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Peiner Krankenschwester war 1989 in der Prager Botschaft

25. Jahrestag Peiner Krankenschwester war 1989 in der Prager Botschaft

Dungelbeck. Annemagret John aus Dungelbeck hat Historisches erlebt. Heute vor 25 Jahren stand sie mit dem damaligen Außenminister Hand-Dietrich Genscher auf dem Balkon in der Prager Botschaft, als er um 18.58 Uhr den über 5000 Flüchtlingen mitteilte, sie dürfen ausreisen.

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Annemagret John in weißer DRK-Kleidung (vorne links) hat in der Prager Botschaft die dramatischen Ereignisse rund um den 30. September 1989 hautnah mitbekommen.

„Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise möglich geworden ist!“ Annemagret John war als einzige westdeutsche Krankenschwester des DRK dabei, um die DDR-Flüchtlinge zu betreuen. Noch heute bekommt sie eine Gänsehaut, wenn sie über die dramatischen Tage erzählt. „Das war grenzenlose Freude“, erinnert sie sich. Niemand wusste, dass Genscher kommt. „Als er dann durch das Tor ging, haben die Menschen ihn sofort erkannt und wussten: Jetzt gibt es eine Lösung!“

Die Tage zuvor kletterten immer mehr Flüchtlinge über den hinteren Zaun des Geländes. „Sie reichten erst die Kinder rüber, dann ihr Gepäck. Sie trauten sich nicht durch den von der Polizei bewachten Eingang zu gehen“.

Es waren junge Menschen, viele Familien mit Kindern. Um sich die Zeit zu vertreiben, hatten viele Brettspiele dabei. Und bei allen herrschte die Hoffnung: Es gibt ein Happy End. Alles wird gut!“

Gewohnt haben die Ausreisewilligen in Zelten mit dreistöckigen Betten oder in eigenen Campingzelten, die sie dabei hatten, weil sie im Urlaub waren. Der Platz reichte nicht. „Viele wohnten und schliefen auf den breiten Treppenstufen des Botschaftsgebäudes“, sagt John. Der DRK-Transporter fuhr täglich zur Grenze, um Windeln für Kleinkinder, Pflegemittel, Handtücher und Arzneimittel zu besorgen. Denn viele hatten sich erkältet.

Nach Genschers erlösenden Worten standen Busse bereit. „Trotzdem hatten die Menschen große Angst, wollten nicht ohne Begleitung das Botschaftsgelände verlassen und zu den Bussen gehen. Da sind dann Botschaftsmitarbeiter mitgegangen. Auch eine schwangere Frau kurz vor der Entbindung bestand darauf. Sie wäre sonst nicht ins Krankenhaus gefahren“, sagt die stellvertretende DRK-Vorsitzende in Peine. Annemagret John denkt gerne daran zurück. „Für die Freiheit würde ich es immer wieder tun.“

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