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Peiner schrieb Buch über Geschichte von BASF

Peine Peiner schrieb Buch über Geschichte von BASF

Sein Elternhaus stand an der Breiten Straße 24, gleich nebenan residierte bis Anfang der 70er-Jahre die Redaktion der Peiner Allgemeinen Zeitung samt Druckerei.

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In China: Grabicki beim Besuch der Großen Mauer.

Quelle: oh

Peine. Diese Tatsache hat die Entscheidung von Michael Grabicki (63), Journalist zu werden, wohl stark beeinflusst - so sieht er es jedenfalls aus der heutigen Perspektive. Abitur am Ratsgymnasium Peine, Studium der Politik und Literaturwissenschaft in Göttingen, Volontariat beim Göttinger Tageblatt und bis 2013 Pressechef beim Chemiekonzern BASF. Danach hat Grabicki ein außergewöhnliches Buch geschrieben. Es heißt „Eine lange Reise“, erzählt auf 400 Seiten die Geschichte der BASF in China von 1885 bis heute und ist jetzt im Verlag Hoffmann und Campe erschienen.

Davon träumt wohl jeder Journalist: Ein großes Projekt realisieren zu können - und dabei von allen lästigen Alltagsjobs entbunden zu sein. Und etwas zu schaffen, das die Zeitung von gestern überdauert. Traum erfüllt: Seit 1998 Chef der Wirtschafts-Pressestelle beim Ludwigshafener Global Player, beauftragte die BASF Grabicki 2012 mit den Recherchen zu dem Buch, das in diesem Jahr anlässlich des 150-jährigen Unternehmens-Jubiläums erscheint.

Hintergrund: Als größter ausländischer Chemie-Investor beschäftigen die Ludwigshafener mehr als 8000 Mitarbeiter in China und erwirtschaften dort zehn Prozent des Konzern-Umsatzes. Die lange Unternehmens-Reise begann vor bereits 130 Jahren; damit ist BASF so lange im China-Geschäft tätig wie kaum ein anderes Unternehmen. „Faszinierender als diese Zahlen waren aber die Aufzeichnungen von Mitarbeitern, die Anfang des 20. Jahrhunderts in dem Land tätig waren, das von Aufständen und Bürgerkriegen zerrissen war und von Kolonialmächten unterdrückt wurde“, blickt Grabicki zurück. „Noch spannender waren die Gespräche, die ich mit BASF-Pionieren geführt habe, die dort vor einem Vierteljahrhundert gearbeitet haben. Ich hatte Zugang zu chinesischen Politikern und Wirtschaftsführern, konnte in Unternehmenszentralen und Parteiresidenzen recherchieren. Für mich war die zweijährige Arbeit an dem Buch so etwas wie Rückkehr in den Journalismus und an die Uni zugleich“.

Rückkehr? Einer wie Grabicki dürfte auch in den Pressestellen-Jahren die Grundregel nicht verlernt haben, dass erst „human interest“ jeder gut recherchierten Story die nötige Spannung und Farbe verleiht. Seinen persönlichen Abschied vom Zeitungsjournalismus 1989, als er Göttingen in Richtung Ludwigshafen verließ, bedauert Grabicki insofern noch heute, als er sich dem Jahrhundert-Thema „Fall der Grenze“ eben nicht als Schreiber widmen konnte.

Dafür hat ihn sein weiterer Weg allerdings reich beschenkt: Einstieg bei der BASF („von der ich nicht mehr wusste, als dass sie Audio-Kassetten herstellt“), verantwortlich für die Werkszeitung, Kommunikation für den Standort Ludwigshafen mit damals noch 45 000 Mitarbeitern, Aufbau das werkseigenen Fernsehens im Kabelnetz. Später dann Aufstieg zum Leiter der Wirtschaftspressestelle: „Besonders gefallen hat mir an diesem Job, dass er absolut international war, ich also ein ordentliches Stück von der BASF-Welt gesehen habe: Börsengang an der New York Stock Exchange, Entwicklung neuer Erdgasfelder in Westsibirien, Aufbau eines Verbundstandortes in Nanjing, Inbetriebnahme neuer Anlagen in Mexiko. Dazu mediale Vorbereitung freundlicher Akquisitionen und auch mal einer feindlichen Übernahme“, so Grabicki.

Das Thema Asien-Pazifik habe dabei von Jahr zu Jahr an Wichtigkeit gewonnen. Und jetzt das China-Buch, mit dem sich Grabicki vom Leiden aller Pressesprecher befreit hat: „Etwas Längeres und Nachhaltigeres zu produzieren als kurzlebige Mitteilungen“. Und die Zukunft? Noch „ein paar Projekte im Zusammenhang mit dem Jubiläumsjahr“ will Michael Grabicki schultern, danach will er sich aus dem aktiven Berufsleben verabschieden.

red, Andreas Stephainski

• Michael Grabicki: „Eine lange Reise - Die Geschichte der BASF in China von 1985 bis heute“. Hoffmann & Campe, 404 Seiten, Hardcover, Schutzumschlag, 16,50 Euro.

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