seiten brauchte Käthe, das Familiengeheimnis zu entschlüsseln. Zu kaufen gibt es das Werk ausschließlich im Internet-Buchhandel. Vielleicht sollte die Autorin irgendwann das Genre wechseln und sich über die Schwierigkeiten von Selbst-Verlegern auslassen. Stoff genug hätte sie ausreichend, wenn sie auch auf Facebook, in Autorenforen und bei Amazon viel Zustimmung erfahre.

uj

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