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Neue PAZ-Serie startet: „Fremdsein in Peine“

Kreis Peine Neue PAZ-Serie startet: „Fremdsein in Peine“

Kreis Peine. Die PAZ startet gemeinsam mit den Kirchen eine neue Serie unter dem Titel "Fremdsein in Peine". : Fremdsein ist kein schönes Gefühl. Das kennt wohl jeder. Man hat wenig oder sogar nichts Vertrautes um sich, versteht die Sprache nicht, wundert sich über seltsame Gepflogenheiten und sieht vielleicht auch noch ganz anders aus als die Menschen um einen herum.

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Die Arbeitsgruppe der Kirchen (v.l.): Dr. Nicole Laskowski, Dr. Volker Menke, Hans-Martin Joost und Hendrik Rust.

So oder ähnlich müssen sich viele der Menschen fühlen, die im Peiner Land Schutz vor Krieg, Gewalt und Verfolgung suchen. Sie mussten das Gewohnte aufgeben, Menschen verlassen, die ihnen viel bedeuten und eine Umgebung, in der sie heimisch waren. Für ein besseres gegenseitiges Verstehen beginnen die Peiner Kirchen heute gemeinsam mit der PAZ die Serie „Fremdsein in Peine“. „Wir möchten in der wöchentlichen Serie darüber schreiben, was Fremdsein eigentlich bedeutet, wie es sich anfühlt und wie die Menschen damit umgehen“, erklärt Superintendent Dr. Volker Menke. Gemeinsam mit Pfarrer Hendrik Rust, Pastor Hans-Martin Joost und Dr. Nicole Laskowski vom Kirchenkreis, hat er sich Gedanken über das Thema gemacht. Aus diesen Ideen sind kurze, informative Texte entstanden, die sich mit Sachverhalten, wie zum Beispiel dem unterschiedlichen Aufenthaltsstatus, den Herkunftsländern der Geflüchteten und den kulturellen Unterschieden befassen.

„Es sollen aber auch theologische Überlegungen einbezogen werden, etwa: Gab es in der Bibel auch schon Flüchtlingsgeschichten, oder wie definiert man den Begriff der Barmherzigkeit?“, sagt Pfarrer Rust. Die Idee zur Serie ist am Runden Tisch der Kirchen entstanden. Die kurzen Texte sollen dazu beitragen, Vorurteile und Falschinformationen zu beseitigen und den Lesern zu verdeutlichen, wie schlimm Fremdsein sich für die meisten Menschen anfühlt.

Stadt Peine: So kann man helfen

Gegenwärtig leben nach Angaben der Stadt Peine exakt 674 Flüchtlinge im Stadtgebiet. Stadt-Sprecherin Petra Neumann sagt der PAZ: „Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen die Abschlüsse von Asylverfahren und die damit einhergehenden Entscheidungen über Bleiberechte und/oder Familiennachzüge auf die zu betreuenden Flüchtlingszahlen haben werden.“ Außerdem sei in diesem Jahr nach wie vor mit weiteren Zuweisungen von neuen Flüchtlingen zu rechnen, deren genaue Zahl aktuell nicht abgeschätzt werden könne.

Die zwei größten Herausforderungen sind laut Neumann „das Vermitteln der deutschen Sprache und grundsätzlicher Gewohnheiten unserer Gesellschaft“. Dies reiche von der natürlich nicht bekannten Mülltrennung bis zur Reinigung der Wohnungen, was in anderen Kulturen ja häufig Sache der Frauen sei. Auch grundsätzliche Einstellungen, zum Beispiel gegenüber Frauen oder die Beachtung anderer im Grundgesetz verankerter Wertvorstellungen, gelte es zu vermitteln.

Bei der Frage, wie man als Peiner Bürger den Flüchtlingen helfen kann, verweist die Sprecherin auf die Ehrenamtsbörse der Stabsstelle Flüchtlingshilfe. Sie kann im Internet unter www.peine.de in der Rubrik „Flüchtlinge“ eingesehen werden. Weitere Infos gibt es unter der Telefonnummer 05171/7901252.

Peiner Kirche zu Flüchtlingen: Wo sie herkommen

„Zurzeit halten sich viele Menschen in Peine auf (siehe auch links), die aus ihrer Heimat in unsere Stadt fliehen mussten. Sie teilen damit das Schicksal vieler älterer Peiner, die auf eine eigene Fluchtgeschichte zurückblicken.

Die meisten Menschen mussten vor den Bomben fliehen, die auf ihre Heimatstädte fallen – wie im Zweiten Weltkrieg Menschen vor den Bomben weichen mussten, die auf Hannover und Braunschweig fielen. Sie kommen nun vor allem aus Syrien und dem Irak.

Andere haben ihre Heimat verlassen, weil politische Verfolgung sie dazu zwingt: Menschen, die vom Islam zum Christentum übergetreten sind und nun daheim vom Tod bedroht sind. Auch das kennen viele Peiner: Wenn die Nachbarländer Deutschlands sich geweigert hätten, aus unserem Land politisch Verfolgte aufzunehmen, wären noch mehr Menschen von den Nazis getötet worden. Dazu gehören Menschen aus Afghanistan und dem Iran. Ein ähnliches Schicksal beklagen Menschen, die aus den zentralen afrikanischen Staaten zu uns gekommen sind. Sie kommen zu uns in die Friedenskirchengemeinde, sie teilen mit uns das Abendessen, sie lesen mit uns in der Bibel oder besuchen unsere Gottesdienste. Die Geschichten, die sie erzählen – oft nach langer Zeit erst – rühren uns. Sie machen aus Fremden Nächste.“

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