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Peiner Prostituiertenmord: Prozess hat begonnen

Tote im Love-Mobil Peiner Prostituiertenmord: Prozess hat begonnen

Am Dienstag hat vor dem Schwurgericht des Landgerichts Hildesheim der Prozess gegen einen 45-Jährigen aus dem Landkreis Wolfenbüttel begonnen. Dieser soll im vergangenen November eine Prostituierte bei Hofschwicheldt erwürgt haben.

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Der 45-jährige Angeklagte (rechts) und sein Anwalt Olaf Klemke im Gerichtssaal in Hildesheim.
 

Quelle: Antje Ehlers

Hildesheim/Peine.  Noch bevor der Vorsitzende Richter am Landgericht Hildesheim eröffnen konnte, stellte Olaf Klemke, der Anwalt des Beschuldigten und einstiger Verteidiger im NSU-Prozess, einen Antrag auf Befangenheit des Vorsitzenden Richters und einer Beisitzenden Richterin, ebenso wie für eine Schöffin. Im Zwischenprozess soll der Beschuldigte Angaben gemacht haben, welche laut Anwalt nicht für die Verwertung gedacht worden waren, das Gericht sie dennoch berücksichtigt habe.

 „Das Gericht ordnet an, das Hauptverfahren fortzusetzen“, so der Richter und bezog sich in der Begründung auch auf die anhaltende Untersuchungshaft, in der sich der Angeklagt seit dem 15. Dezember des vergangenen Jahres befindet. Damit komme dem Beschleunigungsgrundsatz Bedeutung zu, so der Richter weiter.

Doch es sollten nicht die einzigen Anträge bleiben, die der Rechtsanwalt stellte, und immer wieder wurde die Verhandlung unterbrochen. Letztendlich forderte der Anwalt, die seitens der Staatsanwaltschaft vorbereitete Anklageschrift nicht zuzulassen, da diese „nicht gestrafft“ und für die beteiligten Schöffen zu ausführlich seien. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt.

Erst am Nachmittag konnten die Personalien des ledigen Beschuldigten festgestellt und die Anklageschrift verlesen werden. Die Anklage lautet auf Totschlag. Der Beschuldigte selbst äußerte sich nicht und ließ über seinen Anwalt verlauten, dass er unschuldig sei.

Im Anschluss an die Verlesung der Anklage konnte die erste Zeugin, eine ehemalige Kollegin der Toten, gehört werden. Sie konnte sich gut an den Tatabend und das Auffinden des leblosen Opfers erinnern,nur unter Tränen war sie in der Lage, das Auffinden durch einen weiteren Zeugen zu schildern, während der Angeklagte scheinbar unbeteiligt Notizen machte. Weitere geladene Zeugen werden aufgrund der Verzögerungen zu einem späteren Termin einbestellt.

Der erste Prozesstag war durch viel Taktieren mit zahlreichen Anträgen des Anwalts und Beratungen bestimmt. Er wurde bereichert durch einige Wortgefechte zwischen Anwalt auf der einen und Gericht und Staatsanwaltschaft auf der anderen Seite.

Von Antje Ehlers

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