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Pastoren dringend gesucht: Superintendent Menke wirbt für den Beruf

Kreis Peine Pastoren dringend gesucht: Superintendent Menke wirbt für den Beruf

Kreis Peine. Pastoren dringend gesucht: Im Kreis Peine, wie auch allgemein in der evangelischen Landeskirche, droht ein Seelsorgermangel.

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Für sie ist der Beruf auch Berufung (v.l.): Silvia Lüddecke, Isabelle Watral, Nina Kleinsorge, Superintendent Dr. Volker Menke, Dominik Christian Rohrlack, Jan-Philipp Behr und Dr. Michaela Engelmann.

Quelle: im

Dabei ist der Beruf für junge Leute von heute sehr attraktiv und bietet gute Zukunftsaussichten. „Der Beruf des Pastors bedeutet ganz viel Freiheit“, sagt Peines Superintendent Dr. Volker Menke. Und er ist von der Zukunft des Berufes fest überzeugt: „Kirche besteht aus Menschen, deshalb macht sie auch Fehler, aber sie ist an sich für die Atmosphäre in unserer Gesellschaft unschätzbar wertvoll. Gottes Liebe gibt den Impuls für Nächstenliebe.“

Bei dem Beruf von Job zu sprechen, wäre verfehlt. „Es geht um Beruf und Berufung“, so Menke. Dies stellt sich auch im Gespräch mit jungen Menschen heraus, die sich für theologische Berufe entschieden haben, denn nicht alle hatten die Laufbahn von vornherein geplant. Deutlich wird auch, theologische Berufe sind weder verstaubt noch weltfremd - im Gegenteil.

Die Theologiestudentinnen Silvia Lüddecke (20) und Nina Kleinsorge (19) sind über die Jugendarbeit zum Berufswunsch gekommen. Sie reizt der „Kontakt zu Menschen aller Altersgruppen, ihnen zu helfen und für sie da zu sein“. Ähnlich ist es bei Isabelle Watral, frühere Diakonin für Jugendarbeit. Sie hat als Ehrenamtliche viel Erfahrung in der Arbeit mit Kindern sowie Jugendlichen gesammelt und in Hannover Religionspädagogik, Diakonie und Soziale Arbeit studiert. „Ich habe so viel erlebt und erfahren, dass ich etwas davon zurückgeben möchte“, sagt die 25-Jährige.

Jan-Phillip Behr hat sich spontan für Theologie entschieden, nachdem er kurzfristig überlegte hatte Deutsch und Religion auf Lehramt zu studieren. „Es macht Spaß und Freude“, sagt der 26-Jährige. Das Studium bereite zwar theoretisch auf den Beruf des Pastors vor, aber nicht so sehr auf die Praxis.

Das wissenschaftliche Interesse war für Dr. Michaela Engelmann, die nach den Ferien Schulpastorin in Hameln wird, ausschlaggebend für das Theologiestudium. „Das muss man halt glauben, reichte mir nicht, ich wollte lernen selbst Antworten auf meine Fragen zu finden“, erklärt die 34-Jährige. Vor dem Beruf des Pastors hat sie großen Respekt. Er sei eine Herausforderung, aber auch vielseitig und spannend. Für sie sei es klar gewesen, dass sie Pastorin wird.

„Ich war mir sicher, ich werde nie Theologie studieren, mein Vater war Pastor“, sagt Dominik Christian Rohrlack - und nun ist er selber Pastor in Ölsburg und Gadenstedt. Rohrlack fing zunächst mit dem Studium der Sozialwissenschaften in Göttingen an. Daneben engagierte er sich in der Sterbebegleitung, und dort wusste eine Frau: „Er wird Pastor!“ Sie sollte Recht behalten.

Rohrlack besuchte ein Theologie-Seminar und war begeistert. „Der Beruf ist sehr vielseitig, es ist unheimlich spannend, mit Menschen in Kontakt zu kommen und ihnen in ihrer Vielfalt zu begegnen.“

Diese Grundbegeisterung wünscht sich Menke von allen, die diesen Dienst aufnehmen. „Mein Auftrag ist es, Menschen in allen unterschiedlichen Situationen ihres Lebens ihrer Würde bewusst zu machen, dies mit Begeisterung zu leben und die gute Botschaft zu vermitteln - in Freud und in Leid. Ich will zeigen, dass das Leben in der Kirche blühen kann.“

jti

Bei zwei Ausschreibungen nur je eine Bewerbung

Peine. Der Kirche droht ein Mangel bei Pastoren und Diakonen. „Im Kirchenkreis Peine werden von 2015 bis 2020 fünf Pastoren aus dem Dienst ausscheiden, bei den Diakonen und Diakoninnen sind es von 2014 bis 2019 fünf Personen auf vier Stellen“, erklärt Peines Superintendent Dr. Volker Menke. Zurzeit sind im Kirchenkreis mit ganzen, Dreiviertel- oder halben Stellen 35 Pastoren und Pastorinnen tätig. Im Bereich der Diakone und Diakoninnen sind es aktuell sieben Personen (5 ganze Stellen, 2 halbe).

