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Nach der Flucht vor dem Krieg zum Job-Berater in Peine

Peine Nach der Flucht vor dem Krieg zum Job-Berater in Peine

Peine. Er flüchtete als kleiner Junge aus seiner Heimat. Im Libanon herrschte Krieg, das Leben seiner ganzen Familie war bedroht. Nun unterstützt Hussein Mehdi in Peine Flüchtlinge. Seine Eltern wagten die Flucht - da war er eineinhalb Jahre alt. Heute lebt Hussein Mehdi in Ölsburg und arbeitet als Flüchtlingsberater bei der Agentur für Arbeit in Peine.

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Hussein Mehdi aus Ölsburg ist Flüchtlingsberater bei der Agentur für Arbeit in Peine. Er ist selbst als kleines Kind aus dem Libanon geflohen, heute hilft er Flüchtlingen bei der Jobsuche.

Quelle: oh / dpa

„Ich möchte zeigen, dass man Chancen hat“, sagt der 24-Jährige. „Meine Eltern haben es auch geschafft. Ich möchte einen Weg zeigen, wie es möglich ist, sich zu integrieren.“ Mehdi beherrscht die arabische Sprache samt aller Dialekte fließend in Wort und Schrift, außerdem Englisch und Deutsch. „Meinem Vater war es wichtig, dass meine Geschwister und ich auch Arabisch lernen. Schließlich war unsere Zukunft hier in Deutschland damals nicht gesichert“, erzählt Mehdi. Gemeinsam mit seiner Mutter, der Großmutter und mit seinen Geschwistern kam Mehdi damals in Gelsenkirchen an. Der Vater war in Groß Lafferde - die Flucht hatte die Familie getrennt. Doch die Mehdis hatten Glück und wurden wieder zusammengeführt. In Klein Lafferde starteten sie schließlich einen Neubeginn.

Große Unterstützung oder Sprachförderung habe es damals noch nicht gegeben, sagt Mehdi. „Die Berührungsängste gegenüber Flüchtlingen waren zu dieser Zeit noch groß“, schildert der 24-Jährige. „Heute ist das anders. Es gibt Hilfe bei der Jobsuche oder dem Spracherwerb und das möchte ich zeigen.“

Doch wenn Peiner Flüchtlinge Mehdi das erste Mal persönlich gegenübersitzen, sind sie verwirrt. „Sie kennen meine Herkunft, aber meine äußere Erscheinung passt nicht dazu“, schmunzelt der hellblonde Mehdi, der an Albinismus, einer seltenen Pigmentstörung, erkrankt ist.

Doch nach den ersten Worten in der Muttersprache sei das Eis immer schnell gebrochen. „Wenn sie plötzlich eine Bezugsperson haben, die ihre Sprache spricht, zaubert das immer ein Lächeln in die Gesichter der Menschen“, so Mehdi. „Oft schütten sie mir dann auch einfach ihr Herz aus.“ Und Mehdi hört dann zu: „Je persönlicher ich die Menschen kenne, desto besser kann ich auch helfen.“ Und ihre Situation sei nicht auswegslos. „Es gibt Chancen, man muss sie nur kennen und nutzen“, sagt der Ölsburger. „Auf Arabisch kann ich das vielen Flüchtlingen natürlich besser erklären. Und was ich zurück bekomme ist unbezahlbar: Große Dankbarkeit.“

Hussein Mehdis Familie sei indes „ziemlich stolz“ auf ihn. „Mein Vater sagt immer wieder, wie gut es sei, dass es heute so etwas gibt“, erzählt Mehdi. Oft fragt der 24-Jährige auch seine Eltern, wie es damals war. Einmal im Jahr besucht er zudem Verwandte im Libanon. „Ich überlege mir, was man ändern kann“, so Mehdi. „Meine Familie hat wertvolle Erfahrungen, die ich gern in meine Arbeit in Peine einbringe.“

von Janine Kluge

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