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Peiner (13) erkämpft vor Gericht Therapie-Kosten

Kreis Peine Peiner (13) erkämpft vor Gericht Therapie-Kosten

Teilerfolg für die Familie eines 13-Jährigen, der an Legasthenie (siehe Hintergrund) leidet: Vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig wurde dem Peiner nachträglich eine Kostenübernahme der Therapie für drei weitere Monate zugesprochen.

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Legasthenie beschreibe eine Lese-Rechtschreibe-Schwäche – und kann bei Betroffenen zu seelischen Störungen führen.

Quelle: A

Bereits seit Mai 2007 war der heute 13-Jährige aus dem Kreis Peine wegen seiner Legasthenie in Therapie. Über mehrere Jahre bewilligte das Jugendamt die Kostenübernahme.

Torsten Baumgarten, Pressesprecher des Verwaltungsgerichts in Braunschweig, erläutert: „Im Juli 2010 verlängerte das Jugendamt die Kostenübernahme nochmals um sechs Monate. Im Anschluss erhielt der Kläger bis Mitte 2011 weiter Legasthenieförderung, allerdings ohne Kostendeckungszusage des Jugendamtes.“ Mit ihrem Verlängerungsantrag vom Dezember 2010 reichte die Mutter des Klägers die Stellungnahme einer Kinder- und Jugendpsychiaterin ein, in der die Fortführung der Förderung empfohlen wurde - erst im Juni 2011 lehnte die Behörde den Verlängerungsantrag ab.

Nach der Verhandlung gab das Verwaltungsgericht der Klage für die Zeit bis einschließlich Januar 2011 statt. Begründung: Aus den Bewilligungsbescheiden des Kreises sei nicht eindeutig ersichtlich gewesen, dass die Kostenübernahme nur bis zum 31. Oktober 2010 erfolgen sollte.

Für den darauf folgenden Zeitraum gibt es indes keine Kostenübernahme: „Wegen der positiven Entwicklung des Klägers war die Gefahr, dass die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist, nicht mehr gegeben“, schildert Baumgarten.

Denn: „Der Kläger hat einen altersentsprechenden Freundeskreis, weiß sich in seiner Freizeit sinnvoll zu beschäftigen und geht gern zur Schule.“

js

Legasthenie und die Rechtsprechung: Legasthenie wird auch als Lese-Rechtschreib-Schwäche bezeichnet und bezeichnet eine massive Störung des Erwerbs der Schriftsprache. Bei frühzeitiger Erkennung können die Probleme oft kompensiert werden, je später eine Therapie begonnen wird, desto geringer sind die therapeutischen Effekte.

Nach dem Sozialgesetzbuch muss die Jugendhilfe Therapiekosten für eine solche Störung nur unter zwei Voraussetzungen übernehmen: Erstens muss ohne die Therapie eine seelische Störung von längerer Dauer vorliegen oder drohen. Dies kann etwa der Fall sein, wenn nach fachärztlichen Feststellungen als Folge dieser Beeinträchtigung psychische Störungen eintreten. Zweitens muss die festgestellte seelische Störung die Teilhabe des Kindes am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigen oder eine solche Beeinträchtigung drohen. Schulprobleme oder Schulängste reichen dafür nicht aus.

js

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