Zum Kirchenkreis gehören rund 51 000 Kirchenmitglieder in 40 Kirchengemeinden und acht Kapellengemeinden. „Bei zwei Ausschreibungen im Bereich der Diakone und Diakoninnen – eine zunächst auf fünf Jahre befristete Stelle der Nachwuchsförderung sowie eine weitere als Schwangerschafts- und Elternzeitvertretung – hat es jeweils nur eine Bewerbung gegeben“, verdeutlicht Menke. Auch die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover schlägt Alarm: Sie rechnet damit, dass sich die Zahl ihrer derzeit rund 1800 Pastorinnen und Pastoren nach jetziger Lage bis 2030 halbieren wird.

„Aufgrund von Sparmaßnahmen, verbunden mit Stellenkürzungen, konnten in zurückliegenden Jahren nicht alle Bewerber nach dem Studium oder Vikariat übernommen werden. Das mag in der Folge Interessierte abgeschreckt haben, überhaupt mit dem Studium zu beginnen“, sagt Menke zu möglichen Gründen. Das Pendel schlage sozusagen in die andere Richtung aus. Früher habe es aus Pastorenfamilien öfter Nachwuchs gegeben, was heute nicht mehr so selbstverständlich sei.

„Wenn sich ferner weniger junge Menschen in der kirchlichen Jugendarbeit engagieren, gibt es damit auch weniger Personen, bei denen durch ihre Teilnahme oder Mitarbeit das Interesse für kirchliche Berufe geweckt wird. Insgesamt sind die Jahrgänge, die in Berufsausbildung und Studium streben, kleiner geworden. Auch viele andere Bereiche werben um Nachwuchs“, erläutert der Superintendent.

Entgegensteuern könne man durch Info-Veranstaltungen an Schulen oder bei Berufsfindungsbörsen. In Kirchengemeinden könnten Personen gezielt angesprochen werden, ob sie sich nicht vorstellen könnten, Pastor/Pastorin oder Diakon/Diakonin zu werden. „Und man kann und möge beten, Gott möge Menschen doch berufen, denn ohne innere Berufung lässt sich der Beruf nicht leben und ausüben“, sagt Menke. Darüber hinaus seien auch immer Praktika möglich. Menke: „Bei Pastor Dr. Sebastian Thier in der Martin-Luther-Kirchengemeinde Peine hat zum Beispiel vor wenigen Monaten eine Schülerin dies getan.“

Ein Vorteil für den Kreis Peine bei der die Gewinnung von Nachwuchs mag sein, dass es mit der Stadt Peine ein Mittelzentrum gebe und auch die Möglichkeit zum Leben auf dem Lande. Gleichzeitig seien die Wege in große Städte wie Braunschweig und Hannover kurz.

jti

INFO

Berufsbilder und Studiengänge

Pastoren und Pastorinnen widmen sich intensiv den Menschen mit all ihren Nöten, Ängsten, Sorgen und Leiden, aber auch Freuden und Hoffnungen. Sie haben vielfältige Aufgaben, die über Gottesdienst, Verkündung und Seelsorge hinaus gehen. Sie führen und leiten eine Kirchengemeinde und stehen in deren Mittelpunkt. Sie fördern Wissen und Glauben (Konfirmandenunterricht) und arbeiten vielfach mit sozialen Einrichtungen zusammen. Voraussetzungen sind ein theologisches Studium mit anschließendem Vikariat (praktische Ausbildung) und zweiter kirchlicher Prüfung.

Diakone und Diakoninnen haben in der evangelischen Kirche Aufgaben sowohl in der Verkündigung als auch in der Sozialarbeit. Zu den Arbeitsfeldern gehören Jugend-, Alten- und Behindertenarbeit, Pflegedienste, Religionsunterricht, Bildung, Seelsorge und vieles mehr. Es gibt die Möglichkeit, an der Hochschule Hannover den Bachelor-Studiengang „Religionspädagogik und Soziale Arbeit“ zu absolvieren. Er qualifiziert für die traditionellen Felder kirchlicher Bildungsarbeit und für die Bereiche Soziale Arbeit und Wohlfahrtspflege.

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