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„Ohne Liebe macht das alles keinen Sinn“

Meerdorf „Ohne Liebe macht das alles keinen Sinn“

Meerdorf. Ungewohntes präsentierte diesmal die Meerdorfer Kleinkunstbühne „teatr dach“: Marianne Iser und Thomas Duda, beide grell geschminkt, boten eine wilde musikalische Mischung aus Chanson, Rock, und Pop im gut besuchten „teatr dach“.

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Schrill in Form und Inhalt: „Schneewittchen“ im „teatr dach“.

Quelle: oh

Meerdorf. Den Namen „Schneewittchen“ gab sich die Band nach einem Artikel über sie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus dem Jahre 2001 („böse, schrille Musik“). Die Hannoveraner „Exil Ossis“ wie sie sich selber zuweilen nennen, leben als Autodidakten von ihren Auftritten auf verschiedenen Bühnen - Musikfestivals, Oper, Kleinkunst oder Kabarett. Ihr schwer einzuordnender Musikstil sorgt dafür, dass das Publikum in der Regel sehr gemischt ist: Teenies, Achtundsechziger, Gothic- und Jazzfans und ältere Zuhörer.

In zartes Rot-Blaulicht getaucht präsentierte das Duo einfühlsame Chansons über Lebensschicksale, Liebe, Sehnsüchte und Träume. Belegt wird dessen musikalische Genialität nicht nur durch das Timbre von Marianne Iser, die das Publikum fasziniert mit zarten, leisen Tönen oder als Rockröhre à la Nina Hagen, zuweilen modulierend wie eine klassisch ausgebildete Opernsängerin, sondern auch durch die wundervolle Begleitung durch ihren Partner Thomas Duda am E-Piano, der zum einen kraftvoll Akkorde und phantasievolle Melodien inszeniert, zum anderen auch starke Rhythmisierungen wie Tango oder polkaähnliche Klänge erzeugt. Das Ganze stilisiert durch ausdrucksstarke Bewegungen von Iser, zum Teil als tänzerische Drehung wie im Ballett oder als Anklänge an Can-Can, unterstützt durch rote Rüschen am tiefschwarzen Kleid.

Großer Applaus nach 90 Minuten führte zu zwei Zugaben.Und er endete zunächst mit dem Lied von Konstantin Wecker „Sage Nein“. Interessant: Wecker hat ein Tonband dieses Meerdorfer Konzertes in seinem Archiv, das vor zwölf Jahren im „teatr dach“ unter Mithilfe des Publikums gesungen wurde. Im Archiv deshalb, weil er es 2003 als Lied gegen den Irakkrieg umgedichtet hatte und daraufhin ein Verfahren „wegen Volksverhetzung“ gegen ihn eingeleitet wurde, erinnert sich Albrecht „Ali“ Schultze vom „teatr dach“. „Nun hätte eigentlich das Meerdorfer Publikum auch eine Anzeige erwartet, aber sie ist bis heute ausgeblieben....“

Mit dieser Aktion wollten „Schneewittchen“ ihr soziales Engagement beweisen; heute belegen sie es durch ihre Arbeit mit benachteiligten und psychosozial auffälligen Jugendlichen, die sie als Berufsmusiker zu eigenen Texten, deren Vertonungen und Rollenspielen animieren, um ihnen eine Lebensperspektive zu bieten.

Fazit des „Schneewittchen“-Abends: Außergewöhnlich und nachdenklich.

sip

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