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„Nahversorger und Elektromarkt haben Interesse“

Peiner Lindenquartier „Nahversorger und Elektromarkt haben Interesse“

Peine. Die Kritik von Teilen der Peiner Kaufmannschaft an der Politik der Stadt Peine weist Bürgermeister Michael Kessler (SPD) scharf zurück. Bevor man eine Resolution gegen das Lindenquartier verabschiede, wären die Verantwortlichen des Vereins gut beraten gewesen, sich über den aktuellen Stand der Entwicklung zu informieren.

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Lindenquartier: Diese Grafik zeigt, wie das geplante Einkaufs-Center in Peine aussehen könnte.

Kessler betont: „Fakt ist: Der Rat der Stadt Peine hat im Mai 2013 bei lediglich einer Gegenstimme entschieden, einen Investoren-Wettbewerb für das ehemalige Hertie-Gelände auszuschreiben. Dies geschah mit dem Einverständnis der Peiner Kaufmannschaft.“

Der Wettbewerb habe zu einem vorläufigen Zuschlag für den Investor OFB aus Frankfurt geführt. (Mit)eigentumsrechtliche Probleme würden jedoch Verzögerungen mit sich bringen - die Verwaltung versuche, diese mit größtmöglichem Engagement zu lösen.

Und OFB habe erklärt, dass er über genügend potenzielle Mieter für Peine verfüge. So könne man Peines Innenstadt neues Leben einhauchen. „Das ist nach Ansicht der Stadt dringend nötig, denn es bedarf nun einmal einiger Magnetbetriebe, um die Innenstadt attraktiv zu halten“, so Kessler.

Wenn die Peiner Kaufmannschaft glaube, dass sie sich am besten über Wasser halten könne, wenn sie potenzielle Konkurrenz wegdrücke, so irre sie. Erstens wolle OFB schon im eigenen Interesse vorrangig Geschäfte für das Projekt gewinnen, die den bestehenden Handel ergänzen. Und zweitens brauche der bestehende Handel dringend eine höhere Publikumsfrequenz.

Der Bürgermeister: „Bei den potenziell anzusiedelnden Unternehmen wird vermutlich ein Nahversorger eine Rolle spielen, der den größten Teil der Fläche belegen würde. Der schadet keinem bestehendem Handel und im Hinblick auf die entstehenden Parkplätze kommt eine hohe Publikumsfrequenz der Innenstadt zugute. Zudem hat ein von vielen Bürgern geforderter Elektromarkt großes Interesse an dem Projekt. Er würde ebenfalls keine Konkurrenz zum bestehenden Handelsangebot in der Innenstadt darstellen.“ Doch anstatt sich über diese Chance für Peine zu freuen, verfalle die City-Gemeinschaft in alte Denkstrukturen, die es seitens der Peiner Kaufmannschaft bereits im Vorfeld der Ansiedlung von Karstadt Anfang der 1970er-Jahre gegeben habe. Damals hätte sich die Peiner Kaufmannschaft vehement gegen die Ansiedlung von Karstadt zur Wehr gesetzt, um dann schon nach wenigen Monaten der Eröffnung beizudrehen.

Und wie geht es mit dem geplanten Einkaufszentrum Lindenquartier nun weiter? „Ich hoffe, dass es uns gelingt, in den nächsten Woche Klarheit darüber zu erzielen, wie die nächsten Schritte aussehen“, sagt Bürgermeister Kessler. Entscheidend wird dabei wohl auch sein, ob es eine Einigung mit der Lüder Unternehmensgruppe aus Hildesheim gibt. Diese hatte im Vorfeld des Investoren-Wettbewerbs ein Teilgrundstück auf dem City-Center-Areal gekauft. Die Stadt stimmte dem Erwerb allerdings nicht zu, weil sich das Grundstück inmitten des städtischen Sanierungsgebiets befindet. Dagegen hatte die Lüder-Gruppe geklagt, das Verfahren zieht sich noch hin.

Auf Anfrage erklärte der Geschäftsführer der Lüder-Gruppe, Sebastian Lüder, dass man mit allen Beteiligten im Gespräch sei und das Projekt „sicher nicht blockieren“ wolle. Seine Firma ziehe auch einen Verkauf der Fläche in Betracht.

Blick auf das leer stehende ehemalige Hertie-Gebäude.

„Verwaltungssitz im Lindenquartier nicht ausgeschlossen“

Peine. Die Ansiedlung von Teilen der Kreisverwaltung im Lindenquartier ist aus Sicht der Stadt Peine nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Das erklärte die Sprecherin der Stadt, Petra Neumann, gestern gegenüber der PAZ. Allerdings müsse darüber zunächst mit dem Investor OFB diskutiert werden. Den Vorschlag, den Behördensitz in das Neubauprojekt mit einzubeziehen, hatte die City-Gemeinschaft mit einer Resolution publik gemacht (PAZ berichtete).

Eine Nutzung von Teilen des Lindenquartiers als Verwaltungssitz fordere laut Neumann zudem eine andere Bauleitplanung als die derzeitige. Der bestehende und damit rechtsverbindliche Bebauungsplan, der das Areal Lindenquartier größtenteils überplant, erlaube aktuell lediglich Läden und Lagerräume. Um den Bau eines Verwaltungsgebäudes zu legitimieren, müsse der Bebauungsplan geändert werden – und eine Änderung würde nach ihren Angaben „recht viel Zeit in Anspruch nehmen“. Und erst wenn dieser Prozess abgeschlossen wäre, könnte tatsächlich mit dem Bauen begonnen werden.

Neumann: „Diese zeitliche Komponente würde zwangsläufig in die Planung der Kreisverwaltung einfließen und dürfte kaum in deren Sinne sein. Eine intensiviere Auseinandersetzung mit dem Thema macht für alle Beteiligten daher nur Sinn, wenn dies eine realistische Option für den Landkreis wäre.“

Die Sprecherin wies hinsichtlich des Vorschlags der City-Gemeinschaft darauf hin, dass die rund 100 betroffenen Mitarbeiter des Landkreises bei einem Zweigstellenneubau außerhalb der Innenstadt dieser nicht „entzogen“ würden, da diese bereits jetzt außerhalb untergebracht seien. Zum Beispiel seien rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Woltorfer Straße beschäftigt - und diese hätten in dem vom Landkreis Peine beantragten Neubau auf dem Burgberg auch keinen Platz gefunden.

„Eine Behörde mit rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei in den seltensten Fällen in der zentralen Innenstadt zu finden, auch wenn das sicherlich wünschenswert wäre“, erklärte Neumann abschließend.

mic

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Peine
Die City-Gemeinschaft stellt per Resolution die Planungen für das Lindenquartier infrage: Ulrich Ginsburg (l.) und Ole Siegel.

Peine. Einstimmig haben sich die Mitglieder der Peiner City-Gemeinschaft in einer Resolution gegen die aktuellen Planungen für das Lindenquartier ausgesprochen. Dort sollen auf 10.000 Quadratmetern neue Geschäfte eingerichtet werden.

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