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Peiner Festsäle: 90 Jahre Theatertradition

Peine Peiner Festsäle: 90 Jahre Theatertradition

90 Jahre Peiner Festsäle: Ein Jubiläum, dass am Montag mit einem großem Empfang gefeiert wird. Ab 16 Uhr kommen in dem Theater geladene Gäste zusammen, um neun Jahrzehnte Peiner Kulturgut zu würdigen. Auf dieser Sonderseite blickt die PAZ zurück auf die Anfänge des ältesten Peiner Schauspielhauses, das einst aus einer Liebesgeschichte heraus entstand.

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Peine. Am 13. Mai 1922 fand die offizielle Eröffnung der Peiner Festsäle statt - doch die Geschichte des Theaters hatte genau betrachtet bereits im Jahr 1914 mit der Heirat zwischen Gerhard Meyer, Aufsichtsratsvorsitzendem der Ilseder Hütte, und der Schauspielerin Anna Glenk begonnen. Durch Glenks Leidenschaft für die Schauspielerei überzeugte sie ihren Ehemann, einen Ort für kulturelle Veranstaltungen zu schaffen.

Dieser Wunsch war die Geburtsstunde der Peiner Festsäle: Bis 1922 wurde das Gebäude am Friedrich-Ebert-Platz von dem Architekt Anton van Norden zu den Festsälen umgebaut. Auf die Einweihungsaufführung „Johanna von Orléans“ - mit Glenk in der Hauptrolle - folgten neun Jahrzehnte mit Veranstaltungen der unterschiedlichsten Art. „Die Peiner Festsäle sind seit neunzig Jahren der kulturelle Mittelpunkt Peines“, sagt Christian Hoffmann, Vorsitzender des Kulturrings. „Auch standen auf der Bühne der Festsäle schon viele Stars.“ Er denkt dabei an Persönlichkeiten wie Katja Riemann, Götz George oder Heiner Lauterbach, die bereits in den Festsälen aufgetreten sind.

„Die Festsäle haben in den neunzig Jahren ihres Bestehens geschätzt 3,5 Millionen Besucher gesehen“, vermutet Hoffmann. In den 24 Jahren, die er beim Kulturring arbeitet, hat er bei den Veranstaltungen schon einige kurzfristige Umbesetzungen oder Ausfälle miterlebt.

„Einmal mussten wir kurz vor der Aufführung noch Ersatz für einen ausgefallenen Schauspieler finden. Ich wollte gerade selbst zu der Veranstaltung zu fahren“, erinnert sich Hoffmann. Ein Schauspieler habe den Text daraufhin mit Textbuch vorgetragen. „Theater ist nun einmal etwas Lebendiges.“

Beim Empfang am Montag anlässlich des Jubiläums und der abgeschlossenen Sanierungsarbeiten wird auch eine Ausstellung zum Thema „90 Jahre Peiner Festsäle“ eröffnet.

leo

Die Geschichte der Peiner Festsäle

Einst eine Gaststätte, später ein Theater: Am 1. Oktober 1920 erwarb das Peiner Walzwerk die Festsäle, ein Gebäude, das zuvor mehrfach als Gaststätte gedient hatte. Der maßgebliche Impuls zum Kauf des Gebäudes war von Anna Meyer-Glenk, Ehefrau des Vorstandsvorsitzenden Gerhard Meyer, ausgegangen. Sie war selbst Schauspielerin. Den Auftrag zum Umbau erhielt der Architekt Anton van Norden.

Die Abbrucharbeiten begannen am 3. Januar 1921, Schäden am Gebäude erforderten jedoch den nahezu vollständigen Abriss. Die Eröffnung der Peiner Festsäle fand am 13. Mai 1922 mit der Vorstellung „Die Jungfrau von Orléans“ statt – mit Anna Meyer-Glenk in der Hauptrolle. Seit 1947 ist der Kulturring Peine Veranstalter der Peiner Festsäle. 1956 wurde das Gebäude grundlegend umgestaltet und renoviert. Am 29. März 1973 beschloss der Rat der Stadt Peine den Kauf der Festsäle. Der Theaterbetrieb wurde umfassend ausgebaut. Passend zum 75. Geburtstag wurde das Gebäude 1997 weiter renoviert. 2002 wurde eine Büste von Anna Meyer-Glenk im Foyer des Theaters aufgestellt, sie gilt als „Mutter des Peiner Theaters“.

Da die Bühnentechnik irgendwann nicht mehr den modernen Anforderungen entsprach, wurde diese im Jahr 2005 erneuert, außerdem wurde bis 2010 für zwei Millionen Euro das ganze Theater saniert und umgestaltet.

leo

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