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Peine leidet unter Billig-Stahl

Peine Peine leidet unter Billig-Stahl

Neue Sorge um den Stahlstandort Peine: Beim „1. Niedersächsischen Stahldialog“ in Hannover schlug Wirtschaftsminister Olaf Lies Alarm: „Die Stahlindustrie ist in ihrer Existenz gefährdet.“ Auch PTG-Betriebsratsvorsitzender Udo Meyer war dabei.

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Das Stahlwerk in Peine: Chinesischer Billig-Stahl bedroht Arbeitsplätze in der heimischen Industrie.

Quelle: Archiv

Peine. Auch Udo Meyer, Betriebsratsvorsitzender der Peiner Träger, betrachtet die Entwicklung mit den Billig-Stahl-Importen aus China mit großer Sorge. Er hat beim Stahldialog in Hannover mitdiskutiert.

„Bei diesem Dialog wurden Probleme angesprochen, die auch andere Industriezweige betreffen oder bald betreffen werden“, sagte Meyer gestern gegenüber der PAZ. Es gehe nicht nur um eine Lösung für die Stahlindustrie, sondern um eine generelle Problematik mit weitreichenden Folgen.

Zum Hintergrund: Chinas Stahlindustrie behindere mit staatlich gestützten Dumping-Preisen den fairen Wettbewerb, heißt es in der Erklärung des Wirtschaftsministeriums, der Gewerkschaft IG Metall und der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Die USA und andere Märkte würden sich mit hohen Strafzöllen gegen diese „aggressive und wettbewerbsferne Exportpolitik“ schützen, in Europa fehle ein effektiver Schutz. Zudem würden die europäischen Umweltstandards, an die sich China nicht hält und die demnächst verschärft werden, für ungleiche Voraussetzungen auf dem Weltmarkt sorgen.

Angesichts der Bedeutung der Stahlerzeugung in Niedersachsen, wo rund 10 000 Menschen direkt in der Stahlindustrie beschäftigt sind, gebe die Entwicklung Anlass zu größter Sorge. Auch an der Salzgitter AG, zu der die Peiner Träger gehören, ist die Entwicklung nicht vorbei gegangen (PAZ berichtete mehrfach). Bei den Peiner Trägern gibt es derzeit 770 Arbeitsplätze.

„Die Europäische Union muss sich gegen die derzeitige Entwicklung stemmen. Wir brauchen eine globalisierte, vernünftige Wirtschaftspolitik“, erklärt Meyer. Die Stahlindustrie sei aufgrund der großen Einigkeit aller Beteiligten - Gewerkschaften, Politik und Unternehmer - schnell in der Konsensfindung und presche daher in dieser Frage vor.

Möglichkeiten, auf die Überschwemmung des europäischen Marktes zu reagieren, gebe es durchaus. Der Zugang kann beispielsweise durch Zölle oder Einfuhrbeschränkungen geregelt werden.

Alle Beteiligten fordern die Europäische Union zu einem schnellen Handeln auf. „Niemand in Europa kann ein Interesse daran haben, dass massiv Arbeitsplätze in der heimischen Stahl-Industrie verloren gehen, die schon jetzt weltweit am umweltschonendsten produziert“, sind sich die Teilnehmer des Stahldialogs einig.

wos

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