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Peine trägt das Truchsess-Wappen
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Peiner Stadtwappen Peine trägt das Truchsess-Wappen

Symbol des Peiner Stadtwappens ist der Wolf, der über zwei Korngarben springt. Der Mittelalter-Experte Professor Dr. Bernd Ulrich Hucker hat jetzt herausgefunden: Das Wappen, das einst der Stadtgründer Graf Gunzelin von Wolfenbüttel trug, geht nicht auf dessen Familie zurück, sondern auf dessen Amt als Reichs-Truchsess.

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Das Wappen der Stadt Peine.

Quelle: Stadt Peine

Peine. 1223, die Jahreszahl der Stadtgründung, stellt der Mittelalter-Experte Professor Dr. Dr. Bernd Ulrich Hucker aus Vechta in Frage. Und auch zum Stadtwappen hat er Neuigkeiten. Nein, an der historischen Figur Graf Gunzelins von Wolfenbüttel als Stadtgründer rüttelt Hucker nicht – im Gegenteil: Das Stadtwappen geht nach seiner Meinung auf den Grafen zurück, und zwar ausschließlich auf ihn.

Denn der Wolf, der über die Korngarben springt, war einzig Symbol von Graf Gunzelin. Andere aus seiner Familie trugen es nicht. Das sei auch nicht verwunderlich, denn bei den Symbolen handele es sich um die Zeichen des Truchsess – und nur Gunzelin hatte dieses Amt inne.

Abdrücke des 14. Jahrhunderts zeigen das Stadtsiegel mit einem Wolf, der nach rechts über zwei Getreidegarben springt. Die jüngeren Tinkturen sind von Gold und Rot gespalten, der Wolf ist schwarz. Das Wappenbild ist dasselbe, wie es das Siegel des Truchsessen Gunzelin zeigt, das in Abdrucken von 1219 bis 1234 überliefert, aber zweifellos älter ist. Auch das Quedlinburger Kästchen von 1209 zeigt dieses Wappen Gunzelins – die Tinkturen sind hier auf Rot ein weißer Wolf und zwei weiße, rotgefasste Garben.

Die bisher gar nicht oder falsch als Bündel gedeuteten Garben Korn oder Ähren finden ihre angemessene Erklärung durch eine zeitgenössische Illustration im „Willehalm“ des Dichters Wolfram von Eschenbach. Der Buchilluminator hat jedem Hofamtsträger ein kleines Bild beigegeben: dem Marschall ein Schwert, dem Schenken einen Krug. Die Reihe lässt sich fortsetzen. Die Korngarbe steht dort für den Truchsess. Der war war einst für die kaiserliche Tafel zuständig. Zur Zeit der Stadtgründung Peines war es Graf Gunzelin.

Die Symbole für die Hofbeamten, die meist aus dem niederen Adel stammten, waren im Willehalm noch als Veralberung gedacht. Später trugen die Ministerialen, zu denen auch Gunzelin zählte, die Symbole voller Stolz. Dadurch, dass die Korngarben auch im Stadtsiegel ihren Niederschlag fanden, weisen sie laut Professor Hucker eindeutig auf Gunzelin hin. Denn keiner seiner Söhne bekleidete das Amt eines Truchsessen.

Gunzelins Wappen ist ein typisches Amtsträgerwappen – und als solches ist es in das Stadtwappen übergegangen. Für den Professor und Leiter der Landesausstellung „Otto IV.“ in Braunschweig ist das zwar kein zwingender Beweis darauf, dass auch der Kaiser an der Stadtgründung mitgewirkt hat, es ist aber immerhin ein Hinweis.

Hucker hat die bisherige Jahreszahl der Stadtgründung 1223 in Frage gestellt. Für ihn liegt es näher, dass die Stadt im Todesjahr des Kaisers gegründet worden ist: Otto IV. starb 1218.

pif

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